20.08.2021 - 15:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Viel Neues im Stadttheater Amberg zum Start in die Spielzeit

Wenn alles neu ist, dann darf es zur Vorstellung des Programms im Amberger Stadttheater auch die große Bühne sein: Neues Logo, neue Abo-Struktur, neuer Look des Spielzeitenhefts. Und all das erstmals seit 25 Jahren in Eigenregie.

Im Stadttheater Amberg haben Vertreter des Kulturreferats das Programmheft für die neue Spielzeit vorgestellt.
von Heike Unger Kontakt Profil

Bürgermeister Martin Preuß nutzte die Gelegenheit zu einem Dank an die Verantwortlichen: "Wir haben schwere Zeiten hinter uns", betonte er und würdigte das Engagement des Kulturreferats im Lockdown: "Sie haben im Rahmen der Möglichkeiten wirklich alles getan, um das kulturelle Leben in der Stadt aufrechtzuerhalten", was "wirklich schwierig" gewesen und auch "immer auf dünnem Eis" großer Corona-Unsicherheiten geschehen sei. Umso größer war die Freude am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Stadttheater-Programms bei allen Beteiligten, jetzt neu durchstarten zu können. Und das, wie Preuß sagte, durchaus mit einer "großen Zäsur" – denn nachdem dies in den vergangenen 25 Jahren in den Händen der Konzertdirektion Landgraf gelegen hatte, bespiele die Stadt nun ihr Theater erstmals "aus eigener Kraft".

Das tut das Kulturreferat nun auch in völlig neuem Look: Aus dem einstigen Querformat des Programmhefts ist für die Spielzeit 21/22 ein Hochformat geworden, von Gewicht und Inhalt her beinahe ein Buch, mit übersichtlicher Farbführung für die einzelnen Bereiche und dem neuen Logo des Stadttheaters auf der Titelseite. Für beides – Logo und Programmheft-Gestaltung – zeichnet die junge Agentur Ideenmühle aus dem Raum Erlangen verantwortlich.

Neues Logo fürs Stadttheater

Die Ideenmüllerinnen haben für die neue "Corporate Identity" des Stadttheaters dessen prägnante Bühnenportalwand mit den stilisierten, bogenförmig gruppierten Kassettenelementen in ein Logo verwandelt, das nun bei allen Aktivitäten des Hauses, von Programmheft bis Internet-Auftritt, für Wiedererkennung sorgen soll. "Ziel ist es, dass man weiß – ah, das ist das Stadttheater", sagte Melanie Baldin, Grafikdesignerin aus dem Ideenmühle-Team. Letzteres arbeitet gerade schon am nächsten Auftrag, der neuen Stadttheater-Internetseite. Dies ist, wie Kulturreferent Fabian Kern betonte, nur möglich, weil die Freunde des Stadttheaters es finanzieren.

Die Ideenmühle hat auch das ganze Programmheft umgestaltet, knapp 130 Seiten im Hochformat, die einzelnen Bereiche jeweils einer Farbe zugeordnet und durch ein Register übersichtlich unterteilt. Zwischen "Auftakt" (rotes Register/alles zum neuen Aussehen) und "Service" (Hellblau/alles zu Abos und Service) finden sich die Veranstaltungsreihen "Theater" (orange), "Konzerte" (gelb), "Junges Stadtheater/Just" (hellgrün) und "Schmankerl" (petrol/Klassiker von Jugendclub bis "The special Night before Christmas").

Abo-Reihen neu strukturiert

"Klarer und selbsterklärender": So lautet das Urteil von Barbara Cosima Frey (Kulturamt) zum neuen Programmheft – "man blickt leichter durch". Das gelte auch für die geänderte Abo-Struktur, die in den vergangenen Jahren "etwas abstrus" gewesen sei, was letztlich zu "immer mehr Abo-Reihen und immer weniger Abonnenten" geführt habe. Diese Entwicklung wolle man nun umkehren.

Und die Verantwortlichen wollen auch das junge Publikum stärker ansprechen und fürs Stadttheater begeistern. "Es ist ganz wichtig, Kinder und Jugendliche ans Theater heranzuführen", unterstrich Fabian Kern – umso mehr, als Amberg "unglaublich gutes Schultheater" habe. Das spiegelt sich auch in einer von vielen Neuerungen im Spielplan: In die Produktion "Nathan der Weise" des Theaters Poetenpack sind Schüler des Erasmus-Gymnasiums über einen Workshop eingebunden und stehen dann mit den Profis auf der Bühne. Und schließlich wagt das Kulturreferat auch ein Experiment mit dem Vorhaben, dass jedes Kind, das in Amberg in die Schule kommt, mit seiner Klasse ein Theaterstück sehen können soll. "Weil gerade der erste Kontakt mit dem Theater wichtig ist", wie Kern sagt – nicht zuletzt deshalb, weil es dabei um die Abonnenten von morgen und übermorgen gehe.

Ein Blick ins neue Programm im Stadttheater Amberg

Amberg
Kulturfachkraft Anika Maßmann, Barbara Cosima Frey vom Kulturamt und Kultiurreferent Fabian Kern (von links) präsetieren auf der Bühne des Stadttheaters dessen neues Logo.
Die Bühnenportalwand im Stadttheater war Grundlage für das neue Logo.

Das Stadttheater Amberg im Internet

Im Blickpunkt:

Gebärdenkonzert und Late-Night im Stadttheater Amberg

Alle Aufführungen/Konzerte im Stadttheater mit allen Infos von Preisen bis Vorverkauf gibt es im neuen Spielzeitheft (Tourist Information Amberg, Hallplatz 2, Telefon 09621/101233) und im Internet. In der Spielzeit 21/22 im Stadttheater Amberg gibt es neben den Klassikern von Boulevard bis Ballett viele Neuerungen und Ungewöhnliches. Ein paar Beispiele aus dem neuen Programmheft:

  • "III" – Johann Sebastian Bachs Sonaten für Violine solo: Choreografiertes Konzert mit Midori Seiler (Barockvioline), Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola (Tanz) und Marti Corbera (Tanz), am Samstag, 20. November, 19.30 Uhr.
  • "Tinte und Terz", Late-Night mit der Lyrikerin, Rezitatorin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora-Eugenie Gomringer, die als Gastgeberin an drei Abenden ein 90-minütiges Format zwischen Talk, Lesung und Live-Musik mit Gästen präsentiert. Jeweils Donnerstag, 28. Oktober, 9. Dezember und 3. Februar, 20 Uhr.
  • "Goldrausch", ein Liederabend mit Gebärden-Musik. Jan Schulenburg (Gesang), Laura Pitz (Klavier) und Julia Schulenburg (Gebärden) präsentieren ein Programm mit Werken von Schubert bis Humperdinck. Die musikalische Darbietung wird simultan durch Elemente der Gebärdensprache und des Tanzes interpretiert. Donnerstag, 23. September, 20 Uhr.
  • "Amberger Blut das Machwerk 1934/53": Schon zweimal musste die Premiere von "Amberger Blut" wegen Corona verschoben werden, jetzt soll sie endlich stattfinden. Auf der Grundlage intensiver Recherchen erstellt die Theatergruppe "Jugendclub+" um Winfried Steinl ein dokumentarisches Stück, das Szenen des Fetspiels "Amberger Blut" zitiert, ins Groteske steigert und zerlegt, Zeitzeugen handeln lässt und ihre Beweggründe mit Film- und Bildmaterial dokumentiert. Jeweils Samstag, 7. und 14. Mai, 19.30 Uhr.

 

 

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