12.06.2020 - 14:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Verlässliche Quellen erkennen

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Seit zehn Jahren unterstützt OTV das Projekt "Zeitung macht Schule". Christoph Rolf erläutert, warum Medienkompetenz wichtig für die Entwicklung von Kindern ist.

OTV-Geschäftsführer Christoph Rolf wünscht sich, dass aus Kindern mündige Bürger werden, die die Quellen von Nachrichten einordnen können.

Für 50 Grundschulklassen heißt es einmal im Jahr "Zeitung macht Schule". Schüler der dritten und vierten Klassen lernen dabei den Umgang mit Nachrichten kennen - analog und digital. Wie recherchiere ich sorgfältig? Woran erkenne ich Fake News? Damit sich Kinder mit Fragen wie diesen auseinandersetzen können, unterstützt Oberpfalz TV die Aktion seit zehn Jahren. Zum Projektstart berichtet OTV-Geschäftsführer Christoph Rolf über die Beweggründe.

ONETZ: Herr Rolf, was macht das Projekt für Sie besonders?

Christoph Rolf : Ich komme selbst aus dem Journalismus und finde generell alles unterstützenswert, was Medien- und Lesekompetenz betrifft. Dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche an lokale Medien herangeführt werden. Ein anderer Grund ist ein eigennütziger. Wir senden über jede einzelne Schulklasse, die uns im Studio besucht, einen Beitrag auf OTV.

ONETZ: Inwiefern sind Medien- und Lesekompetenz wichtig für die Entwicklung der Kinder?

Christoph Rolf : Es ist sehr wichtig. Wenn sich Kinder nur noch über Apps wie TikTok über das Geschehen in der Welt informieren, verpassen sie ein Stück von der Lebenswirklichkeit beziehungsweise meinen sie, dass diese Welt, die ihnen dort gezeigt wird, die Lebenswirklichkeit sei. Ich finde es wichtig, dass aus den Kindern einmal mündige Bürgerinnen und Bürger werden, die abwägen können und eine verlässliche Quelle von einer weniger verlässlichen unterscheiden können. Und da ist der erste Schritt die lokale Nachricht und das lokale Medium. Es ist dann weniger abstrakt und dreht sich nicht direkt um die große, weite Welt, sondern um das, was vor der eigenen Haustür passiert.

ONETZ: Sie sagen, dass die Arbeit der Zeitung und der Medien nun wichtiger denn je sei. Was genau meinen Sie damit?

Christoph Rolf : Ich denke, dass besonders durch Corona vielen Menschen vor Augen geführt wird, dass zum Teil Meldungen in den Sozialen Medien verbreitet werden, die nicht auf Fakten beruhen. Meldungen, die eine bestimmte Stimmung auslösen sollen und bei denen für den Otto Normalverbraucher nicht direkt einzusehen ist, wo der Ursprung dieser Quelle liegt. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die klassischen und lokalen Medien derzeit eine kleine Renaissance erfahren, weil die Menschen plötzlich wieder nach zuverlässigen und seriösen Nachrichten fragen. Auch wir bei OTV haben durch Zuschauer-Feedback ein deutlich gesteigertes Interesse wahrgenommen. Die Online-Zugriffe auf unsere Seite sind in der Phase von Corona zwischenzeitlich um 250 Prozent gestiegen.

ONETZ: Was vermitteln Sie beim Besuch der OTV-Studios in Amberg?

Christoph Rolf : Sobald die Schülerinnen und Schüler bei uns durch die Tür kommen, sind wir ein Medium zum Anfassen. Sie lernen das Equipment kennen, lesen Nachrichten vor oder stellen sich in die "Greenbox" der Wetterschau. So sehen die Kinder, dass hinter allem Menschen stecken. Sie haben Kontakt zu Moderatoren und Moderatorinnen - Herrn Facebook werden die Kinder nie kennenlernen. Es ist also eine physische Erfahrung auf der einen, aber auch eine Lernerfahrung auf der anderen Seite. Das gilt es zu unterstützen.

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