24.11.2021 - 09:44 Uhr
NabburgOberpfalz

Tafel Nabburg erhält den kirchlichen Segen

Das Motto der 950 Tafeln in Deutschland „Lebensmittel retten, Menschen helfen“ wird jetzt auch in Nabburg Wirklichkeit. In der Bahnhofstraße 16 nimmt dieses lebendige Werk der Nächstenliebe seinen wertvollen Dienst auf.

Pfarrer Hannes Lorenz und Pfarrerin Barbara Hofmann erteilen den Mitarbeitern und Räumen der Tafel Nabburg den kirchlichen Segen. Im Bild von links: 2. Vorsitzende Ernestine Gietl, Stellvertretender Landrat Richard Tischler, Vorsitzender Albert Bruckner.
von Richard BraunProfil

Die Räume in der ehemaligen Caritas-Station sind auf Hochglanz geputzt und die Körbe in den Regalen sorgfältig geordnet. Allerdings sind sie bis auf wenige Milchtüten noch leer. Doch dies soll sich ab Donnerstag, 25. November, ändern. Dann öffnet die Tafel Nabburg ihre Türen. Für Menschen, um deren Haushaltseinkommen es nicht gerade üppig bestellt ist und die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben, eröffnet sich jetzt die Gelegenheit, wertvolle Lebensmittel für einen geringen Obolus zu erwerben. Damit schließt die Tafel Nabburg eine Lücke zwischen Weiden und Schwandorf sowie Amberg und Oberviechtach, wo bereits eine Tafel etabliert ist.

Doch bevor der Startschuss fallen kann, erteilten Pfarrer Hannes Lorenz und Pfarrerin Barbara Hofmann den Räumen und den Mitarbeitern den kirchlichen Segen. Corona-bedingt musste die Zahl der Gäste sehr klein gehalten werden. Sobald es jedoch die Situation erlaubt, wird bei einem Tag der offenen Tür die Tafel Nabburg der breiten Bevölkerung vorgestellt.

Albert Bruckner, der als Gründungsvorstand die Tafel leitet, blickte am Montagabend in seiner Rede auf die schwierige Anlaufphase zurück, die alle Vereinsmitglieder auf das Äußerste forderte. Doch auch hier bewahrheitete sich das Sprichwort: "Glück hat nur der Tüchtige." Dies begann bereits bei der Suche nach der geeigneten Räumlichkeit. Zur Auswahl standen leerstehend Räume der Baywa oder die vormalige Tankstelle Kerres. Doch in beiden Fällen hätten Vorleistungen erbracht werden müssen, die der junge Verein nicht stemmen konnte. Erst das Angebot von Maria Sauerer, die vormaligen Räumlichkeiten der Caritas zu nutzen, entfachte wieder das Licht der Begeisterung. Plötzlich stand genügend Platz zur Verfügung und es mussten keine baulichen Vorarbeiten erbracht werden.

Der zweite Glücksfall war der Umzug des Rewe-Marktes. Ein großer Teil der Ausstattung an Regalen und sonstigen Equipment wurde der Tafel kostenlos überlassen. Einen ängstlichen Blick richtete der Vorsitzende auf die Finanzen des Vereins. Und hier trat der dritte Glücksfall ein: Die Spendenbereitschaft der Firmen aus Nabburg und Umgebung , sowie auch das Spendenaufkommen der Nabburger Bevölkerung übertraf die kühnsten Erwartungen. Die Anschaffung eines Kühlwagens und der Unterhalt der Räume sind vorerst gesichert. "Ich kann nur ein von tiefen Herzen kommendes Dankeschön an alle Unterstützer sagen", richtete Albert Bruckner seinen Dank an alle Spender und Gönner.

Bereits kurz nach der Segnung durfte Bruckner eine Spende des katholischen Frauenbundes in Höhe 1000 Euro entgegennehmen. Für das große Engagement, dass die Mitglieder der Tafel Nabburg an den Tag gelegt haben, bedankte sich Bürgermeister Frank Zeitler und übergab ein Geschenk. Den Dankesworten schloss sich auch der Landesvorsitzende der Tafel Bayern, Peter Zilles, an. Er weiß um die vielen Anstrengungen, die notwendig sind, bis eine solche Einrichtung ihren Dienst aufnehmen kann. Als 169. Mitglied begrüßter er die Tafel Nabburg in den Reihen der Tafeln in Bayern. Als "Wunder von Nabburg" bezeichnete Pfarrer Hannes Lorenz die Entstehung der Tafel Nabburg, der er zusammen mit Pfarrerin Barbara Hofmann Glück und Gottes Segen wünschte.

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Nabburg
Der Katholische Frauenbund unterstützt die Tafel Nabburg mit 1000 Euro. Vorsitzende Christa Schlagenhaufer übergibt die Spende an den Vorstand Albert Bruckner.
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