15.03.2021 - 16:13 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Digitalisierung in Grafenwöhrs Grund- und Mittelschule: Whiteboards statt weiße Finger

Grafenwöhr hat in den vergangenen Jahren in die Digitalisierung der Schule investiert und Förderprogramme wie eigene Mittel genutzt. Dies zahlt sich auch während der Pandemie aus. Schulleiterin Anja Bräu gibt einen Einblick.

"Schule ist echt sauschön." Auf den Whiteboards in jedem Klassenzimmer kann man direkt schreiben. Schulleiterin Anja Bräu demonstriert dies Bürgermeister Edgar Knobloch.
von Stefan NeidlProfil

Mit der Sanierung der Grund- und Mittelschule hat die Einrichtung auch gleich auf Digitalisierung gesetzt. Dies zahlte sich nun während der Corona-Pandemie und dem Unterricht im Homeschooling aus, waren die Lehrer und Schüler doch bereits bestmöglich vorbereitet. Schulleiterin Anja Bräu demonstrierte Bürgermeister Edgar Knobloch nun stolz die Ausstattung der Schule.

Mit 17 Hotspots wurde für etwa 10 000 Euro W-Lan im ganzen Gebäude verfügbar. Mit dem entsprechenden Schlüssel können Lehrkräfte und Schüler sich so Informationen aus dem Netz ziehen, für Besucher gibt es einen Gästezugang, dessen Passwort täglich geändert wird. Die altbekannten "Overhead-Projektoren", die meist eh nie funktioniert haben, haben längst ausgedient, stattdessen projizieren digitale Dokumentenkameras Unterlagen an die Wände.

Whiteboards statt weiße Finger

Auch sind die Zeiten von Kreidefingern und den unappetitlichen Schwämmen vorbei: Jedes der 17 Klassenzimmer hat hochmoderne Whiteboards bekommen. Dies sind internetfähige Touchscreens auf die verschiedenen Apps geladen werden können und die sich mit anderen Geräten synchronisieren lassen. Seit dem aktuellen Schuljahr lassen sich die Ansicht des Whiteboards und des Lehrer-PC auch trennen, so dass der Lehrer auf dem eigenen Bildschirm recherchieren kann, während die Anzeige normal bleibt.

Unterricht daheim: Grafenwöhr und die Digitalisierung

Grafenwöhr

Im Homeschooling verwendete die Grund- und Mittelschule für ihre Videokonferenzen das Programm "Teams". Dies wurde bereits vor der Pause des Präsenzunterrichts genutzt und hatte sich an der Schule etabliert. Im Vergleich zu so manchem Konkurrenzprodukt läuft es stabil und hat hohe Relevanz für das spätere Berufsleben, in der es eins der führenden Systeme ist. Für Schulen sind die Lizenzen augenblicklich noch kostenlos, weshalb Bräu solange daran festhalten will: "Never change a running system."

Aktuell bleiben

Im April sollen Glasfaserkabel im gesamten Schulhaus verlegt werden. Mit diesen sei der Internetgeschwindigkeit laut Knobloch fast keine Grenze gesetzt. Die Schule erhält dafür eine Förderung von gut 50 000 Euro. Bräu sieht ihre Schule im bayernweiten Vergleich "super aufgestellt": "Wir sind von der Ausstattung her auf jeden Fall vorne dran. Aber trotzdem darf man sich darauf nicht ausruhen, sondern muss immer schauen, was es Neues gibt." Darum wünscht sie sich in naher Zukunft noch eine Ergänzung zu den beiden Spiegelungsgeräten: Mit diesen können Schüler die Anzeigen ihrer eigenen Geräte digital auf das Whiteboard werfen und so für alle sichtbar machen.

Auch für den Bürgermeister war die Digitalisierung eine Herzensangelegenheit: "Man kann auf Problemen rumhacken oder sie anpacken und lösen." Darum hat die Stadt eigene Mittel und verschiedene Förderprogramme genutzt um Schule, Lehrer und Schüler digital auszustatten (siehe Infobox). Die Geräte werden in der Schule verwendet und können auch zur Verwendung mit nach Hause gegeben werden.

Info:

Neue Ausstattung der Schule

  • 2 Beamer, 2 Whiteboards, 4 Dokumentenkameras und 33 Tablets (insgesamt 44 163,41 Euro, davon 28 070 Euro vom Digitalbudget für digitales Klassenzimmer)
  • 37 Tablets und 5 Laptops (insgesamt 27 000 Euro, davon 21 000 Euro von dem Sonderbudget Leihgeräte)
  • 23 Dienstgeräte für Lehrer (insgesamt 24 000 Euro, davon 15 000 Euro davon vom Sonderbudget Lehrerdienstgeräte).
Hausmeister Tobias Schatz installiert einen W-Lan-Hotspot. Dank dieser ist Internet im ganzen Gebäude zugänglich.
Schulleiterin Anja Bräu und Bürgermeister Edgar Knobloch zeigen Beispielgeräte, die für Schüler und Lehrer angeschafft worden sind.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.