19.06.2018 - 18:20 Uhr
Schwend/BirglandOberpfalz

Offene Gartentüren: Hereinschauen erwünscht

Natürlich ist das Ganze auch mit Arbeit verbunden. Doch ein Gartler sieht diese Mühe nicht. Helga Illguth verbringt jede freie Minute in ihrem Garten. Warum, das versteht jeder, der am Sonntag, 24. Juni, bei ihr in Ödhaag vorbeischaut.

Hier war die Natur Gartengestalter: In Helga Illguths grüner Oase gibt es es alles – vom Gemüsegarten übers Blumenbeet bis zu mächtigen Bäumen und einer märchenhaften Parklandschaft aus Felsen und Hügeln
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Helga Illguth und ihre Nachbarn, die Familie Röder, "teilen" sich einen von insgesamt vier Gärten, die der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Schwend/Birgland und der Landkreis diesmal beim Tag der offenen Gartentür präsentieren. Alle Interessierten sind hier willkommen, sich umzusehen und mit den Gastgebern zu fachsimpeln. Mancherorts sind auch Verpflegungsangebote vorbereitet - von Kaffee und Kuchen bis zu Grillstand und Obstbowle.

Testbeet für Rosen

Auf den noch sehr neuen, modernen Garten der Familie Kontny in Schwend ist OGV-Vorsitzende Anita Utz durch Zufall gestoßen - bei der Blumenschmuckbewertung. Bei den Kontnys wohnen zwei Generationen nebeneinander - und alle sind gerne draußen im Garten. Der Experte ist Senior Heinz Kontny. Seine Leidenschaft gehört den Rosen: Für sie hat er sogar ein Testbeet angelegt, in dem er zuerst einmal prüft, ob die gewählte Sorte schön aussieht, mit dem Klima klarkommt und krankheitsresistent ist, bevor sie in den Garten ziehen darf. Ungewöhnlich ist hier auch die Terrassen-Hochbeet-Landschaft mit Outdoor-Küche, Bar und Grillplatz, die die Hanglage clever nützt.

Auch in Betzenberg teilen sich mehrere Generationen einen Garten - hier sind es sogar vier: Ramona Glaske hat mit Mann und zwei Kindern direkt neben ihrem Elternhaus gebaut und teilt sich den Garten mit ihrer Mutter Brigitte Gürtler. Nicht direkt in der Nachbarschaft, aber im Ort wohnt auch noch die Oma, die als begeisterte Gartlerin auch regelmäßig mitmischt - und die Enkel sind inzwischen auch schon so weit, dass sie nicht nur im Erdbeerbeet naschen: Die vielen Sonnenblumen im Familiengarten haben sie gesät.

Bekannt für ihre üppigen, farbenfrohen Blumenkästen an Fenstern und Balkon ist Familie Stollner in Aicha. Besonderheiten sind hier auch die große Streuobstwiese mit alten Äpfel-, Birnen-, Quitten-, Kirsch- und Zwetschgenbäumen und das neue Bienenhaus, in dem am Sonntag eine Bienen-Ausstellung zu sehen ist.

Wer Lust dazu hat, kann von hier aus eine kleine Wanderung nach Ödhaag machen, zu Helga Illguth und ihrer Nachbarsfamilie Röder. Hier werden die Besucher mit einem hübsch bepflanzten Vorgarten empfangen. Der wahre Schatz aber liegt hinter dem Haus: Auf dem großen Grundstück finden stattliche Bäume, kleine Hügel und Felsen ebenso Platz wie ein üppiger Gemüsegarten. Und ein Rondell mit einer kleineren Version davon, das die Hausherrin liebevoll "meinen Rentnergarten" nennt - "wenn ich mal nicht mehr kann".

Davon kann momentan freilich keine Rede sein: Helga Illguth ist jede freie Minute draußen in ihrem grünen Reich. Und wenn es abends mal spät wird, bringt ihr ihr Sohn auch schon mal eine Lampe, damit sie weiterwerkeln kann, wie sie augenzwinkernd erzählt. Hier wird wirklich alles verwertet, was die Natur hergibt - selbst die Steine, die der Boden zuweilen freigibt: Die hat Helga Illguth zu einer Skulptur aufgeschichtet.

Sogar für das Laub, das die riesigen Bäume abwerfen, hat sie Verwendung: Sie sammelt es ein Jahr lang auf Häufchen, wo es schön kleinteilig verrottet, um es dann als Mulch für Blumenbeete und Gemüsegarten zu nutzen: Damit hält sie nicht nur Unkraut in Schach, ihr Spezialmulch sorgt als Wegbelag auch dafür, dass sie immer sauberen Fußes durch den Gemüsegarten kommt.

Wir durften vorab schon einmal einen Blick in die Gärten werfen

Der Wühlmaus-Trick

Auch ein Wühlmausproblem hat Helga Illguth ganz natürlich gelöst: "Meine Schwiegermutter hat dort überall Wolfsmilch angepflanzt - und schon war Ruhe". Tipps wie diese sind sicher ein Grund dafür, warum der Tag der offenen Gartentür jedes Jahr auf enormes Interesse stößt. Die Gastgeber in Schwend/Birgland freuen sich auf viele Besucher, für die sie ihre Gartentüren am Sonntag von 10 bis 17 Uhr offen halten.

Info:

Das Programm

Helga Illguth und Familie Röder

Ödhaag 11 und 21:

Zwei zusammenhängende Gärten mit alten Bäumen, Felsen, Bauerngarten, Sträuchern, Kletterrosen, Trockenmauern und vielen naturbelassenen Flächen. Die Birgland-Gärtnerei Hubner zeigt das Bepflanzen von Blumenkästen und attraktive Pflanzen. Verpflegung durch OGV Schwend: Kaffee, Kuchen, Getränke, Grillangebote, WC.

Familie Stollner

Aicha 27 (Gehweg Ödhaag-Aicha etwa 25 Minuten):

Vielseitige Blumenkästen an Balkon und Fenstern, Garten mit Sträuchern, Bienenhaus und Streuobstwiese. Der Imkerverein informiert mit einem Bienenhäuschen und Schautafeln über die Honigbiene; Getränke.

Brigitte Gürtler und Familie Glaske

Betzenberg 35 und 43:

Ein Familiengarten verbindet zwei Wohnhäuser: Sandkasten und Spielmöglichkeiten für Kinder, aber auch blühende Stauden, Sträucher, Hecken, bunte Fensterblumen und verschiedene Gemüsesorten, Kübelpflanzen und mediterrane Gewächse. Für Kinder gibt es eine Pflanz-Aktion.

Familie Kontny

Zur Hohen Straße 6, Schwend:

Garten auf einem großzügigen Hanggrundstück direkt an der Grenze zum Wald mit Hochbeet, mediterranen Kübelpflanzen auf der Doppelterrasse, Rosen, Feuerstelle und Grillplatz. Erdbeer-Fruchtbowle; WC im nahegelegenen Feuerwehrhaus.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp