10.04.2019 - 16:09 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Digital vom Leben zum Sterben

Martin Schmidmeier stellt bei Bürgermeister-Tagung eine "Friedhofs-App" vor

Martin Schmidmeier aus Laaber stellte die von ihm entwickelte Friedhofs-App "Heimatfriedhof online" vor.
von Georg Köppl Kontakt Profil

Fast alle Lebensbereiche sind bereits digitalisiert. Nur einer nicht: Das Sterben. "Weil das noch fehlt", ist der 20-jährige Student Martin Schmidmeier auf die Idee einer "Friedhofs-App" gekommen, die er bei der Bürgermeister-Dienstversammlung in Neunburg vorstellte.

"Heimatfriedhof online ist das wahrscheinlich einfachste Objekt in ihrer Gemeinde", warb Schmidmeier bei den Kommunen für seine Idee. Die Weitergabe von Informationen über einen Sterbefall ist seiner Meinung nach noch recht unbefriedigend. Neben der mündlichen Weitergabe und dem Kirchenaushang bleibe eine Todesanzeige, wobei die Informationen oft nicht alle Bürger erreichten. Abhilfe schaffe die Homepage "Heimatfriedhof online".

So funktioniert es: Der Bestatter trägt den Sterbefall mit allen Daten, vom Totenrosenkranz über die Aussegnung bis hin zur Bestattung ins System ein und die Nachricht erscheint automatisch am Smartphone. Dabei kann der Nutzer auch auswählen, aus welchen Gemeinden er die Infos haben möchte - von seinem Wohnort, der Nachbargemeinde oder seiner ehemaligen Heimat. Dazu gibt es auch eine Darstellung der Friedhöfe mit Lageplan, Friedhofssatzung, Öffnungszeiten und dergleichen mehr. Für die Nutzung der Webseite "Heimatfriedhof online" stellt sich Schmidmeier eine einmalige nach Einwohnerzahl gestaffelte Einrichtungsgebühr (zwischen 400 und 900 Euro) vor; für den laufenden Aufwand entstünden keine Kosten. Im Mai soll die "Friedhofs-App" mit acht Kommunen im Landkreis Neumarkt in die Erprobungsphase gehen. Rechtlich sieht der junge Mann keine Probleme. Das Ganze sei mit den Datenschutz-Beauftragten abgestimmt.

Unter dem Vorsitz von Landrat Thomas Ebeling beinhaltete die Tagung ein umfangreiches Themenfeld, vom Bildungsmanagement im Landkreis und dem Umgang mit Bodenaushub über eine Katzensatzung, das Mobilfunkförderprogramm und den Anstellungsschlüssel in Kindertagesstätten, bis hin zur Situation der Volkshochschulen und den Straßenausbaubeiträgen.

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