13.05.2018 - 15:24 Uhr
Oberpfalz

Landkreis Neustadt schöpft EU-Programm überdurchschnittlichstark aus Leader-Förderung wird schwieriger

Neustadt/WN. Auf Brüssel und Straßburg ist schnell geschimpft, Fördermittel aus der EU nimmt aber jeder gerne. Etwa aus dem Aktionsprogramm Leader, das ländliche Räume stärken soll.

Auch in der Infotheke des Begegnungszentrums im Kloster Speinshart stecken Leader-Mittel der Europäischen Union. Bild: exb
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der Landkreis Neustadt hat dieses Instrument kräftig bespielt. Obwohl die Förderperiode 2014 bis 2020 noch läuft, hat er bereits mehr Mittel ausgeschöpft als in der gesamten sechsjährigen Periode zuvor: 1,5 Millionen Euro. Dazu kommen 300 000 Euro Bonus mit Einverständnis des Freistaats.

Diese Zahlen gab Hans-Michael Pilz zusammen mit Landrat Andreas Meier bekannt. Pilz arbeitet am Landwirtschaftsamt Neumarkt und ist Leader-Koordinator für die Oberpfalz. Geld aus dem Programm steckt im Infopunkt des Klosters Speinshart genauso, wie in den historischen Bierkellern von Luhe-Wildenau, dem "Lernort Biene" in Waidhaus oder dem Jugendzeltplatz am Gaisweiher bei Flossenbürg.

Ende 2017 lag der Landkreis Neustadt bei den Zuwendungen oberpfalzweit in der Spitzengruppe und bayernweit über dem Durchschnitt. Das alles spricht für den Fleiß und die Findigkeit der lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG). Doch ob es so weitergeht, steht in den Sternen der blauen EU-Flagge. "Es wird weniger geben, da wirkt sich auch der Brexit aus", antwortete Pilz auf eine Frage von Annette Karl (SPD) im Wirtschaftsausschuss des Kreistags. Derzeit wird in Brüssel intensiv um die Förderkulisse von 2021 bis 2028 gerungen. "Wir wollen sieben Prozent für Leader-Förderung, ob wir das schaffen, weiß ich nicht", sagt Pilz.

Für kleinere Projekte, die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt stellen und 1500 Euro Kosten nicht überschreiten, sind aber auch in dieser Periode noch Mittel im Topf. "Da hatten wir vor kurzem im Bereich Energie einen Aufruf gestartet, da hat sich nur leider kleiner gemeldet", ergänzte Landrat Meier.

"Für 1500 Euro kriegt man kein Energiekonzept", hielt Rupert Troppmann (CSU) dagegen. Er monierte, dass Leader-Anträge äußerst kompliziert seien und die Entscheidung bei der LAG und nicht beim Stadt- oder Gemeinderat liege. Ähnlich sieht es Margit Kirzinger (SPD). Das Problem der Kommunalpolitiker: Die Leader-Fördersätze richten sich nach den Preisen in der Ausschreibung eines Projekts. Dabei kalkulieren oft Architekten. Geht es Monate später an die Umsetzung, sind diese Preise aber oft in die Höhe geklettert, der Fördersatz bleibe aber gleich. "Deshalb hat ein Bürgermeisterkollege mal gesagt, dass man sich Fördersätze erst mal leisten können muss", zog Bürgermeister Troppmann das Haar aus der Leader-Suppe.

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