01.07.2018 - 17:35 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Letztes Gefecht für den "Marder"

Es ist ein besonderer Tag für die Oberviechtacher Panzergrenadiere und für den Standort Oberviechtach. Beim letzten Schuss aus dem Panzer "Marder" stehen einigen Soldaten Tränen in den Augen. Aber ein Trost ist schnell parat.

Strenge Regeln müssen beachtet werden, denn die Sicherheit der Soldaten hat bei den Übungen Priorität.
von Christof FröhlichProfil

(frd) Beim letzten Schuss mit der 20-Millimeter-Kanone des bisherigen Hauptwaffensystems des Panzergrenadierbataillons 122, dem Schützenpanzer "Marder", war die Rührung offensichtlich. So mancher Soldat erinnerte sich bei diesem Schuss daran, dass man diesem Waffensystem vertraute. Seine Funktionsfähigkeit bei Gefechten in Auslandseinsätzen hat die Kämpfer vor Schaden bewahrt, hundertprozentig war Verlass auf den "Marder".

Nun hatte der Oberviechtacher Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Christoph Huber, zum letzten Auftritt des bewährten Gefährten über 100 Gäste aus der Region nach Grafenwöhr auf die Schießbahn 307 eingeladen. Bei einer Gefechtsübung erfolgte der letzte Schuss mit der 20 Millimeter-Kanone des Panzers. Bürgermeister Heinz Weigl und seine Stellvertreter Christa Zapf und Peter Forster waren dabei bei diesem Akt, außerdem zahlreiche Vertreter von Patenvereinen und Freunde der Soldaten.

Christoph Huber dankte ihnen, dass sie sich dafür einen ganzen Tag Zeit genommen haben, was einmal mehr die enge Verbundenheit der Zivilbevölkerung mit den Oberviechtacher Soldaten zeige. "Der verstärkte Panzergrenadierzug in der Verzögerung" lautete die Vorgabe für diese Übung, die auch eine spezielle Einweisung für die Gäste erforderte. Die konnten bei dieser Gelegenheit feststellen, dass generell der Sicherheit und Unversehrtheit der beteiligten Soldaten höchste Priorität eingeräumt wird - mit höchsten Anforderungen an das Sicherheitspersonal.

Die Stellung halten

Dieser Panzergrenadierzug hatte bei der Übung den Auftrag, gegen zwei angreifende mechanisierte Infanterie-Kompanien im Verzögerungsgefecht zu bestehen und diese möglichst zu vernichten. Zwei vorgegebene Verteidigungslinien sollten möglichst lange gehalten werden. Dazu wechselten die Kampffahrzeuge immer wieder ihre Stellung, um den Angreifer über die Stärke im Unklaren zu lassen.

Im Verlauf des Gefechts gelang den gut ausgebildeten Oberviechtacher Panzergrenadieren sogar noch ein Gegenstoß, große Teile des "Feindes" konnten vernichtet werden, die Reste mussten ihren Angriff erfolglos abbrechen.

Dann kam kurz vor Übungsende der große Moment, wo Stabsfeldwebel Lars Piller und der S3-Feldwebel des Bataillons, Oberstabsfeldwebel Sven Deiss, die letzten Schüsse mit der Bordmaschinenkanone des Schützenpanzers "Marder" abgaben. Danach war es zunächst totenstill auf der Schießbahn, eine Ära war zu Ende gegangen.

Nach einer Mittagspause mit dem legendären Bundeswehr-Eintopf ging es noch einmal zur nahen Schießbahn 307. Dort duften ausgebildete Richtschützen die ersten scharfen Schüsse an der 30-Millimeter-Kanone des Schützenpanzers "Puma" abgeben.

Gute Trefferquote

Mit einer Trefferquote von über 90 Prozent, demonstrierten sie ihren hohen Ausbildungsstand und nicht zuletzt auch die Zuverlässigkeit des neuen Geräts. Damit war es aber auch vorbei mit dem Abschiedsschmerz, die Freude über den Nachfolger behielt die Oberhand. Mit viel Beifall bedankten sich die Gäste für den Einblick in die Schlagkraft der Bundeswehr.

Die Zuschauer konnten aus der Ferne verfolgen, wie so ein Gefecht geübt wird. p

Am Horizont zwei mechanisierte Infanterie-Kompanien: Gegen sie sollte der verstärkte Panzergrenadierzug ein Verzögerungsgefecht führen und den Feind „abnutzen“.

Auch aus den Stellungen heraus wurde der Angreifer bekämpft.

Im Schutz von abgefeuerten Nebeltöpfen weichen die Soldaten im Verzögerungsgefecht aus, um den „Feind aus neuen Stellungen zu bekämpfen".

Auch Taktik ist gefragt.Im Schutz des Nebels suchen die Soldaten eine neue Stellung, um den Gegner ins Visier zu nehmen.

Diese beiden Soldaten (vorne von links), der S 3- Feldwebel des Bataillons, Oberstabsfeldwebel Sven Deiss und der „Spieß“ der zweiten Kompanie, Stabsfeldwebel Lars Piller, haben die letzten Schüsse mit der 20-Millimeter- Kanone des Schützenpanzers Marder (im Hintergrund) abgegeben und damit Bataillonsgeschichte geschrieben.

Die am„letzten Schuss Beteiligten stellen sich zusammen mit Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Christoph Huber (mit dem Schild in der Hand ) auf zum Erinnerungsfoto an diesen historischen Tag.

Mit dem Schützenpanzer „Puma“ (im Hintergrund) wurde der erste Schuss aus der 30-Millimeter Bordkanone des neuen Hauptwaffensystems der Oberviechtacher Panzergrenadiere abgegeben.

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