07.12.2018 - 10:34 Uhr
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Backe, backe … Lebkuchenhaus [Video]

Pfefferkuchen gegen Honigkuchen, traditionelles Backhandwerk gegen Ratschläge aus dem Internet. Eigentlich wollten wir nur ein Lebkuchenhaus bauen, doch dann wurde das gemeinsame Backen zur Challenge.

Die fertigen Lebkuchenhäuser.
von Eva Hinterberger Kontakt Profil

Da stehen wir in der Küche. Im Vorfeld hatten wir uns erkundigt, welche Lebkuchen sich für den Bau eines Lebkuchenhauses eignen. Der Tipp von Wolfgang Neumann von Lebkuchen Rosner in Waldsassen: „Pfefferkuchen. Keine Elisen-Lebkuchen. Das wird nichts.“ Außerdem: „Die Lebkuchen dürfen nicht zu weich werden. Die Luftfeuchtigkeit weicht sie im Nachhinein immer noch ein bisschen auf. Dann stürzt das Haus ein.“ Der Tipp aus dem Internet – kurz und knapp: Honigkuchen. Wir entscheiden uns, Teams zu bilden, und beides auszuprobieren. Lena Schulze und Wolfgang Ruppert testen die Pfefferkuchen, Lucia Seebauer und Eva Hinterberger die Honigkuchen.

Runde 1 - Die Teigzubereitung: 0:1

Hier macht Team Honigkuchen das Rennen. Nach nicht einmal zehn Minuten ist der gelbliche Teig fertig. Der ist aber auch nicht schwer. Honig, Butter, Zucker und Salz verrühren, Mehl, Backpulver und Lebkuchengewürz dazu. Fertig. Ab in den Kühlschrank.

Team Pfefferkuchen hat es schwerer. Es verwendet ein Rezept aus dem Schulunterricht. Anstatt alle Zutaten zu verkneten, müssen Lena und Wolfgang erst Pottasche und Hirschhornsalz in Wasser auflösen. Das Gebräu riecht stark nach Ammoniak. Team Pfefferkuchen zweifelt am Rezept, während Team Honigkuchen vor sich hin grinst. Kaum mit den restlichen Zutaten vermengt, verschwindet der Geruch zum Glück. Der rohe Teig schmeckt. Ab in den Kühlschrank damit.

Es dauert, bis der Teig für die Pfefferkuchen fertig ist.

Runde 2 - Die Planung: 1:2

Mit Geodreieck, Bleistift und Lineal bewaffnet machen sich beide Teams ans Werk – und präsentieren am Ende quasi gleiche Pläne. Unentschieden in Runde 2.

Während der Teig im Kühlschrank ruht, zeichnen die Bäcker Schablonen.

Runde 3 - Die Wände: 2:2

Was jetzt kommt, hätte Team Honigkuchen direkt als schlechtes Omen nehmen sollen. Der zuvor wunderbare Teig bröselt und lässt sich kaum ausrollen. Wasser macht ihn geschmeidig – und klebrig. Nur mit Mühe schafft es das Team, die nötigen Wand- und Dachteile zu formen. Der Transport aufs Backblech endet in einer Katastrophe. Die Wände sind schief, ein Dachteil reißt.

Am anderen Ende des Tischs: Team Pfefferkuchen rollt seinen geschmeidigen, nicht zu festen Teig aus. Auf dem Backbleck liegen stabile wohlgeformte Bauteile.

Team Honigkuchen (hinten) hat Probleme mit dem Teig. Der Teig von Team Pfefferkuchen (vorne) ist schön geschmeidig.

Runde 4 - Der Geschmack: 2:3

Die Lebkuchen kommen aus dem Ofen. In der Küche duftet es wunderbar. Beide Teams sind sich einig. Die Honigkuchen schmecken besser.

Etwas unförmig, aber geschmacklich ausgzeichnet: die Honigkuchen.

Runde 5 - Der Hausbau: 3:3

Mit einem Guss aus Puderzucker und Eiklar machen sich beide Teams ans Werk. „Nicht zu viel Eiklar verwenden“, hatte eine Konditorin im Vorfeld geraten. Der Guss ist perfekt – die Wände von Team Honigkuchen sind es nicht. Sie lassen sich nur schwer zusammenkleben. Das Guss-Auftragen mit der Tülle bringt rein gar nichts. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ kommen die Finger zum Einsatz. Stehen wollen die Wände trotzdem nicht. Das Dach rutscht immer wieder ab.

Ganz anders bei Team Pfefferkuchen. Es reichen winzige Mengen an Zuckerguss, um die Lebkuchen miteinander zu verbinden. Das Haus steht bombenfest. Gut so, denn die Hände von Team Pfefferkuchen werden beim Honigkuchen gebraucht. Mit vereinten Kräften versuchen wir das Häuschen zu retten. „Ein Lebkuchenhaus ist etwas Schönes, aber auch wirklich nicht einfach zu machen“, gehen uns dabei die Worte der Konditorin durch den Kopf. Aber es klappt: Nach drei Einstürzen ist der Guss trocken genug und hält alles zusammen. Die Wände sind schief. Das Dach hängt nach unten. Aber das Haus steht.

Zuckerguss soll die Lebkuchen zusammenhalten.

Runde 6 - Die Deko: 4:3

Butterkekse als Dachziegel und Koala-Kekse als Bewohner: Auch mit ausgefallenen Deko-Ideen kann Team Honigkuchen nicht mehr viel retten. Die Deko ist bunt durcheinander gewürfelt. Beim Pfefferkuchenhaus hingegen: Akkurate Zuckerverzierungen, eine Tür aus Keksen und ein Stapel Waffel-Feuerholz im Vorgarten. Team Honigkuchen schaut neidvoll ans andere Tischende, weiß aber auch: Spätestens am nächsten Tag in der Redaktion wird auch vom Pfefferkuchenhaus nicht mehr übrig sein, als ein paar Krümel.

Die fertigen Lebkuchenhäuser.

Das Video zur Backaktion

Alle Bilder von der Backaktion

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