10.07.2018 - 09:17 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Lkw-Fahrer darf Führerschein behalten

Ein Auffahrunfall wie jeder andere. Hoher Sachschaden, von der Versicherung geregelt. Dann kam einer ins Spiel, der als Lkw-Fahrer im Verdacht stand, als Auslöser des auf der Gegenfahrbahn passierten Malheurs beteiligt gewesen zu sein.

Symbolbild
von Autor HWOProfil

(hwo) Langer Prozess um einen, der mit seinem Anwalt aus den neuen Bundesländern angereist war und vor der Amtsrichterin Sonja Tofolini beteuerte: "Ich habe wirklich nichts bemerkt". Der 35-Jährige war an einem Oktobertag vergangenen Jahres mit seinem Lastwagen nördlich von Sulzbach-Rosenberg unterwegs und setzte dann plötzlich zum Überholen eines langsam vorausfahrenden Traktors an.

Das Manöver brach er ab, weil sich im Gegenverkehr mehrere Autos näherten. Deren Fahrer stiegen auf die Bremse. Das tat zwangsläufig auch ein inmitten der Kolonne fahrender Bundeswehrsoldat, der in seine oberfränkische Heimat unterwegs war. Hinter ihm war ein Berufskollege aus der gleichen Amberger Kaserne unterwegs. Auch er wollte seinen Pkw noch zum Stehen bringen. Doch dann krachte es auch schon. Zu geringer Abstand, nach gültiger Verkehrsordnung ein Fall für die Versicherung des "Auffahrers". Der musste außerdem ein Bußgeld wegen begangener Ordnungswidrigkeit entrichten.

Was aber war mit dem Lkw-Piloten? Er setzte seine Tour fort und galt zunächst als verschollen. Doch der Bulldog-Fahrer hatte das Kennzeichen notiert und meldete sich bei der Sulzbach-Rosenberger Polizei. So kam es nun, dass der Mann ein Verfahren wegen Unfallflucht bekam und zur Verhandlung nach Amberg reisen musste. Dort ging es um einem drohenden Führerscheinentzug und damit um eine für ihn existentielle Angelegenheit.

Die Richterin hörte sich etliche Aussagen an. Dabei stand fest: Alle der im Gegenverkehr abbremsenden Autofahrer, außer den beiden Unfallbeteiligten, waren nicht mehr greifbar. Außerdem stand die Frage im Raum: Hatte der Brummi-Kapitän den auf der Gegenseite geschehenen Crash beobachtet? Denn nur bei Beweisbarkeit dieses Umstands wäre eine Unfallflucht gegenständlich gewesen.

Die Richterin hatte Zweifel. So kam es dann, dass man die ganze Sache einstellte. Allerdings gegen Geldauflage. Der Mann aus dem Osten Deutschlands muss 1000 Euro bezahlen. Wenn er das getan hat, schließen sich die Aktendeckel.

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