26.07.2018 - 23:04 Uhr
Weidenthal bei GuteneckOberpfalz

Flexible Kreisligisten legen los

Genug getestet, jetzt gilt's: Die Kreisligisten aus unserer Region legen am Sonntag los. Die Favoritenbürde lässt sich in der Gruppe West keiner aufbinden.

Wie oft jubeln die Stullner in der neuen Saison?
von Josef Maier Kontakt Profil

Schwandorf.(mr/tsa) Gesucht: Der Nachfolger des FC OVI-Teunz, der als Kreisliga-Meister der vergangenen Saison heute Abend sein zweites Bezirksligaspiel bestreitet.

Ein heißer Kandidat für die Nachfolge: Der TSV Stulln. In der Spielzeit 2017/18 überraschte die Elf von Spielertrainer Christian Zechmann als Aufsteiger alle und wurde erst in den Aufstiegsspielen gestoppt. "Wenn wir dieses Mal Platz fünf erreichen, wäre es für uns schon eine gelungenen Saison", bremst Goalgetter Zechmann aber allzu hohe Erwartungen vor der am Sonntag beginnenden Kreisliga-Saison. Der Grund: Ihm stehen drei wichtige Spieler nicht mehr zur Verfügung. Daniel Götz und Thomas Dorrer fallen längere Zeit wegen Verletzung aus. Tobias Schönfelder kann aus beruflichen Gründen nicht mehr spielen. Die Vorbereitungszeit sieht Zechmann etwas zwiespältig: "Ich konnte nie mit meiner Wunschaufstellung spielen." Einige Spieler waren bei den Trainingseinheiten zudem immer wieder verhindert. "Die Testergebnisse waren aber okay", sagt der Trainer und zählt ein 0:0 gegen den Bezirksligisten FC Wernberg oder einen 4:1-Erfolg gegen den SV Freudenberg auf. Er selbst will auch nochmal auf dem Platz angreifen. "Aber ich werde auch nicht jünger", meint der 34-Jährige schmunzelnd.

Wer ist dann ein heißer Kandidat auf die OVI-Teunz-Nachfolge? Vielleicht die Sportfreunde Weidenthal, die neben dem TSV Stulln das Überraschungsteam der vergangenen Saison waren? "Spielerisch sind wir sicher noch nicht soweit wie vergangene Saison", will sich Trainer Christian Adler nicht unbedingt in eine Mitfavoritenrolle schieben lassen. Es fehle etwas die Leichtigkeit. Allerdings läuft bei den Sportfreunden einiges in den ersten Wochen auch gut: "Ergebnistechnisch war die Vorbereitung in Ordnung", meint Adler. Beispielsweise wurde gegen den Bezirksligaabsteiger TuS/WE Hirschau mit 3:0 gewonnen. Die Weidenthaler haben zwar keine Neuzugänge zu verzeichnen, aber auch keine Abgänge. "Die Spieler haben sich aneinander gewöhnt", sagt der Trainer. Die Strukturen in der Mannschaft sind gewachsen. "Das kann ein Vorteil sein."

Ein Absteiger gehört oft auch gleich wieder zum Favoritenkreis, beim FC Schmidgadenist das aber etwas anders. "Wenn wir komplett sind, können wir sicherlich Paroli bieten", sagt der neue Trainer Gordon Börner, der Wolfgang Richthammer abgelöst hat. Aber beim FC treten einige Spieler nach dem Abstieg etwas kürzer. Neuzugänge gab es bis auf den A-Jugendlichen Florian Rewitzer auch keine. In der Vorbereitungszeit gab es zudem ein größeres Problem: Torwart Lukas Deichl fehlte meistens, Flexibilität war gefragt. "So mussten wir auch immer wieder einen Feldspieler ins Tor stellen", erklärt Börner. Zur Punkterunde soll der Keeper aber wieder voll einsatzfähig sein. Insgesamt sei der Kader mir 15,16 Leuten nicht sehr breit, gibt der Trainer zu bedenken. "Verletzen darf sich keiner." Dennoch ist er guter Dinge: "Ein guter Mittelfeldplatz müsste schon drin sein."

Der TSV Tännesbergrettete sich vergangene Saison noch geradeso, geht aber durchaus optimistisch in die neue Spielzeit. "Wir wollen schon oben mitspielen, unter die ersten Fünf kommen", meint Abteilungsleiter Sven Stock. Auf der Zu- und Abgänge-Seite hat sich einiges getan. Jan Velkoborsky, Martin Psohlavec, der Ex-Schwarzenfelder Christopher Ludascher, Johannes Stahl (von der SpVgg Vohenstrauß) und Yasin Kücük verstärken das Team. "Dadurch sind wir auch in der Breite besser aufgestellt als vergangenes Jahr", sagt Stock. 17, 18 Spieler sind für die erste Mannschaft vorgesehen. Ein bisschen Sorgen bereitet Fabian Diermeier mit seiner Knieverletzung.

Die SG Gleiritsch-Trausnitzwill vom Kampf um die vorderen Ränge nichts wissen. "Unser Ziel ist der Klassenerhalt", sagt Trainer Roland Schuller. "Erst mal bescheiden bleiben, dann können wir weiterschauen." Kein Wunder, dass der 47-Jährige tief stapelt: Er ist erst einen Monat als Übungsleiter bei der SG. Zuletzt trainierte Georg Klier die Truppe, die sich in der Rückrunde der vergangenen Saison von Michael Babl getrennt hatte. Schuller stieg zuletzt mit dem VfB Mantel in die Kreisliga auf. Vorher schaffte er den Aufstieg mit der SpVgg SV Weiden II in die Bezirksliga. Nach einjähriger Pause verschlug es ihn nun zur SG.

Die Mannschaft präsentiert sich ihrem neuen Trainer mittlerweile gut: "Der erste Eindruck ist nicht schlecht. Die Jungs ziehen mit." Anfangs hatte das Team zu kämpfen. "Wir mussten uns ein neues System erarbeiten, das war nicht einfach", gibt Schuller zu. Hinzu kamen viele Verletzte, der Weggang von Thomas Krause zum FC OVI-Teunz und das Karriereende von Marcel Walter. Doch: "Jetzt bin ich zufrieden." Das zeigt sich auf dem Platz: Im letzten Testspiel gegen Schullers alten Verein aus Mantel siegte die SG, die am 5. August in die Saison startet, mit 5:2.

Eine neue Situation gibt es in diesem Jahr am Buchberg. Aus dem SV ist die SG Kemnathgeworden - eine Spielgemeinschaft mit der "Zweiten" des TSV Detag Wernberg. "Organisatorisch ist das zwar ein kleiner Aufwand", bemerkt Trainer Max Birner, aber die Kommunikation zwischen beiden Klubs gebe es ja schon seit Jahren. Maximal drei Spieler des TSV Detag werden bei den Partien jeweils dabei sein. Mit der Vorbereitungszeit ist Birner zufrieden. Unter anderem wurde der TSV Stulln mit 1:0 geschlagen. "Es gab auch kein Verletzten und die Langzeitverletzten kommen auch wieder zurück", sagt der Übungsleiter. Drei Neuzugänge aus der Jugend ergänzen den Kader. Nach den Erfahrungen aus der Vorsaison packt Birner, der im Tor auf seinen älteren Bruder Leonhard setzt, die Erwartungen in einen Satz: "Der Klassenerhalt ist ganz klar das Ziel."

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