16.10.2020 - 09:06 Uhr
Nitzlbuch bei AuerbachOberpfalz

Insolvenz beim Schützenverein Unter Uns Nitzlbuch

Nach dem gescheiterten Verkauf des Vereinsheims an den Schützenmeister und dessen Rücktritt steht der Auerbacher Verein vor einer ungewissen Zukunft.

Die neuen elektronischen Schießstände im Schützenheim in Nitzlbuch gingen erst im August in den Probebetrieb.
von Autor SCKProfil

Mit einem Eklat endete am 27. September eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Schützenvereins Unter Uns Nitzlbuch: Eine Mehrheit schlug das Übernahmeangebot des Schützenmeisters Josef Geyer für das sanierungsbedürftige Vereinsheim aus. Jetzt läuft ein Insolvenzverfahren.

Mehrheit sagt Nein zu Verkauf des Schützenheims

Nitzlbuch bei Auerbach

Nach dem Nein zu seinem Konzept legte Schützenmeister Geyer das Amt nieder. Sein Vize Thomas Heberl und Jugendleiter Joachim Kugler schlossen sich ihm an. Diese Rücktritte sind als Absichtserklärung zu werten. Das Trio bleibt einstweilen im Amt und kümmert sich um die Angelegenheiten des Schützenvereins.

In den Tagen nach der Versammlung führte Geyer Gespräche über die Bankangelegenheiten. Dabei sei erneut festgestellt worden, dass die laufenden Verbindlichkeiten nicht mehr beglichen werden könnten. Der Gang zum Insolvenzrichter war die Folge. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bleibt der Schützenverein Unter Uns Nitzlbuch rechtsfähig, und seine Organe - Vorstand und Mitgliederversammlung - bestehen fort. Über den Ausgang des Verfahrens lässt sich derzeit keine Aussage treffen.

Josef Geyer legt Angebot auf den Tisch

Nitzlbuch bei Auerbach

Im Juli stand der Verkauf des Schützenheimes an die Familie Geyer auf der Tagesordnung der ordentlichen Mitgliederversammlung. 23 Mitglieder stimmten zu, sechs lehnten ab, drei enthielten sich. Nach diesem Votum erteilte Geyer den Auftrag zur Ausfertigung eines notariellen Kaufvertrags und ging mit der Übernahme der Kosten für die Zwischenfinanzierung der neuen elektronischen Schießstände in Vorleistung. Deren Probebetrieb lief Ende August an.

Darüber hinaus hatte Geyer im Juli die Übernahme der aktuellen Verbindlichkeiten des Vereins, die Installation einer neuen Heizung für etwa 15 000 Euro und die Einhausung des Kleinkaliber-Standes zugesagt. Als der Kaufvertrag dann am 27. September in einer weiteren Mitgliedersammlung zur Abstimmung stand, erhitzten sich die Gemüter an einzelnen Positionen in Geyers Konzept. Skeptiker hinterfragten Passagen zum Nutzungsrecht, zu Verpflichtungen oder dem Wert der Anlage. Mit dem Nein von 24 Gegnern, denen nur 15 Befürworter gegenüberstanden, sah Josef Geyer seine Vorschläge als hinfällig an und reagierte mit der Ankündigung, sein Amt niederzulegen.

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