21.12.2018 - 00:01 Uhr
AmbergOberpfalz

"Der Sascha ist immer da"

Ergebnisverwalter, Trainer, Berichterstatter und Schulsport-Unterstützer: Sascha Wendl hat gut zu tun. Der 19-Jährige aus Kropfersricht leistet derzeit ein freiwilliges soziales Jahr beim ERSC Amberg.

Sascha Wendl (links) bei den Vorbereitungen für ein Nachwuchstraining. In dieser Szene fachsimpelt der 19-Jährige mit Bernhard Keil über das wichtigste Arbeitsinstrument der Eishockeyspieler – den Schläger.
von Andreas Brückmann (brü)Profil

"Ich spiele seit meinem 13. Lebensjahr Eishockey, habe im vergangenen Jahr das Training der U 13-Mannschaft übernommen und dafür in diesem Jahr den Trainerschein gemacht", erzählt der 19-Jährige. Während der Trainerausbildung habe ihn ein Freund aus Bayreuth darauf hingewiesen, dass es tatsächlich möglich ist, ein soziales Jahr in einem Sportverein zu leisten: "Daraufhin habe ich mit dem Vorstand alles durchgesprochen. Und ohne Probleme konnte ich hier starten."

Das war am 28. Juli. Beginnend mit einem einwöchigen Kennenlernen der Freiwilligen aus ganz Bayern, die in diversen Sportvereinen ihr Jahr ableisten. Wendl: "Wir haben unter anderem einen, der ist bei einem Ruderverein in München. Es sind Leute bei Tennisvereinen oder auch eine, die Hip-Hop-Tanz im Verein ausübt."

Auch Schulsport

Es folgte ein zweiwöchiger Kurs, bei der die Befähigung zum Übungsleiter C (Breitensport) sowie ein Rettungsschwimmer-Lehrgang zu absolvieren waren. "Da wirst du dann optimal vorbereitet auf alles, was eben mit dem regulären Schulsport zu tun hat." Nachwuchsleiter Stephan Schubert weiß das zu schätzen: "Unsere Trainer machen das alles ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Wenn jemand kurzfristig ausfällt, haben wir mit Sascha einen direkten Ansprechpartner, der jederzeit, kurzfristig und vor allem auch kompetent das Training übernehmen kann." Für den organisatorischen Ablauf sei dies eine wesentliche Erleichterung. Schubert sieht noch einen weiteren elementaren Vorteil: "Vor allem können wir dadurch die Qualität des Trainings unseres Nachwuchses hochhalten."

Sascha Wendl ist auch dafür da, die Trainer im Nachwuchsbereich zu unterstützen. Aber auch als Verantwortlicher für die Kleinsten steht er bereit. Dabei geht es vor allem um den Übergang von der Laufschule auf den Trainingsbetrieb der jüngsten Schülermannschaft (U 7): "Ich schaue, wer den Sprung in den Trainingsbetrieb schafft. Nicht nur bei den ganz kleinen Kindern in der Laufschule, sondern gerade auch bei denen, die bereits 12 oder 13 Jahre alt sind. Da muss man schauen, dass man sie so weit bringen kann, dass sie in den aktiven Trainingszyklus mit übernommen werden können."

Sascha Wendl bei den Vorbereitungen für eines der anstehenden Trainings des ERSC-Nachwuchses. Hier sorgt er dafür, das sämtliche Ausrüstungsgegenstände auch am richtigen Patz sind..

Freitags Laufschule

Neben dem täglichen Training und der Laufschule am Freitag betreut der 19-Jährige vormittags auch den Schulsport, geht als Übungsleiter unter anderem mit der Schönwerth-Realschule aufs Eis, "um auch die Sportlehrer, die nicht alle so optimal auf den Schlittschuhen stehen, zu unterstützen", wie er augenzwinkernd verrät. Bisher habe er ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen: "Da ist jemand, der sich auskennt und der das vor allem auch den Kindern vermitteln kann." Das weiß auch ERSC-Spieler und U 15-Trainer Bernhard Keil: "Das ist eine super Sache. Der Sascha ist immer da. Das weiß auch jeder Trainer, was uns die Sache erheblich erleichtert. Denn je mehr Trainer auf dem Eis sind, desto besser ist das. Gerade für die Kinder." Doch auch Sascha Wendl selbst profitiert von dem Ehrenamt. Am Rande der Bande unterliegt ihm noch die Betreuung der Facebook- und Internetseite des Vereins. Er arbeitet in der Sponsoren-Betreuung mit und sieht sich beim Nachwuchs auch als Mittelsmann zwischen Eltern und Trainern. Wobei er noch keine definitive Bilanz ziehen möchte: "Ob es etwas gebracht hat, wird man erst in der nächsten Saison spüren. Für mich ist es derzeit einfach ein Job, der Spaß macht. Vor allem, wenn man jeden Tag mit den Kindern trainieren und ihnen dabei auch etwas beibringen und mitgeben kann. Sascha Wendl freut sich jeden Tag aufs Neue auf die Herausforderung. Deswegen sagt er auch: "Ich würde das jedem, der in einem Sportverein tätig ist und mit Kindern kann, empfehlen, so ein freiwilliges soziales Jahr zu machen."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.