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08.05.2018 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Bei Siemens-Standort in Kemnath Fachkräftemangel kein Thema Lohnende "Extras" für die Mitarbeiter

Akute Klage über Fachkräftemangel - quer durch die Branchen - führt die heimische Wirtschaft. Etwas anders stellt sich die Situation am Siemens-Standort in Kemnath dar.

Beliebt sind am Siemens-Standort Kemnath die "Fitness-Inseln" für die Mitarbeiter. Bild: privat
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Im Zuge der Personal-Entwicklung bietet Siemens den rund 1200 Mitarbeitern zahlreiche "Extras" - und berufliche Optionen. Der 1962 als "verlängerte Werkbank" gegründete Standort versteht sich heute als globales Kompetenzzentrum für Mechatronic (Motto "Emotion in Motion") und zählt zu den "Perlen" im Siemens-Konzern. Seit 1. April ist das auf Medizintechnik spezialisierte Werk Kemnath ein Standort der Siemens Healthineers AG, nachdem die Sparte an die Börse ging.

Das duale Studium zählt seit vielen Jahren ebenso zur Selbstverständlichkeit wie eine häufige Zusage zur Wiedereinstellung, wenn Mitarbeiter für ein paar Jahre wegen eines eigenen Studiums beruflich pausieren. Wie Personalleiterin Elisabeth Bayer erläutert, nehmen die Beschäftigten auch "kontinuierlich und gerne" die Möglichkeit zum Sabbatical wahr. Die maximal einjährige Auszeit unter der Überschrift "Life-Work-Balance" lässt sich nach individuellen Bedürfnissen über einen Zeitraum von 48 Monaten splitten.

Durch maßgeschneiderte "Fortbildungs-Verträge" unterstützt Siemens Kemnath die Weiterqualifizierung finanziell mit bis zu fünfstelligen Beträgen. Personalchefin Bayer: "Es ist extrem wichtig, eigenen Nachwuchs zu fördern." Knapp 20 Prozent der Mitarbeiter absolvierten bisher eine Techniker- oder Meisterausbildung . Im Durchschnitt qualifizierten sich in den vergangenen zehn Jahren fünf Auszubildende pro Lehrjahr weiter, häufig wenige Jahre nach dem Ende der Ausbildung. Meistens war es eine Ausbildung zum Techniker oder ein Studium.

Mittagessen ab 2,95 Euro

Wirtschaftlich entspannt können die Siemens-Mitarbeiter ihrem Ruhestand entgegensehen: Die Beiträge zur BSAV (beitragsorientierte Siemens -Altersversorgung ) liegen im Tarifbereich zwischen einigen Hundert bis zu über Tausend Euro pro Jahr (abhängig von der Entgeltgruppe). Darüberhinaus zahlt Siemens Healthineers nicht nur einen monatlichen Zuschuss von bis zu 100 Euro für die Kinder-Betreuung , sondern unterstützt auch die Obhut in den Ferien; der Gesamtbetriebsrat bietet subventionierte Erholungsplätze für Beschäftigte und ihre Familienangehörigen an; die Kantine am Standort Kemnath bietet gesunde Kost zu unschlagbaren Preisen - etwa ein Mittagessen ab 2,95 Euro.

Breiten Raum nimmt das "Gesundheits-Management" ein: Dazu gehören "Fitness-Inseln" mit modernen Trainingsgeräten im Werk ebenso wie Fachvorträge und Kurse, etwa über Stressbewältigung oder Gesundheits-Untersuchungen wie Hautkrebs-Screening oder Blut-Checks. Vor diesem Hintergrund kann sich Siemens in Kemnath einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Schwerbehinderten mit mehr als zehn Prozent am Standort "leisten": Denn trotzdem bewegt sich die Krankenstands-Quote im Normalbereich.

Zu außerordentlich attraktiven Konditionen bietet Siemens eine Mitarbeiterbeteiligung : Kein Wunder, dass nahezu jeder zweite Beschäftigte im Konzern Aktien des Unternehmens hält. Schon der legendäre Werner von Siemens hatte die Vision, Mitarbeiter zu Eigentümern zu machen. Seine Idee, das Engagement der Beschäftigten durch Beteiligung zu belohnen und dadurch die Loyalität zu fördern, bildet heute einen wichtigen Teil der Unternehmenskultur. Bis zum Jahr 2020 will Siemens die Zahl der Mitarbeiteraktionäre auf mehr als 200 000 steigern. Derzeit hält die Belegschaft etwa drei Prozent aller Siemens-Aktien.

Zusätzliche Aktie

Finanziell lohnend ist beispielsweise ein monatlicher Investment-Plan (MIP): Maximal fünf Prozent des Bruttojahresgehalts werden in einer zwölfmonatigen "Investment-Phase" in diesen Plan übertragen. Nach der zweijährigen Haltefrist erhalten die Teilnehmer für je drei gekaufte Aktien eine zusätzliche Aktie.

Beim Basis-Aktien-Programm (BAP) in Deutschland investieren die Mitarbeiter einmal jährlich bis zu 360 Euro in Siemens-Aktien und bekommen einen steuerfreien Zuschuss in gleicher Höhe. Insgesamt fließen dann bis zu 720 Euro in das Basis-Aktien-Programm. "Ohne die aktive Beteiligung der Mitarbeiter und ohne Veränderungs-Bereitschaft ist keine Entwicklung des Unternehmens möglich", sagt Elisabeth Bayer.

Die Beteiligung über Aktien stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.Elisabeth Bayer, Personalleiterin, Standort Kemnath, Siemens Healthineers

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