13.06.2018 - 17:07 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

RBO-Frühschicht im Warnstreik

Eine 100-prozentige Beteiligung und Kunden, die zum großen Teil entspannt reagierten: Streikleiter Harald Hammer ist mit dem Warnstreik bei der Regionalbus Ostbayern am Mittwochfrüh hochzufrieden.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat am Mittwochmorgen die Busfahrer der Regionalbus Ostbayern zum Warnstreik aufgerufen. Deshalb kam es von 4.30 bis 9 Uhr zu Ausfällen im Linienbusverkehr im Landkreis.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

(san) Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat die Busfahrer der Regionalbus Ostbayern (RBO) am Mittwochmorgen von 4.30 bis 9 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Laut Harald Hammer, Geschäftsstellenleiter der EVG in Regensburg und am Mittwoch als Streikleiter in Amberg, waren 15 Fahrer, also alle, die an diesem Tag in der Frühschicht eingeteilt waren, in den viereinhalbstündigen Ausstand getreten. "Das war eine 100-prozentige Beteiligung", freute sich Hammer. Bestreikt wurden die Linien 54 bis 62, also die Linien, die die RBO im Landkreis bedient.

Betroffen waren in der Früh vor allem viele Schüler und Beschäftigte, die normalerweise aus ihren Wohnorten im Landkreis mit dem Bus nach Amberg fahren. Hammer kam während des Warnstreiks am Busbahnhof mit Leuten ins Gespräch, die den ÖPNV nutzen wollten, aber wegen des Streiks nicht konnten. "Der Großteil der Leute hat relativ entspannt und gelassen regiert", berichtete Hammer. "Man könnte auch sagen, sie waren auf unserer Seite."

Der Warnstreik endete pünktlich um 9 Uhr, doch da die Linien danach erst eingetaktet werden mussten, sei es auch danach möglicherweise noch zu Verspätungen gekommen. Am Mittwochvormittag hatte die bahneigene Busgesellschaft Regionalbus Ostbayern auf ihrer Homepage geschrieben: "Ab Mittag fahren die Busse, insbesondere die zur Schülerbeförderung, wieder planmäßig." Am Nachmittag zeigte sich EVG-Geschäftsstellenleiter Harald Hammer hochzufrieden mit dem Verlauf des Warnstreiks. "Die Beteiligung war sehr gut, die Kunden haben sehr besonnen reagiert", bilanzierte er. Die Forderung der Gewerkschaft in der Tarifauseinandersetzung kennen die Arbeitgeber laut Hammer seit Wochen. Busfahrer bekämen als Einstiegsgehalt 2170 Euro brutto, nach sechs Jahren 2290 Euro. "Für jemanden, der Personen und insbesondere auch Kinder befördert, ist das eine Katastrophe", kommentiert der Gewerkschafter die Entlohnung. Deshalb fordert die EVG eine Anhebung um 150 Euro ("Das ist unsere zentrale Forderung") und zusätzlich ein Wahlmodell. Die Fahrer sollten selbst entscheiden können, ob sie mehr Geld (2,6 Prozent), mehr Urlaub (sechs Tage) oder Arbeitszeitverkürzung (eine Stunde) wollen. "Das soll jeder je nach Lebenssituation entscheiden." Hammer erklärt, dass dieses Modell in vielen Betrieben schon umgesetzt sei, die RBO aber sich weigere. Das Angebot der Arbeitgeber liegt seinen Worten nach im Volumen bei 5,1 Prozent mit einer Laufzeit bis Ende 2019. Vergangenen Donnerstag waren die Verhandlungen abgebrochen worden. Wann weiterverhandelt werden soll, liege nun an der Gegenseite. Im Falle, dass keine Reaktion kommt, zeigt Hammer klare Kante: weitere Warnstreiks.

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