12.07.2018 - 16:11 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Auf der Schnaittenbacher Kirwa mit Masskrug zugeschlagen?

Er soll auf der Schnaittenbacher Kirwa 2017 einem Pegnitzer (22) einen Masskrug auf den Kopf geschlagen haben. Ein Schnaittenbacher (33) steht wegen gefährliche Körperverletzung vor Gericht. Doch er dementiert: "Ich war das nicht."

Symbolbild
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

(spw) "Den Geschädigten habe ich im Leben noch nie gesehen", beteuerte der Angeklagte. Sieben Zeugen ließ Richterin Julia Taubmann am Amtsgericht vorsprechen. Wie so oft bei solchen Fällen hörte sie in der Verhandlung unterschiedliche Versionen des Geschehens an jenem Kirwatag gegen 3 Uhr morgens. Natürlich war bei fast allen Beteiligten auch jede Menge Alkohol im Spiel. Gesehen hatte keiner der Zeugen, dass der 33-Jährige tatsächlich einen Gegenstand in Richtung des Kopfes des Opfers warf. Und war es überhaupt ein Masskrug, wie es in der Anklageschrift heißt? Oder doch nur eine Halbe - oder eine Limoflasche? Sicher ist nur, dass das Opfer mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, die sechs Zentimeter lange Platzwunde dort getackert wurde und er noch Tage danach Schmerzmittel nehmen musste.

Blutend auf dem Boden

Eine Krankenschwester aus Schnaittenbach gab zu Protokoll, dass sie das Opfer am Festzelt blutend auf den Boden liegen sah. "Ich habe gefragt, ob ich helfen kann, aber ich wurde weggeschickt." Kurz darauf ging sie nach draußen. Und hörte einen Mann, der die gleiche Stimmlage und Statur wie der Angeklagte gehabt habe, sagen: "Den habe ich ausgeknockt."

Ein anderer Zeuge aus Hirschau, der mit dem 33-Jährigen die Kirwa besucht hatte, erklärte hingegen, dass die Freundesgruppe den Streit am Eingang des Bierzelts zwar gesehen habe. Doch man sei gleich nach Hause gegangen.

Auseinandersetzung gesehen

Ein 32-Jähriger, der beim Verein als Mitveranstalter fungierte, will jedoch gesehen haben, dass es vorher eine Auseinandersetzung zwischen Angeklagtem und Opfer gab. "Ich habe das Geräusch von zerspringendem Glas gehört. Nachher hat der Angeklagte zu einem Freund gesagt: Schau, wie ich den ausgeknockt habe." Der Anwalt des 33-jährigen Schnaittenbachers forderte daraufhin ein Rechtsgespräch. "Es brachte keine Verständigung", wie Richterin Taubmann erklärte. Der Verteidiger versuchte, nach Paragraf 153a Strafgesetz von einer weiteren Verfolgung unter Auflagen abzusehen. Die Aussagen der Krankenschwester und des Mitveranstalters sind laut der Richterin als belastbar einzustufen.

Schließlich ließ Taubmann noch eine Polizistin, die Dienst hatte, ihre Aussage machen. "Es gab an dem Abend nur eine vage Beschreibung des Täters. Da alle Beteiligten erheblich alkoholisiert waren, hat es die Ermittlung nicht einfacher gemacht." Einigen Zeugen habe sie Bilder von Personen gezeigt. Nach den Vernehmungen setzte sie alle Puzzleteile zusammen und sei auf den Angeklagten gekommen. Die Verhandlung wird am Donnerstag, 26. Juli, fortgesetzt.

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