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08.05.2018 - 20:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Alfred Wolf unterstützt Projekte, die der Heimat nutzen Der Ober-Heimatunternehmer

Der Begriff passt in unsere Zeit: Alfred Wolf ist Heimatunternehmer. Genauer Chefkoordinator all derjenigen, die für die Heimat etwas unternehmen. Ein Pilotprojekt im Landkreis Tirschenreuth mit Modellcharakter.

Der Erfinder des Bärnauer Geschichtsparks: Alfred Wolf, der Vordenker und Vorturner vieler Oberpfälzer Heimatunternehmer - Menschen, die mit Idealismus und Ideen ein Projekt auf die Beine stellen, das nicht in erster Linie sie, sondern die Heimat bereichert.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Wieso bin ausgerechnet ich Heimatunternehmer geworden?", denkt der im öffentlichen Interesse vom Dienst beurlaubte Polizist laut nach. Das Amt für ländliche Entwicklung sei auf der Suche gewesen nach einem neuen, ergänzenden Ansatz der integrierten ländlichen Entwicklung: "Man hat einen Ideen-Streetworker gesucht, einen Typen, der Menschen, die für ihre Idee brennen, zum konkreten Projekt begleiten." Ein unkonventioneller "Supportive Leader" sei da gefragt, der auch mal "losmarschiert und unterwegs die Probleme löst und an veränderte Gegebenheiten anpasst".

Club der pfiffigen Köpfe

"Entdeckt" wurde der 56-Jährige bei einem Vortrag vor dem "Club der pfiffigen Köpfe", einer Tagung mit Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz. "Ich habe über den Geschichtspark und das Archäozentrum referiert - und danach ist jemand vom Amt für ländliche Entwicklung auf mich zugegangen, ob ich mir vorstellen kann, das zu machen." Ein Projekt gegen alle Widerstände auf den Weg zu bringen: Damit hat der Vorsitzende des Vereins Via Carolina e.V. tatsächlich jede Menge Erfahrung: "Wir haben die Idee eines Geschichtsparks euphorisch nach vorne getrieben", erzählt Wolf.

Aber dann der Schuss vor den Bug: Ein Bürgerentscheid im Januar 2007 schien zunächst der Todesstoß für den Geschichtspark, die Stadt durfte sich nicht an den Kosten beteiligen. "Jetzt erst recht", war das einhellige Ergebnis einer Vereinssitzung. "Und es gab ja auch große Unterstützung aus der Bevölkerung." Der Verein stemmte einen EU-Förderantrag, die Flächennutzungs- und Bebauungsplanung und konnte zum 1. Oktober 2010 zwei Vollzeitkräfte einstellen. "Wir haben alles privat vorfinanziert und mussten deshalb Lösungen finden, die besser waren als ursprünglich geplant", rekapituliert der Chef-Heimatunternehmer.

Das unternehmen Oberpfälzer für ihre Heimat

Ackerbürgerhaus in Bärnau: Ein Verein mit 45 Mitgliedern erwarb den sanierungsbedürftigen Leerstand mitten in der Stadt. "Eine erste Schätzung geht von Sanierungskosten um die 800 000 Euro aus", sagt Alfred Wolf. "Der Verein plant ein offenes Haus, mit Mitmach-Brauerei, Zoiglstum und Kreativräumen oben für junge Leute."

Mähringer Mühle: Marco Eckert, Ausbilder an der Landwirtschaftsschule, integriert in eine 400 Jahre alte Mühle vier Ferienwohnungen für Jäger und schafft einen Hofladen mit Grundversorgung mit Zoiglwirtschaft für die Ortsgemeinschaft.

Hofcafé Mitterhof in Waldsassen: Matthias Frank betreibt auf seinem Erlebnishof ein Café, eine Zucht von Straußen und Mangalica-Wollschweinen, saniert und belebt den ehemaligen denkmalgeschützten Granglenhof des Klosters und betreibt mit einer Wohngruppe für psychisch Kranke eine "Soziale Landwirtschaft".

Denkmalgeschützter Pfarrhof in Wernersreuth: Marco Härtl, Markenkommunikator mit Standorten in Berlin und München, kehrt zurück in die Heimat nach Wernersreuth - die katholische Kirchenstiftung saniert dafür den denkmalgeschützten Pfarrhof.

Glasschleife von Arnoldsreuth: Norbert Reger und seine Gesellschaft Steinwaldia sanierten die alte Glasschleife in der Gemeinde Pullenreuth.

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Weitere Informationen:

http://www.stmelf.bayern.de/landentwicklung/dokumentationen/fachveranstaltungen/ 082500/index.php

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