13.05.2018 - 17:26 Uhr
Oberpfalz

Seit fünf Jahrzehnten im Amt und noch nicht Müde Korrektheit, Gesetzestreue zeichnet sie aus

Landrat Andreas Meier zeichnet langjährige Feldgeschworene aus. Die seien auch im Zeitalter der Digitalisierung unverzichtbar, meint ein Experte.

Seit 40 und 50 Jahren sind acht Herren (vorne sitzend) als Feldgeschworene tätig. Dazu gratulierten Landrat Andreas Meier, Leitender Vermessungsdirektor Oliver Schrempel, Vermessungsrätin Katharina Bauer (stehend von links), sowie die vier mit 25 Jahre und die Bürgermeister.
von Werner ArnoldProfil

Die Arbeit der Ehrenamtlichen, die bei umstrittenen Grundeigentumsverhältnissen für Klarheit sorgen müssen, sei wertvoll und anspruchsvoll, sagte Meier. Feldgeschworene zeichneten sich durch absolute Korrektheit, Gesetzestreue, Pünktlichkeit und Tatkraft aus. Das sei ein echter Dienst an der Gesellschaft, unterstrich er in Anwesenheit zahlreicher Bürgermeister in der Schlosskapelle.

Leitender Vermessungsdirektor Oliver Schrempel hob die Unverzichtbarkeit der Feldgeschworenen trotz der Digitalisierung hervor. Ihre Arbeit reiche bis ins 13. Jahrhundert zurück. Gemeinsam überreichten Meier und Schrempel die Urkunden, die noch von Markus Söder als Finanzminister unterzeichnet worden waren. Dazu gab es Bierkrüge und für die Altgedientesten Abdrucke von historischen Karten aus ihrem Tätigkeitsbereich.

Seit 25 Jahren beweisen die Püchersreuther Josef Beck und Oswald Gollwitzer Zuverlässigkeit. Johann Hösl hat vor allem in seinem Ortsteil Schwand gewirkt. Aufgrund der regen Bautätigkeit im Markt Parkstein waren umfangreiche Vermessungen in den Baugebieten "Grün" und "Schutzengel" nötig. Konrad Schraml kennt sich als Bauhofmitarbeiter ebenfalls in den Parksteiner Fluren sehr gut aus.

40 Jahre üben Anton Hey und Franz Schregelmann aus Trabitz die Aufgabe souverän aus. Sie bekleiden außerdem zahlreiche weitere Ehrenämter. In diese Reihe passt auch Georg Dollhopf. Er hat die Katasterneuvermessung des Dorfes Filchendorf und die Vermessung der sanierten Kreisstraße durch Filchendorf begleitet. In 50 Jahren Tätigkeit ist Karl Axmann in seinem Heimatort Roggenstein jeder Weg, jeder Winkel, jedes Feld und jeder Mitbewohner vertraut. Bereits mit 30 Jahren wurde der Landwirt für das Ehrenamt bestellt. Für den damals jungen Mann eine große Ehre, wurden doch in der Regel nur gestandene Männer mit Lebenserfahrung in das Siebener-Geheimnis eingeweiht.

Andreas Baierl ist auch einer mit einem ausgezeichneten Leumund. 1968 wurde er für das Amt bestellt und vier Jahre später vom Vohenstraußer Stadtrat erneut bestätigt. Als Vollerwerbslandwirt war er der erste Ansprechpartner, wenn es um das Luhetal ging. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Er war sich nie zu schade, in die Hände zu spucken, um das Loch zu graben und einen Grenzstein selbst zu setzen. Vor wenigen Wochen feierte Baierl 85. Geburtstag. "Solange es irgendwie geht, mache ich weiter."

Georg Häusler war für die Gemarkung Oberwildenau, Unterwildenau und Rothenstadt zuständig. Seit dem Eintritt in die Rente nimmt er mehrere Termine wahr. Beispielhaft sind hier die Abmarkungen für den Flächenverkauf von nicht mehr benötigten Autobahn-Restgrundstücken, sowie das Baugebiet Eschlingweiher.

Mit 82 Jahren lässt Georg Selch aus Steinach seine Tätigkeit nicht ruhen. Die Marktgemeinde Leuchtenberg ist stolz auf so einen flexiblen und einsatzbereiten Feldgeschworenen. Ein Großauftrag war für ihn die Vermessung der Kreisstraße NEW 41, wo er selbst mit schwerem Gerät mit anpackte. Und wenn ein Beamter mal mit seinem Verhandlungsgeschick nicht weiter wusste, dann kam Selch ins Spiel und vermittelte. Eigentlich war er im ehemaligen Gemeindegebiet Lerau eingesetzt. Doch wenn kein anderer Feldgeschworerner greifbar war, half er in Michldorf, Leuchtenberg und Döllnitz aus.

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