20.07.2018 - 16:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Waldbrand Grafenwöhr: Hilfe von oben

Unermüdlich vernichten die Feuerwehrleute in Grafenwöhr die Glutnester. Planierraupen errichten Feuerschutzlinien, die eine Ausbreitung verhindern sollen. Alle Wurzelstöcke und liegende Stämme glühen immer weiter: Das ist ein Problem.

Der bayerische Polizei-Hubschrauber „Edelweiß“ kam zum Löschen aus Roth eingeflogen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

(anv) Das Feuer, das am Donnerstagnachmittag im Truppenübungsplatz Grafenwöhr ausgebrochen ist, ist noch nicht ganz gelöscht. Bis zum Sonnenuntergang flog der Hubschrauber Edelweiß seine Runden. Zum Weiher, zum qualmenden Waldgebiet und wieder zurück. Um exakt 21.07 Uhr landete er auf dem Airfield (US-Flugplatz) Vilseck. Fast drei Stunden hatte "Edelweiß" etwa 20 000 Liter Wasser transportiert und über dem Brandherd verteilt.

(anv) Das Feuer, das am Donnerstagnachmittag im Truppenübungsplatz Grafenwöhr ausgebrochen ist, ist noch nicht ganz gelöscht. Bis zum Sonnenuntergang flog der Hubschrauber Edelweiß seine Runden. Zum Weiher, zum qualmenden Waldgebiet und wieder zurück. Um exakt 21.07 Uhr landete er auf dem Airfield (US-Flugplatz) Vilseck. Fast drei Stunden hatte "Edelweiß" etwa 20 000 Liter Wasser transportiert und über dem Brandherd verteilt.
"Auf jeden Fall hat das sehr viel gebracht", sagt Hubert Anton. Er ist stellvertretender Betriebsleiter des Bundesforstbetriebs Grafenwöhr und seit Tagen ganz nah dran am Geschehen auf dem Truppenübungsplatz. Das Wasser aus der Luft gelangte dort hin, wo Löschpanzer und -fahrzeuge an ihre Grenzen stoßen, wo es für Menschen zu gefährlich wird - in das Zentrum des Feuers.

Hier die Vorgeschichte zum Brand

Grafenwöhr

Verstärkung muss her

"Schon in einem normalen, gesunden Wald muss bei Fällarbeiten eine doppelte Baumlänge Abstand gehalten werden. In diesem Fall wären das 50 Meter." So weit reiche aber kein Wasserstrahl aus einem Feuerwehrschlauch. Wenn es gut laufe, wären es 35 Meter. Und selbst dann wären um die Feuerwehrleute herum überall einsturzgefährdete Bäume. Also musste Verstärkung von der bayerischen Polizei her. Die ist zum einen im Auftrag des Freistaats Bayern für den Wald mitverantwortlich, zum anderen ein eingespieltes Team.

Nicht jeder kann das

Nicht jeder könne so einen Löscheinsatz fliegen, nicht jedes Fluggerät eigne sich dazu, unten einen 1000 Liter Wasser-Sack dranzuhängen, sagt Anton. Auch die Abstimmung mit den Bodenhilfstruppen ist einstudiert: "Wir haben den Weg gewählt, der sich unter Zeitdruck am besten ergeben hat." Der Hubschrauber wird nicht noch einmal fliegen. Das hätte auch keinen Sinn, denn jetzt gelte es für die Bodentruppen, gezielt zu den Glutnestern zu gehen, und diese zu löschen.
Kommende Woche findet eine Art Inventur des Waldgebiets statt. Dabei werden alle wichtigen Daten erfasst. Anton: "Wir werden uns gezielt Gedanken dazu machen, wie der Feuerschutz verbessert werden kann, so dass es einen Brand in solchem Ausmaß nicht mehr gibt." Außerdem sei die Wiederaufforstung des zerstörten Waldstücks ein Thema. Und die Frage, wie die noch bestehenden Bäume hinter dem verbrannten Areal vor den Geschossen geschützt werden können. "Denen fehlt jetzt nämlich der Puffer."

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte es am Übungsplatz gebrannt:

Königstein

Die Wettervorhersage stimmt Hubert Anton wenig euphorisch. Zwar seien Gewitter gemeldet, aber ein bisschen Regen reiche einfach nicht. "Wenn wir das Glück haben, dass das Gewitter über das Gebiet zieht, und es dann auch noch viel regnet, dann wäre alles ziemlich schnell erledigt." Doch so gehen die Löscharbeiten weiter und alle warten auf Hilfe von oben. "Wir können nur hoffen und beten, dass ein Gewitter kommt."

Im Juni haben sich die Feuerwehren aus der Oberpfalz und Tschechien gemeinsam auf Waldbrand-Einsätze vorbereitet:

Chamerau im Landkreis Cham

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