02.07.2018 - 11:33 Uhr
RiedenOberpfalz

Blick ins Foto-Archiv: Als die Wasserflut alles fortriss

An den Nachmittag des 1. Juli 1987 dürften sich wohl noch viele Bewohner des Vils- und Lauterachtals erinnern: Sintflutigartiger Regen riss alles mit sich und hinterließ Schaden in Millionenhöhe. Landrat Hans Wagner rief den Notstand aus.

Anfang Juli 1987 verursachten sintflutartige Regenfälle im Vils- und Lauterachtal Millionenschäden. Das Wasser hatte damals sogar eine Zapfsäule aus der Verankerung in Ensdorf gerissen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

(spw) An den Nachmittag des 1. Juli 1987 dürften sich wohl noch viele Bewohner des Vils- und Lauterachtals erinnern: Sintflutartiger Regen riss alles mit sich und hinterließ Schaden in Millionenhöhe. Der damalige Landrat Hans Wagner rief den Notstand aus.

Ensdorf, Rieden, Schmidmühlen, Hohenburg und Kastl erinnerten nach der Unwetterkatastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß "stark an die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg", schrieb damals die Amberger Zeitung. Autos lagen auf dem Dach, meterhoch stand der Schlamm, Mauern wurden niedergedrückt, in einer Ensdorfer Gastwirtschaft schwammen die Möbel im Gastraum und das Wasser riss sogar in einer Tankstelle eine Zapfsäule aus der Verankerung.

In Anbetracht der Situation rief Landrat Hans Wagner den Notstand für die betroffenen Gebiete aus. Und so rückten auch 100 Soldaten der Panzerpionierkompanie 120 und ein Bereitschaftszug der Kompanie 123 teils mit schwerem Gerät an, um zu helfen. Mehrere Wochen dauerte es, bis die Hinterlassenschaften wieder aufgeräumt waren.

Was war passiert? Für den Nachmittag des 1. Juli 1987 waren in Nordbayern schwere Gewitter angesagt. Dass es dann aber so heftig werden würde, damit hatte im Landkreis damals wohl niemand gerechnet. Der sintflutartige Regen, der zwischen 15 und 16 Uhr einsetzte, war aber nur ein Vorbote für das, was in der Nacht noch kommen sollte. Die Vils und Lauterach traten zusätzlich über die Ufer und sorgten für Chaos.

Ensdorf erwischte es mit am heftigsten, denn der Pegel auf der Straße zwischen dem Salesianerkloster und dem Ortsausgang stieg von kniehoch am Nachmittag bis zu eineinhalb Metern in der Nacht an.

Von der Thanheimer Straße aus schob sich eine Geröllhalde bis vor die Hauptstraße auf Höhe des Kindergartens. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren waren an diesem Juli-Tag permanent im Einsatz.

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