13.06.2018 - 16:05 Uhr
MoosbachOberpfalz

Die Gemeinde ist gespalten

Geht es nach dem Willen der Bürgerinitiative, wird es keine Windräder im Waldgebiet „Bromberg“ bei Moosbach geben.

Symbolbild: Uli Piehler
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Vor einem Monat gründete sich „Gegen Wind Bromberg/Moosbach“. Am Freitag, 15. Juni, ist das zweite Treffen. Und Sprecher Karl Frischholz aus Tröbes formuliert klare Ziele.

ONETZ: Was ist seit der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „Windkraft Moosbach-Bromberg“ passiert?

Karl Frischholz: Karl Frischholz: Wir haben einen Brief an die Fraktionen im Gemeinderat geschickt und um Gespräche gebeten. Diese haben auch teilweise schon stattgefunden. Es geht dabei um einen Meinungsaustausch. Wir haben auch schon mit dem Landrat gesprochen. Er sagt, die Entscheidung liegt momentan nicht bei ihm beziehungsweise beim Kreisrat.

ONETZ: Wer Entscheidet über die Windkraftanlagen?

Karl Frischholz: Es ist ja so, die Gemeinderäte können die 10-H-Regelung außer Kraft setzen. Und die Gemeinde kann einen Antrag stellen, das geplante Gebiet für die Windräder aus dem Landschaftsschutzgebiet zu nehmen. Das Bedarf auch der Zustimmung des Kreisrates und anderer Fachbehörden.

ONETZ: Wie lautet Ihre Position?

Karl Frischholz: Wir sind der Meinung, dass hier ein weiteres Landschaftsschutzgebiet für den Profit einiger Weniger geopfert werden soll. Die Industrie und die großen Städte verbrauchen die riesigen Energiemengen, die ihnen das flache Land möglichst billig zur Verfügung stellen soll. Warum werden die Windräder nicht um München, Nürnberg und Regensburg aufgebaut? Dort stehen auch noch hunderttausende Dächer für Photovoltaikanlagen zur Verfügung.

ONETZ: Wie haben Sie das kommende Treffen vorbereitet?

Karl Frischholz: Die Bürgerinitiative Gleiritsch unterstützt uns. Die haben schon Erfahrung und sind in ganz Bayern vernetzt. Sie haben uns auch die Redner vermittelt.

ONETZ: Was sagen die Leute auf der Straße?

Karl Frischholz: In unserer Umgebung, in der Region um Tröbes, wo wir die Windräder zu sehen bekommen, sind die Leute zu 90-95 Prozent dagegen. Wir haben dazu auch Unterschriften gesammelt. Was eventuell sein könnte: Dass in Moosbach die Bevölkerung das mehr oder weniger als gleichgültig empfindet, weil diese Windräder von dort aus nicht gesehen werden. Deswegen wollen wir die Versammlung halten, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. In der Gemeinde sind wir gespalten, kann man sagen.

Info:

Info-Veranstaltung am Freitag, 15. Juni

Die Bürgerinitiative „Windkraft Moosbach-Bromberg“ lädt zu einer Info-Veranstaltung anlässlich des von der Marktgemeinde Moosbach geplanten Windparks auf dem Bromberg bei Ragenwies, Tröbes und Gaisheim ein. Die Versammlung ist am Freitag, 15. Juni um 19.30 Uhr ins Gasthaus Forster „Goldener Löwe“ in Moosbach. Die Bürgerinitiative befürchtet durch die Windkraftanlagen eine Zerstörung des Landschaftsbildes und des noch unberührten Waldgebietes sowie nachhaltige Auswirkungen und Beeinträchtigungen der Gesundheit und der Lebensqualität. „Wenn einmal ein Windrad steht“, so befürchtet die Initiative, „könnte es schwer werden weitere zu verhindern“. Die Versammlung will die Bürger unabhängig informieren. Dazu wird der Facharzt für Allgemeinmedizin Michael Bräutigam über Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Gesundheit und Gebäude referieren. Dr. Siegfried Burger beantwortet die Frage, ob Windräder in der Region zur Energiewende beitragen: Senken sie den CO2-Ausstoß und wie wirtschaftlich sind sie? Steuerberater Martin Lang bespricht, ob Windräder in der Region wirtschaftlich sinnvoll sind, welche wirtschaftlichen und steuerlichen Auswirkungen auf die Beteiligten zukommen und wer letztlich am meisten von Windrädern profitiert. (gi)

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