11.06.2018 - 15:34 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Basti ist in Philadelphia

Auf einmal ging alles ganz schnell: Der schwer herzkranke Bastian (4) aus Sulzbach-Rosenberg ist bereits in Philadelphia angekommen. Ein Kinderkardiologe untersucht ihn - Mitte dieser Woche könnte er bereits operiert werden.

Hände in die Höhe: Der schwer herzkranke Bastian aus Sulzbach-Rosenberg ist in Philadelphia angekommen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Sein Schicksal berührt die ganze Region - ja sogar weltweit haben Menschen für den vierjährigen, schwer herzkranken Bastian aus Sulzbach-Rosenberg ihre Herzen und Geldbeutel geöffnet. Innerhalb von nur 28 Tagen kam die unglaubliche Summe von mehr als einer halben Million Euro zusammen, damit der Bub von einem spezialisierten Kinderkardiologen im US-amerikanischen Philadelphia am Herzen untersucht und operiert werden kann.

Nun ist es soweit: Am Dienstag vergangener Woche erreichte die Eltern die Nachricht, dass Basti einen Termin bei den Experten bekommen könnte. Allerdings müsse er hierfür schnellstmöglich im Childrens' Hospital sein. Am frühen Samstagmorgen war es dann tatsächlich soweit: Per Krankenwagen ging es für den kleinen Buben von der Erlanger Uniklinik zum Flughafen in Frankfurt. Mit einer "medizinischen Linienflugbegleitung" (also mit zwei Ärzten) führte die Reise weiter über Kopenhagen nach Philadelphia. "Das war alles irrsinnig kurzfristig", sagt Bastians Onkel, Michael Andörfer, der zu Hause die Stellung hält und in regelmäßigem Kontakt mit den Eltern steht. Nachdem die Nachricht des Termins gekommen sei, "haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit Bastian in die USA kommt". Das war eigentlich gar nicht so einfach, denn eine Reise mit einer medizinischen Begleitung braucht für gewöhnlich eine Woche Vorlaufzeit. "Umso besser, dass es trotzdem geklappt hat, denn der nächste Termin bei dem Kardiologen wäre erst wieder im August möglich gewesen."

Bastian und seine Eltern sind gut gelandet und der Junge muss nun erneut einige Untersuchungen über sich ergehen lassen, ehe man sein Herz operieren kann. "Blutuntersuchungen, Röntgen und noch vieles mehr", weiß Andörfer zu berichten. "Vor allem wird überprüft, wie Bastians Verfassung ist." Laufe es optimal, könne Bastian schon Mitte dieser Woche operiert werden.

"Wir haben so lange gewartet und nun geschieht das alles ganz plötzlich", kann es fast der Onkel gar nicht glauben. In seiner Stimme schwingt große Euphorie mit. Er weiß auch: "Es ist noch nicht alles gut. Aber endlich hat der kleine Kerl eine Chance auf ein gutes und gesundes Leben."

Andörfer lobt noch einmal die große Spendenbereitschaft und Unterstützung in der Region. "Hätten wir das Geld nicht beisammen gehabt, hätten wir auf die Terminmöglichkeit gar nicht so schnell reagieren können." Schließlich verlangten die Klinik und das Transportunternehmen einen finanziellen Vorschuss. "Das konnten wir zum Glück gleich bezahlen." Der Kostenvoranschlag wurde zwar sofort den Krankenkassen weitergeleitet, der sei aber nicht detailliert genug, sagt Andörfer. So sei bis auf Weiteres nicht mit einer Kostenübernahme zu rechnen. "Eine Behandlung wäre ohne die Spendengelder definitiv nicht möglich gewesen. Wir können das Gefühl unserer Dankbarkeit gar nicht in Worte fassen."

 

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