03.02.2019 - 12:38 Uhr
Liebenstein bei PlößbergOberpfalz

Trucker zeigen Herz für kleinen Hugo [mit Video]

Mit einer gigantischen Werbekampagne durch den Landkreis Tirschenreuth haben am Samstag über 120 Lastwagenfahrer auf die Typisierungsaktion für den an Blutkrebs erkrankten Hugo aufmerksam gemacht. Das war aber nicht die einzige Aktion.

von DTRProfil

Schon bei der Aufstellung der Zugmaschinen und Lastwagen auf dem Gelände des Kartonagenwerks Liebenstein zeigte sich beeindruckend, wie viele Trucker der Einladung von Ideengeber Patrick Bachsmann sowie Marion und Sebastian Forster, Geschäftsführer des Kartonagenwerks, gefolgt waren. Die meisten Brummi-Lenker hatten auch Familie und Kinder mit an Bord.

2000 Menschen lassen sich typisieren

Um die Mittagszeit machten sich über 120 Fahrzeuge auf die große Tour durch den Landkreis, welche auf die Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Hugo Walbrunn hinwies. Der gut 70 Kilometer lange Kurs führte den Konvoi von Liebenstein Richtung Windischeschenbach, vorbei am KTB Richtung Erbendorf. Überall an der Strecke hatten sich zahlreiche Unterstützer postiert.

Nicht nur die reine Masse an teilnehmenden Fahrzeugen, sondern auch deren außergewöhnliche Ton- und Lichtkulisse begeisterten die Zuschauer. Denn die ausgefallenen Hupen-Sounds und Truckbeleuchtungen, der mit Herzen und Postern geschmückten Lastwagen, waren ein echter Hingucker. So nahmen sich selbst Ortsfremde und Durchreisende sich die Zeit, dieses Schauspiel mitzuerleben.

Die Kolonne rollte mit gemächlichen 50 Stundenkilometern weiter Richtung Falkenberg und Mitterteich bis nach Tirschenreuth. Hier begrüßte am Ortseingang die Feuerwehr der Kreisstadt mit der Drehleiter die Teilnehmer. Nicht nur viel zu sehen, sondern auch etwas Leckeres zu essen gab es am Parkplatz des Edeka Luger. Denn hier hatten die Stiftlandgriller und Feuerwehr die Grillsaison offiziell eröffnet und verwöhnten die Wartenden mit Currywurst, Grillfleisch und Whisky-Zwiebeln.

Das kam so gut an, dass die Veranstaltung mit 1350 ausgegebenen Portionen zum Abend ausverkauft war. Auch der Erlös dieser Aktion wird dem kleinen Hugo und seiner Familie zu Gute kommen. Die Trucker rollten unterdessen zurück zum Kartonagenwerk in Liebenstein, wo sie die erfolgreiche Aktion mit einer Brotzeit ausklingen ließen.

Die Typisierungsaktion:

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich am Sonntag, 3. Februar, im Kultur- und Veranstaltungszentrum Kettelerhaus in Tirschenreuth zwischen 11 und 16 Uhr als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Hinter der Initiativgruppe, die mit der DKMS die Registrierungsaktion in Tirschenreuth organisiert, stecken der ATSV Tirschenreuth, die Faschingsgesellschaft Tursiana Tirschenreuth, die Feuerwehr Tirschenreuth und die Stiftlandgriller.

Unter dem Motto „Hilfe für Hugo und andere“ appellieren sie an die Menschen in der Region, sich registrieren zu lassen. Es gibt am Sonntag ein Helferteam von 100 Personen, das dafür sorgt, dass alles reibungslos abläuft. Anfänglich waren 50 Leute eingeplant, aber offenbar wird mit sehr vielen Spendern gerechnet. Auch für Verpflegung ist ausreichend gesorgt. Für die Leute, die sich registrieren lassen, wird es kostenlos Kaffee, Kuchen, Wienerle und Leberkäse geben. Der städtische Kindergarten biete an diesem Tag außerdem eine Kinderbetreuung an. Unter anderem soll es einen Schminktisch geben. So können sich die Eltern in aller Ruhe typisieren lassen.

Die Registrierung geht laut Pressemittelung der DKMS einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Familie Walbrunn ruft alle Interessierten auf: „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein – mehr ist es nicht. Jeder, der infrage kommt, kann eine Chance auf Leben geben und wir sind über jeden einzelnen dankbar. Wir hoffen natürlich, dass wir für Hugo den passenden Spender finden, aber wollen auch anderen Patienten durch unsere Aktion helfen.“

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs Spendengelder benötigt, wird um finanzielle Unterstützung gebeten.

Vorbericht zur Typisierungskation

Tirschenreuth

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