22.03.2019 - 08:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Respekt-Coach an der Luitpoldschule lehrt Schülern Toleranz

Toleranz und Respekt lernt man am besten im Schulalter. An der Luitpoldschule in Amberg hat einer von 22 Respekt-Coaches in Bayern seine Arbeit aufgenommen. Die Schulleiterin findet das "toll", denn damit werden viele Lücken geschlossen.

Respekt-Coach an der Luitpoldschule: Sinah Mönch.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

396 Kinder und Jugendliche besuchen die Luitpoldschule. Dazu gehören zwei Deutsch-Klassen mit 21 und 16 Schülern, in denen innerhalb eines Jahres die Sprache so gut erlernt werden soll, dass die Kinder in Regel-Klassen gehen können. Über 50 Prozent der Schüler in den 20 Regelklassen haben überwiegend russischen Migrationshintergrund. „Sehr viele davon sind schon in Amberg geboren und wachsen zweisprachig auf“, sagt Schulleiterin Maria Schuller. Sie ist stolz auf die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“.

Dass die Bundesregierung das Projekt Respekt-Coaches ins Leben gerufen und damit 20 Millionen Euro Mittel freigestellt hat, ist für die Luitpoldschule ein Glücksfall. Es startete vor einem Jahr an 168 Standorten in Deutschland. „Ziel des Projektes ist, Jugendlichen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu vermitteln, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber menschenfeindlichen Ideologien zu stärken“, informiert Anna Szymczak, Leiterin des CJD-Jugendmigrationsdienstes.

Internet-Kompetenz

Respekt-Coach der Luitpoldschule ist Sinah Mönch. In Absprache mit der Schulleiterin wurden Handlungsfelder definiert, derer sie sich gemeinsam mit den Schülern annimmt. Dazu gehört beispielsweise die Vermittlung von Werten und Normen. Grundsätzlich sollten alle Jugendlichen in dem Alter lernen, wie man argumentiert und andere Meinungen akzeptiert, so Mönch. „Viele Sachen werden getan oder gesagt, ohne dass man sich bewusst ist, dass man damit jemanden verletzt.“ Das verbale Verletzen sei ein gesellschaftliches Problem, bestätigt Schuller. Im Internet werde massiv beleidigt. Bereits die Fünftklässler müssen sich damit auseinandersetzen – und die Eltern sind oft nicht informiert über die Möglichkeiten, die Kinder nutzen. „Im Umgang mit den neuen Medien brauchen Kinder absolute Kompetenz.“ Auch hier hilft Sinah Mönch den Jugendlichen, damit sie beispielsweise Informationen aus dem Internet sicher einschätzen können.

Weitere Themen sind die gewaltfreie Kommunikation und der Klassenzusammenhalt. Die Schüler erarbeiten Lösungen zu Fragen wie: Wie löse ich Konflikte? Wie möchte ich behandelt werden? Wie behandle ich andere mit Respekt? Wie entsteht Ausgrenzung? Wie kann man dem entgegenwirken?

Mönch ist alle zwei Wochen in den siebten Klassen. In Absprache mit der Schulleitung wird zudem projektbezogen gearbeitet. In achten Klassen kommen auch schon mal die Lehrkräfte auf den Respekt-Coach zu, um konkret Themen zu besprechen, die anliegen. Die Schüler seien sehr interessiert und offen, geben Infos preis, von denen die Lehrer auch profitieren, so Schuller.

„Stolz darauf“

Das Projekt Respekt-Coach ist stark auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schulen ausgerichtet. Von links: Maria Schuller, Leiterin der Luitpoldschule, Respekt-Coach Sinah Mönch und Anna Szyxmczak, Leiterin des CJD-Jugendmigrationsdienstes.

Mit Sinah Mönch haben die Schüler an der Luitpoldschule eine feste Ansprechpartnerin. Sie arbeitet mit Jugendsozialarbeitern, Berufsbegleitern und Vertrauenslehrern zusammen. „Ich bin stolz darauf, Respekt-Coach zu sein“, sagt sie. Denn nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund sind ihre Adressaten, sondern alle ab zwölf Jahren, erklärt Mönch. „Es geht darum, den Schülern die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu vermitteln, sie widerstandsfähiger zu machen gegen menschen- und demokratiefeindliche Ideologien.“

Schulleiterin Maria Schuller hofft, dass das auf zwei Jahre angelegte Projekt Ende des Jahres nicht ausläuft. „Man setzt Keime, die wachsen können.“ Demokratieverständnis ist ein Entwicklungsprozess, betont Anna Szymczak.

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