22.02.2019 - 16:56 Uhr
NabburgOberpfalz

Damit die Pflege rund läuft

Solidarität der Gesunden mit den Pflegebedürftigen - darauf basiert der Krankenpflegeverein. Auch in Zeiten der gesetzlichen Pflegeversicherung wird er in der ambulanten Versorgung gebraucht. Seit 1945 ist er hier tätig.

Eine umfangreiche Präsentation von Hilfsmitteln für Kranke und Pflegedürftige rundete die Versammlung ab. Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer die Demonstration der verschiedenen Gerätschaften. Die erheblichen Unterstützungs-Funktionen eines elektrisch verstellbaren Krankenpflegebettes (Bild) zeigten, wie bedarfsgerecht damit ein Patient gepflegt werden kann.
von Sepp FerstlProfil

Als der Krankenpflegeverein gegründet wurde, sorgten die Mitgliedsbeiträge dafür, eine "Krankenschwester" für die ambulante Pflege in Nabburg zu finanzieren. Da war es wirklich ein Verein, ohne den ambulante Krankenpflege nicht möglich gewesen wäre. Heute ist das anders. Die Pflegeversicherung sorgt dafür, dass vieles möglich und eine Vielzahl von Anbietern tätig ist. "Ziel ist es, die Selbständigkeit der Klienten so lange wie möglich zu erhalten," so Vorsitzender Friedrich Namyslo in der Jahreshauptversammlung.

Die gesetzlichen Vorgaben sind in den letzten Jahren so geformt worden, dass es für bestimmte Tätigkeiten in der Pflege auch bestimmte Sätze gibt, die abgerechnet werden dürfen. "Letztlich die Minuten zählen, um eine Sozialstation auch wirtschaftlich gut zu führen," Dies sei laut ihrem Vorsitzenden Pfarrer Hannes Lorenz von der Caritas-Sozialstation grundsätzlich zu akzeptieren. Nur gibt es seither Situationen, die sich "rentieren" und solche, auf die man als Station "eigentlich draufzahlt" - weil es "nur" das tägliche Anziehen der Kompressionsstrümpfe ist, oder ab und an ein Verbandswechsel oder eine Medikamentengabe - und das in einem sehr zersiedelten Gebiet, wie es das des Altlandkreises Nabburg/Dekanat Nabburg darstellt.

Die neun Krankenpflegevereine der Caritas-Sozialstation versuchen laut Lorenz mit ihren Mitgliedsbeiträgen ebenso wie die Beiträge der Kirchenstiftungen genau diese Notwendigkeit zu garantieren. "Und daher hat die Caritas-Sozialstation (CSS) Nabburg auch noch niemanden abgelehnt, nur weil die Leistung so gering wäre oder die Entfernung und damit die Fahrzeit so groß," betonte Hannes Lorenz. Gleichzeitig sichern die Beiträge eine Personalplanung ab, die sowohl Spitzen als auch Durststrecken in den Patientenzahlen aushält. "Wir hatten in den vergangenen Jahren nie einen Aufnahmestopp und kaum ein Fachkräfteproblem."

Der allseits bekannte Pflegenotstand sei sicher auch in Nabburg zu spüren, doch durch das engagierte Team und die genannten Rahmenbedingungen könne immer wieder das benötigte qualifizierte Personal gefunden werden. "So ist die Mitgliedschaft im KPV heute zu allererst ein Zeichen der Solidarität der Gesunden mit den Pflegebedürftigen - genau das unterscheidet uns von einem reinen Förderverein." Es gebe zudem Beratungsleistungen und die Vorfinanzierung zwischen Antragstellung und Pflegebescheid, Bäder, Fußpflegen und je nach Pflegegrad Leistungen bis zu 100 Euro monatlich, die die Pflegebedürftigen kostenlos in Anspruch nehmen dürfen - wenn alle Möglichkeiten seitens der Kassen ausgereizt seien. Auf diese Weise kämen zwischen 50 und 60 Prozent der Mitgliedsbeiträge wieder direkt den Pflegebedürftigen zu Gute. Diese zusätzlichen Leistungen könnten nur über die CSS abgerufen werden, nicht wie manche Mitglieder ab und zu meinen auch von anderen Pflegediensten. Die Sozialstation suche bewusst die Zusammenarbeit mit den Pfarreien, geben den Wunsch nach Krankenkommunion oder Krankensalbung an die Pfarrämter weiter, laden ein zur jährlichen Patientenwallfahrt nach Altötting und zu Krankensalbungsgottesdiensten.

"Glücklich wären wir von der Station her," so der Vorsitzende, "wenn die Krankenpflegevereine auch die "Pflege" mit all ihren Themen und ständigen Neuerungen inhaltlich in ihren Pfarreien aufgreifen würden, im Sinn von Vorträgen oder Informationsveranstaltungen, so dass die Thematik nicht in der "Welt der Gesunden" untergehe. "Viele interessieren sich erst und nur dann, wenn sie schon akut betroffen sind."

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