21.01.2018 - 17:28 Uhr
Oberpfalz

Neue Tiefgarage Bahnhofstraße per Tunnel mit bestehendem Parkhaus verbinden? Ambergs U-Bahn-Bau "illusorisch"

Die Idee ist nahe liegend und tiefgründig - im jeweils doppelten Wortsinn: Wie wäre es, die neue Tiefgarage für Bürgerspital und Forum über die bestehende Bahnhofsgarage zu erschließen? Das würde die vielfach kritisierte Einfahrt inmitten der Bahnhofstraße und vielleicht manch anderen Ärger ums Projekt sparen.

Die Wände zur Tiefgarageneinfahrt in der Bahnhofstraße sind im doppelten Wortsinn im Fluss: Bei einem Online-Voting von Oberpfalz-Medien im Onetz gefiel den Nutzern diese Variante mit einem kleinen Wasserfall auf der vollen Länge der Zufahrtsrampe am besten. Vielleicht ist aber auch der bislang nicht wirklich öffentlich diskutierte Vorschlag eines Ambergers zur Untertunnelung der Fläche von der Bahnhofsgarage bis hierher neues Wasser auf die Mühlen der weiteren Debatte. Bildmontage: Stadt Amberg
von Thomas Amann Kontakt Profil

Diesen Vorschlag hat der Amberger Hans-Peter Drescher in einem Leserbrief an die AZ formuliert und damit öffentlich gemacht. Ein Gedanke, der nicht nur ihm, sondern auch manch anderem aufmerksamen Bürger schon gekommen ist, wie weitere Reaktionen und Nachrichten an die Redaktion zeigen. Die jüngste war mit der Bitte versehen, diese Möglichkeit einmal zu "prüfen" beziehungsweise bei der Stadt nachzufragen, ob die Idee jemals zur Debatte stand.

"Wir haben das wahrgenommen", sagte Pressesprecherin Susanne Schwab zur AZ und meinte damit Dreschers Leserzuschrift, auf die wenige Tage später sogar eine zweite, thematisch unterstützend, folgte. Doch klare Ansage aus dem Rathaus: "Das ist sicher nicht machbar." "Weder wirtschaftlich noch technisch" sei der Vorschlag einer Untertunnelung der Bahnhofstraße darstellbar, ließ Schwab nach Rücksprache mit dem Baureferat wissen.

"Das müsste man sich ja vorstellen wie einen U-Bahn-Bau", sagte sie, ohne die Sache ins Lächerliche ziehen zu wollen. Im Gegenteil sei dieser Vergleich auch fürs Bauamt praktisch betrachtet nahe liegend, "weil unterhalb der Häuser ein Tunnel vorangetrieben werden müsste" - von der Südseite der Bahnhofsgarage bis eben zum Eingang Bürgerspitalgelände und Forum.

Auch das bestehende Parkhaus, das der Stadtbau GmbH gehört, müsste für die Erschließung entsprechend umgebaut werden - wohl inklusive seiner jetzigen Zufahrt am Altstadtring, die wahrscheinlich erweiterungsbedürftig wäre. "Das könnte teurer werden als eine neue Garage", skizzierte Schwab und warnte quasi vor zwei Bauten, die man sich damit aufhalsen würde. Obendrein wären dann die Bahnhofsgarage und vielleicht auch Teile der Bahnhofstraße "über einen langen Zeitraum nicht nutzbar", was zusätzliche Probleme aufwerfe.

"Das wäre furchtbar teuer und aufwendig und vom Ablauf her schwierig", umriss Schwab in Abstimmung mit dem Baureferat die Idee als "illusorisch". Ernsthafte Überlegungen könne man darüber nicht anstellen - Schwab: "Das ist keine Alternative, die man weiterverfolgen kann."

Hans-Peter Drescher sieht das anders. Er meint: "Heutige Technik macht es möglich, vom Untergeschoss des Parkhauses am Bahnhof mit zwei Tunnelröhren für Zu- und Ausfahrt das Spitalgelände zu erreichen. Zufahrt direkt vom und Ausfahrt direkt auf den Ring sind die eleganteste Lösung! Die von vielen als störend empfundene Einfahrt mitten auf der Bahnhofstraße brauchte nicht gebaut zu werden. Auch die Ausfahrt im Bereich Kasern-/Herrnstraße kann so entfallen. Es gibt ausgezeichnete Firmen, die solche Tunnels ohne Störung der Oberfläche bauen können."

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