07.06.2018 - 16:21 Uhr
PfreimdOberpfalz

Granatenfund auf Rastplatz

Der Mann, der am Mittwoch kurz nach 18 Uhr auf dem Rastplatz Schlossberg Halt macht, traut vermutlich seinen Augen nicht. Auf einem Verteilerkasten liegt eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Panzergranate wurde fast wie ein Ausstellungstück auf einem Verteilerkasten neben dem Toilettenhäuschen abgelegt. Die Polizei sucht den Besitzer dieser Weltkriegswaffe.
von Irma Held Kontakt Profil

(ihl)Der Anruf, der am Mittwoch um 18.14 Uhr bei der Polizei eingeht, birgt Brisanz und klingt nach allem, bloß nicht nach Routine. Ein Mann informiert die Beamten über einen ungewöhnlichen Fund. Auf einem Verteilerkasten bei der Toilettenanlage auf dem Parkplatz Schlossberg der A 93 in Fahrtrichtung Regensburg habe er eine Handgranate gefunden.

Tatsächlich handelt es sich um eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg, stellen Beamte fest, als sie den Fund genauer anschauen. Inzwischen ist klar: Es war "eine russische 45 Millimeter Panzergranate", wie der Leiter der Schwandorfer Autobahnpolizei (APS) Ingo Witte auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien gestern mitteilte.

Ein Sprengkommando aus Nürnberg wird angefordert. Dieses untersucht das Fundstück. Da nach den Worten von Witte auch Röntgenaufnahmen nicht zweifelsfrei klären konnten, ob die Granate noch scharf ist beziehungsweise noch Reste von Sprengmittel im Bombenkörper liegen, entscheiden die Experten die Granate vor Ort zu sprengen. Dazu werden der Parkplatz und eine angrenzende Flurstraße gesperrt. Weitere Einsatzkräfte sorgen dafür, dass sich niemand mehr auf dem Rastplatz aufhält. Sie wecken Lastwagenfahrer auf, die sich in den Kojen ihrer Fahrzeuge bereits schlafen gelegt haben und bringen sie in einen sicheren Bereich. Erst dann wird die Kriegshinterlassenschaft auf einem angrenzenden Feld unschädlich gemacht. Um 23.19 Uhr ist der Einsatz beendet.

Unklar ist, wie lange die Granate bereits auf dem Verteilerkasten lag. Vor allem anderen, will die Polizei aber wissen, wer sie dort deponiert hat. Die APS Schwandorf bittet Zeugen sich unter der Telefonnummer 09431 / 430-180 zu melden.

Info:

Es ist die vielbeschworene Duplizität der Ereignisse. Wenige Stunden vor dem Pfreimder Fund werden auf einem Feld bei Pirkensee 22 Spreng- und neun Handgranaten entdeckt. Ein Bulldozer schiebt laut Polizei Humus weg, um das Gelände für eine Baufirma vorzubereiten. 60 Zentimeter unter der Erde liegen die verrosteten Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Sprengkommando birgt sie, sprengt die Handgranaten vor Ort und nimmt die anderen 22 Fundstücke zur kontrollierten Entsorgung mit. Das Gelände wird abgesperrt und von der Burglengenfelder Polizei beaufsichtigt. Weitere Waffen könnten dort noch liegen. (ihl)

Röntgenaufnahmen erbrachten keine eindeutigen Hinweise, ob noch Sprengstoff vorhanden ist.

Hauptkommissar Ingo Witte, Leiter der Autobahnpolizei

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