12.04.2018 - 14:29 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Wir haben die Leute befragt was sie vom „Unglückstag“ halten Freitag der 13. muss kein Unglückstag sein

Sind Sie abergläubisch? befragten wir Leute in der Region und man hat uns bereitwillig geantwortet. Eines aber gleich vorweg: keiner der Befragten bekennt sich dazu abergläubisch zu sein.

Carolin Böckl, Verwaltungsangestellte bei der Stadt Erbendorf, musste erst einmal in den Kalender schauen. Das Datum war ihr eigentlich gar nicht bewusst, gesteht sie im Gespräch. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Hier das Ergebnis unserer Interviews:

Nicole Fürst, 1.Vorsitzende der „Mitterteicher Tafel“ wohnt in Fuchsmühl. Die Verwaltungsangestellte, die sich auch aktiv im Kirchenchor einbringt, betont in aller Deutlichkeit: „Nein, ich bin kein abergläubischer, dafür aber ein sehr gläubiger Mensch.“ Freilich habe sie realisiert, dass genau an diesem Freitag den 13. die Jahreshauptversammlung ihrer „Mitterteicher Tafel“ auf dem Terminkalender steht. „Ich werte dies als gutes Omen“, kommentiert sie die Terminierung für das schon länger anberaumte Treffen, das Fürst erstmals als Vorsitzende leiten wird. „Ich bin ein positiv denkender Mensch und glaube nicht an schwarze Katzen, die Unglück verheißen sollen. Für die Fuchsmühlerin sind solche Vorboten eher gegenstandslos. „Selbst wenn etwas Unvorhergesehenes passieren sollte: Ich bringe das keinesfalls mit dem Datum in Verbindung“. Umgekehrt habe sie auch an den entsprechenden Freitagen keine besonderen positiven Erfahrungen machen dürfen, die man damit in Verbindung bringen könnte. „Der 13. ist für mich nicht relevant“, fasst die Fuchsmühlerin zusammen und gesteht: Den Kaminkehrer aber fasse sie trotzdem gerne mal an.

Toni Dutz, 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Wiesau gesteht: Aberglaube sei für ihn kein Thema worüber er sich Gedanken machen müsste. „Ich nehme den Tag wie er ist.“ Keine Furcht zeige er bei Unglückskatzen, die ihm über den Weg laufen könnten. Verschüttetes Salz oder zerbrochene Spiegel gehören zum Alltag und seien keine negativen Vorboten, fügt er hinzu. „Ich bin ein Optimist, auch am Freitag den 13.“, lacht der Wiesauer Rathauschef, der sich eher sachlichen Dingen, wie z. B. dem Nordgautag und wichtigen Belangen seiner Marktgemeinde widmen möchte. Mit Gedankenspielen, was wohl sein könnte, etwa im Hinblick auf den 13., befasse er sich weniger.

Marlene Weiß stammt aus Trevesenhammer bei Pullenreuth. „Ich muss Sie leider enttäuschen“, bedauert die junge Frau, die bei der Steinwald-Allianz beschäftigt ist. „Ich finde es aber lustig, wenn man abergläubische Menschen beobachtet“, fügt sie hinzu und belächelt die Tatsache, dass just an diesem Tag weniger Verträge geschlossen werden, als an anderen, also „normalen“ Tagen. Weiß zeigt zwar Verständnis dafür, wenn sich Leute an diesem Tag nicht aus dem Haus trauen. Für sie sei das aber kein Thema. Sie verbringt den Tag wie jeden anderen auch. „Ich bin gläubig und lebe danach“, betont die 33-jährige, die auch beim evangelischen Posaunenchor Erbendorf mitspielt.

Der Immenreuther Martin Schmid ist Geschäftsführer der Steinwald-Allianz: „Ich habe recherchiert“ sagt er. „Das ist bereits mein 64. Freitag der 13.“ Bisher sei alles gut gegangen.“ Schmid, der von sich behauptet nicht abergläubisch zu sein, zeigt jedoch Verständnis für anders gepolte Zeitgenossen: „Man muss den Menschen ihren Aberglauben lassen. Der Tag steht so im Kalender, mehr aber auch nicht.“ Freilich hofft auch er insgeheim, dass der Freitag gut verläuft. „Aber wünscht man sich das nicht alle Tage?“ ergänzt der Immenreuther. Schmid gesteht: „Der Tag wird rasch abgehakt.“

Tourismusfachkraft Nina Lang kommt aus Waldershof. Auf den heutigen Freitag angesprochen, antwortet sie gut aufgelegt: „Der Tag läutet das Wochenende ein.“ Mehr aber auch nicht, meint sie mit Blick auf die kommenden freien Tage. Sie glaubt aber nicht an Zufälle. „Das Schicksal wird von oben bestimmt“, gibt die Waldershoferin zu bedenken und behauptet von sich selbst, dass sie eine bodenständige Frau sei. „Ich habe nachgeschaut und mir ist nichts Besonderes aufgefallen, was man mit einem Freitag den 13. in Verbindung bringen könnte.“

Nicht abergläubisch zu sein beteuert auch Carolin Böckl, Verwaltungsangestellte im Erbendorfer Rathaus. „Ich habe keine Probleme mit Unglücks-Vorboten.“ Böckl weiter: „Mir war eigentlich gar nicht richtig bewusst, dass dieser Freitag ausrechnet der 13. ist.“ Zu traditionellen Riten aber steht die Hauxdorferin. „Eine Braut sollte sich vor der Hochzeit öffentlich nicht im Brautkleid zeigen.“ Dass man den Brautstrauß unter die Ledigen wirft, findet sie schön. „Ich verbringe den heutigen Tag unbeschwert und habe keine Furcht davor, dass mir ein Ziegelstein auf den Kopf fallen könnte.“ Mit Blick auf die Rathausbaustelle meint sie: „Auch in der kommende Woche werde ich wieder am Schreibtisch sitzen, ohne dass was passiert ist.“ Sie fasst zusammen: „Passieren kann doch immer etwas.“

Anneliese Krenkel, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Krummennaab und Kreisvorsitzende der Katholischen Erwachsenenbildung ist gläubig, wie sie ausdrücklich betont. „Abergläubisch aber bin ich nicht.“ Auch am Freitag ist ihr Terminkalender gefüllt wie immer. Die 70-jährige „Unruheständlerin“ hat zwar bemerkt, dass Freitag der 13. ist. „Das war‘s aber auch schon“, sagt sie knapp. „Der 13. spricht für die Fantasie der Menschen.“ Selber aber habe sie kein Problem damit, schätzt aber selber den traditionellen Aberglauben und zeigt Verständnis für die Leute die abergläubisch sind und danach leben wollen. Viel lieber aber gestaltet sie ihr Leben nach dem Mondkalender. „Der begleitet mich jahrein jahraus. Wenn der Tag vorüber ist, ist er vorüber.“ Negative Erfahrungen an einem 13? „Nein damit hat das nichts zu tun.“

Dem Aberglauben kann auch MdB Uli Grötsch nichts abgewinnen. Der SPD Bundestagsabgeordnete aus Waidhaus bekennt: „Ich glaube nicht daran, dass der Freitag – auch wenn er der 13. ist - Unglück bringt. „Den Rest macht der liebe Gott.“ Glückboten, wie zum Beispiel Maibäume oder andere beliebte Dinge, gehören zum Brauchtum. Das sei in Ordnung. „Wenn wirklich was passiert, ist man meist selber schuld.“

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