14.11.2019 - 16:45 Uhr
MünchenOberpfalz

Lehrermangel: Grüne scheitern mit neuen Ideen

Mehr Studienplätze in Oberbayern, Flexibilisierung der Studiengänge: Die Grünen wollten den sich abzeichnenden Lehrermangel im Freistaat mit neuen Ideen bekämpfen. Im Bildungsausschuss des Landtags kam der Antrag aber nicht gut an.

Symbolbild

Der Bildungsausschuss des Landtags hat ein Antragspaket der Grünen abgelehnt, mit dem der sich abzeichnende Lehrermangel an den Grund- und Mittelschulen behoben werden sollte. Die Grünen hatten unter anderem gefordert, die Zahl der Studienplätze für angehende Lehrer bedarfsgerecht vor allem in Oberbayern anzuheben. Dort werden schon seit Jahren zu wenig Lehrkräfte ausgebildet, so dass Junglehrer aus Franken oder der Oberpfalz die Lücken füllen müssen. Angesichts des laut einer Studie erwarteten Bedarfs von 2300 zusätzlichen Lehrkräften im Grundschulbereich bis 2023 sei die von der Staatsregierung beschlossene Aufstockung von effektiv rund 700 Studienplätzen zu wenig, erklärte die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Anna Toman aus Tirschenreuth.

Damit sich Studierende nicht von Beginn an auf eine Schulart festlegen müssten, plädierten die Grünen zudem für ein gemeinsames Grundstudium aller Lehrämter mit späterer Spezialisierung. So könnten die Anwärter zeitnäher zum Referendariat gemäß ihrer pädagogischen Präferenzen und orientiert am aktuellen Lehrerbedarf eine bessere Entscheidung über ihre künftige Laufbahn treffen, sagte Toman. Sie sah darin auch eine Möglichkeit, die mit 42 Prozent vergleichsweise hohe Abbrecherquote von Lehramtsstudenten zu reduzieren. Bis zur Umsetzung dieser Pläne sollten der Wechsel zwischen Lehramtsstudiengängen erleichtert und die Rahmenbedingungen für die Zweitqualifikation von Gymnasial- und Realschullehrern für die Grund- und Mittelschulen verbessert werden.

Otto Lederer (CSU) lehnte die Flexibilisierung der Studiengänge ab. Man brauche weiterhin eine nach Schularten getrennte Lehrerbildung, weil jede Schulart andere Anforderungen an die Pädagogen stelle. Bei der Zweiteilung in ein Grund- und ein Spezialstudium sei ein Qualitätsverlust zu befürchten, weil für schulartspezifische Inhalte weniger Zeit zur Verfügung stehe. Die Zweitqualifizierung habe sich in der jetzigen Form bewährt, betonte Lederer, die Erfolgsquote der Absolventen sei hoch. Die Beschlüsse der Staatsregierung zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze bezeichnete er als ausreichend. Ungeteilte Unterstützung bekamen die Grünen nur von der SPD.

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