16.07.2018 - 12:16 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Ein Blick in die Zukunft

Wie könnte es in Kümmersbruck in 20 oder 30 Jahren aussehen? Wo sind die Potenziale, die Chancen und Risiken, die Stärken und Schwächen? Was könnte das städtebauliche Kalkül sein, wo die Alleinstellungsmerkmale?

Das Team, das den ISEK-Prozess in Kümmersbruck steuern soll (von links): Markus Rösch, Christine Meyer und Tanja Korzer.

Bei der Bürgerversammlung im Rathaus ging es ausschließlich um diese Fragen. Es war der Auftakt zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungs-Konzept (ISEK). Das soll die Leitlinien für die Zukunft formulieren. Im Ergebnis steht dann eine Zukunftsstrategie, die wichtige Ziele für alle Bereiche einer Gemeindeentwicklung vom Verkehr über die soziale Infrastruktur und das Wohnen bis hin zum Landschaftsraum festsetzt.

"ISEK soll im größeren Kontext eingebunden werden im Entwicklungskonzept", sagte Bürgermeister Roland Strehl, wohl auch um Fördergelder zu generieren. Zwei Stunden lang sammelten die Teilnehmer, was für Kümmersbrucks nächste Generation wichtig oder einfach nur wünschenswert wäre. Christine Meyer vom Büro Röth hatte den Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Markus Rösch und Tanja Korzer vom Büro U/M/S Stadtstrategien aus Leipzig ins Boot geholt.

Die stellten folgende Handlungsfelder fest: Städtebau, räumliche Entwicklung, Wohnen, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft, Tourismus, Einzelhandel, soziale Infrastruktur, Bildung, Kultur, Freizeit sowie Freiraum, Landschaft, Naherholung - keine Nische blieb unbesetzt. Vieles war darunter, was in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten in irgendeiner Form bereits thematisiert wurde. Bürger, Gemeinderäte, Bürgermeister, Seniorenvertreter und Moderatoren diskutierten die Stärken, Defizite, Chancen und Wagnisse der Gemeinde in den jeweiligen Handlungsfeldern. Den intensiven Gruppengesprächen folgte das Zusammentragen der Ideen und Anregungen. Dabei kamen zentrale Themen wie der weitere Bedarf am seniorengerechten Wohnen, die Unterstützung der Vereine und Freizeitangebote, die bessere Vermarktung der Gemeinde und das bisher wenige genutzte Potenzial der Vils zum Ausdruck.

Natürlich öfter im Brennpunkt: Die Ortsdurchfahrt, die Gestaltung und Ordnung des Verkehrs sowie des öffentlichen Raums für Pkw, Radfahrer und Fußgänger. Ein Parkdeck in Haselmühl, den Kauf des Haidweihers, eine Badestelle an der Vils, der Grundstücksmarkt, das Fehlen öffentlicher Räume und von (Kinder-) Ärzten, mehr Aufwertung von Kunst und Kultur, Seniorenwohnen - eine Vielzahl von erstrebenswerten Wünschen wurde im Lauf des Abends an die Pinnwand geklebt.

Mit dieser ersten Veranstaltung jedenfalls ist lediglich der Startschuss gefallen, die erarbeiteten Ergebnisse sind nun Grundlage für die weitere Arbeit mit dem Ziel, konkrete Vorstellungen und Maßnahmen für Kümmersbrucks Entwicklung zu definieren. Kümmersbruck soll auch künftig attraktiv für seine Bewohner und ihre Besucher sein. Freilich: Die Gemeinde sei ohnehin in den meisten Bereichen gut aufgestellt, so ein erstes Fazit: Vereine, Verbände, das Hallenbad KA 2, die Schulen und Turnhallen wurde hier explizit genannt. Demnächst soll sich eine Lenkungsgruppe bilden, im Oktober wird sich die treffen. Es folgt Anfang 2019 die "Kümmersbrucker Planungswoche", den Abschluss gibt es dann im Gemeinderat im September 2019.

So ist die Zeitschiene geplant: "Wir bekommen dann einen guten Ratgeber an die Hand, es wird sich zeigen, was wir in Kümmersbruck umsetzen könnten" sagte Bürgermeister Roland Strehl über eine "gute Auftaktveranstaltung".


Zahlreiche Felder

Hintergrund:

Einführend zur Bürgerversammlung ging Bürgermeister Roland Strehl auf die Entwicklung der Gemeinde ein. Was die Geburten betrifft, so hat sie (bis 4. Juli) 36 beurkundet, Ende 2017 waren es 102 Geburten, 2012 nur 80. Kümmersbruck wächst, dem trägt die Gemeinde mit der Schaffung von Bauplätzen Rechnung: In Köfering etwa 20 Parzellen, in Haselmühl 19, in der Siedlerstraße in Kümmersbruck 14. „Der Grunderwerb im Gewerbegebiet Theuern geht voran“, ließ Strehl wissen. Das Baugebiet Waldhausstraße, der Umbau der ehemaligen Rathauswohnung in Büroräume, die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule, ein neues Sozialgebäude für den Abwasser-Zweckverband steht an. Kürzlich eingeweiht wurde der Lengenfelder Bauhof. (e)

Tanja Körzer präzisiert.

Christine Meyer mit Aufklebern Schwächen/Stärken vor der Plakatwand Freizeit

Plakatwand mit Stärken/Schwächen/Risiken vor der Plakatwand Handlungsfeld Mobilität, Verkehr,

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