08.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer stellt seine Verkehrsuntersuchung vor Kreisverkehr im Obergeschoss

Nach der Verkehrszählung vom März wissen es die Stadträte offiziell: Über die B 470 rollen schon heute täglich gut 20 000 Fahrzeuge und damit weit mehr als je vermutet. Durch das neue Gewerbegebiet West IV kommen nochmals 6700 hinzu. Wie ist diese Blechlawine zu leiten, damit sie weiter rollt?

Vor zwei Jahren in der Versenkung verschwunden und jetzt wieder topaktuell ist die Planung des Staatlichen Bauamtes für einen Kreisverkehr am Verkehrsknoten Dr.-Müller-Straße/B 470 und Einfahrt ins Gewerbegebiet West IV. Auf dem Entwurf fehlt der "Bypass" von Ost nach Nord. Der Kreisel selbst hätte einen Durchmesser von 70 Metern.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Antwort versuchte Verkehrsgutachter Robert Ulzhöfer am Montag im Stadtrat zu geben. Nach seinem Vortrag ist für die Weidener klar: Nur ein höhenfreier Kreisverkehr (der Hauptverkehr auf der B 470 läuft ungehindert unten durch) mit langen Parallelrampen bringt genügend Kapazitäten. Selbst für den Kreisel "im ersten Obergeschoss" schlägt der Gutachter neben den normalen Anbindungsästen einen zusätzlichen "Bypass" vor, der stadtauswärts die Fahrzeuge direkt nach rechts ins neue Gewerbegebiet führt. Eine Ampellösung würde eine bis auf 26 Meter aufgeweitete B 470 bedingen. Sogar acht Spuren wären nötig, um den Verkehr sicher zu führen. Dennoch bräuchten die Fahrzeuge zwei Grünphasen, um über die Kreuzung zu kommen.

Schon vor acht Jahren legte das Straßenbauamt Pläne für einen Umbau des Knotens an den alten Gewerbegebieten vor, die täglich ein Verkehrsaufkommen von 8700 Fahrzeugen verkraften müssen. Damals war von West IV noch keine Rede, machte Stadtkämmerin Cornelia Taubmann auf die Vorbelastung des Knotens aufmerksam, an den auch West IV angebunden werden soll.

Der vom Straßenbauamt 2014 vorgestellte Kreisel-Vorschlag sei nicht weiterverfolgt worden, so Taubmann, da der ursprüngliche Verkehrsgutachter geglaubt habe, auch mit einer Ampel den Verkehr meistern zu können. Der Erfolg von Weiden-West IV hänge "existenziell" von der Verkehrslösung ab, betonte Stefan Rank (Bürgerliste). "Alles andere als ein höhenfreier Kreisverkehr ist Unsinn." Auch CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch, CSU-Stadtrat Hans-Jürgen Gmeiner und Baudezernent Oliver Seidel warnten vor einem Ampel-Provisorium.

Zudem forderten sie Lärmschutz für die Weiding. "Wir sind mit 20 000 Fahrzeugen längst an der Grenze des Verkraftbaren", so Gmeiner. "Als Anwohner sind Sie da auf verlorenem Posten", dämpfte Robert Ulzhöfer hohe Erwartungen. Auf Nachfrage von Gisela Helgath räumte er ein, dass es nötig sein könnte, zwischen Autobahn und Weiden West zusätzliche Fahrspuren zu bauen, um den Verkehr flüssig halten zu können. Er deutete die Notwendigkeit von "vier Spuren bis zur Alpenrose" sowie "Tempo 50 zwischen Alpenrose und Autobahn" an.

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