12.06.2018 - 11:27 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Abschied von einem aufrichtigen Menschen

Geistlicher Rat Johannes Frischholz in der Heimatpfarrei Oberlind beigesetzt. Vor knapp 60 Jahren hatte er als Neupriester sein erstes Messopfer in der Vohenstraußer Stadtpfarrkirche gefeiert.

Fast 60 Jahre nachdem er hier sein erstes Messopfer feierte, wurde für Geistlichen Rat Johannes Frischholz in der Stadtpfarrkirche das Requiem zelebriert, bevor er auf dem Friedhof in Oberlind die letzte Ruhe fand.
von Elisabeth DobmayerProfil

In der Vohenstraußer Stadtpfarrkirche hieß es am Samstagvormittag Abschied von Geistlichem Rat Johannes Frischholz aus Regensburg, einem gebürtigen Oberlinder, zu nehmen, der im Alter von 85 Jahren in Regensburg verstarb (wir berichteten). Dazu waren 16 Priester mit Hauptzelebrant Prälat Johann Strunz um den Altar versammelt.

Aus seiner früheren Pfarrei Wörth an der Donau kamen wie aus seiner Heimatgemeinde Fahnenabordnungen und etliche Gläubige, um sich persönlich am Grab zu verabschieden. Immerhin prägte Pfarrer Frischholz dort eine ganze Generation während seiner Amtszeit. Eigentlich hätte der Verstorbene als Ehrenmitglied bei der Wörther Feuerwehr am Sonntag, 10. Juni, den Festgottesdienst zum 150. Geburtstag der Wehr mitfeiern sollen. Doch es kam überraschend anders.

Kurskollege Geistlicher Rat Egid Mühlbauer erinnerte sich noch genau an den 17. August 1943, als er Johannes Frischholz, gerade im Priesterseminar eingetroffen, erstmals begegnete und beide den ersten Bombenangriff in Regensburg miterlebten. Später besetzten die beiden Kurskollegen Nachbarpfarreien und arbeiteten seelsorgerlich eng zusammen. "Er war ein zäher Arbeiter im Weinberg des Herrn, alles andere als ein Weichei, darauf bedacht, die Eucharistie ehrfurchtsvoll zu feiern ohne Extravaganzen. Das Wort Gottes zu verkünden, sei es gelegen oder ungelegen und dennoch darum bemüht", beschrieb Mühlbauer seinen Mitbruder und Freund

"Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet", dieses Apostelwort stellte Prälat Hans Strunz über seine Predigtgedanken im Requiem vor dem Sarg auf den Altarstufen. Mit Zähigkeit und nie versagendem Willen zum Leben und nicht zuletzt mit starkem Vertrauen auf seinen Herrn habe Frischholz in den vergangenen 13 Jahren, seit eines Unfalls, alles ertragen und gemeistert. In der Stadtpfarrkirche von Vohenstrauß feierte der Verstorbene am 30. Juni 1958 sein erstes heiliges Messopfer und hierher wollte er auch am Ende seines irdischen Lebens in seine Heimatkirche zurückkehren. Im Jahr 2000 ging der Seelsorger in den Ruhestand und zog mit seiner Haushälterin Rosa Krotzer ins Kommorantenhaus nach St. Konrad in Regensburg. Sehr zur Freude von Pfarrer Strunz, denn er nahm ihm noch viele Dienste in der großen Pfarrei ab. Seit einem Unfall war er auf Krücken angewiesen. Einen starken Rückhalt fand der Pfarrer in seiner Haushälterin. Vor zwei Jahren starb sie nach einer Krankheit.

Im Namen des Regensburger Bischofs verabschiedete sich Domvikar Rainer Schinko am Sarg. Mit Johannes Frischholz verliert die Diözese einen Priester, der bis zu seinem Tod, fast 60 Jahre lang, mit Eifer und hohem persönlichen Einsatz sein Versprechen eingelöst hat, das er mit der Priesterweihe gegeben hat. Wer mit Johannes Frischholz gesprochen hat, wisse was gute Seelsorge ausmacht: "Zeit haben für die Begegnung mit Menschen und wenn die Zeit nicht da war, sie nehmen und sich dabei aufrichtig für die Menschen mit ihren Freuden und Sorgen, egal ob jung oder alt, christlich geprägt oder kirchlich fernstehend, zu interessieren". Diese Eigenschaften sind es die Pfarrer Frischholz als Kaplan, KAB-Seelsorger und Pfarrer auszeichneten und die den Menschen, mit denen er zu tun hatte, eindrücklich in Erinnerung bleiben werden, führte der Domvikar aus.

"Er war ein angenehmer und sympathischer Mensch, ein guter Pfarrer, ein Seelsorger aus Leidenschaft", so erinnerten sich ehemalige Pfarreimitglieder. Nach dem Requiem wurde Pfarrer Frischholz auf dem Heimatfriedhof in Oberlind beigesetzt. Die Kirchenchöre aus Vohenstrauß und Oberlind gestalteten die Trauerfeierlichkeiten musikalisch mit.

Info:

Zelebranten

Neben Hauptzelebrant Prälat Johann Strunz und Domvikar Rainer Schinko als Vertreter der Diözese waren um den Sarg versammelt: Dekan Alexander Hösl, Dompfarrer Hermann Hierold, BGR Egid Mühlbauer, Monsignore August Lindner, Monsignore Konrad Dobmeier, BGR Lorenz Schnitt, BGR Alois Scherm, Dekan Johannes Plank, Pfarrer Johann Baier, Pfarrer Markus Daschner, Pfarrer Thomas Eckert, Pfarrer Reinhold Wimmer und Kaplan Thomas Kraus. Die Assistenz lag in den Händen des gebürtigen Waldthurners Diakon Berthold Schwarzer. (dob)

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