23.01.2020 - 17:35 Uhr
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"Besondere Gefahrenlage": US-Killer-Parasit bedroht unsere Hirsche

Ungebremst verbreitet sich derzeit ein tödlicher Parasit aus Nordamerika in den heimischen Wäldern. Besonders drei Gegenden in der Oberpfalz sind betroffen. Die Staatsregierung spricht von einer "besonderen Gefahrenlage".

In manchen Gegenden sind bis zu 80 Prozent des ausgewachsenen Rotwilds von dem Parasit befallen.
von Anna Dobler Kontakt Profil

Die Gefahr lauert vor allem in Feuchtwiesen und Feuchtgebieten – und die Oberpfalz ist besonders betroffen. Das geht jetzt aus einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Christoph Skutella an das Landwirtschaftsministerium hervor. Die stärkste Verbreitung des Parasiten mit der Bezeichnung "Riesenleberegel" wurde demnach in unmittelbarer Umgebung der Pegnitz festgestellt. Weitere betroffene Regionen sind Bereiche des Veldensteiner Forstes sowie der Truppenübungsplatz in Grafenwöhr.

Ausbreitung kann nicht verhindert werden

Experten betrachten die Ausbreitung des Parasiten mit großer Sorge, denn nicht selten führt er auch zum Tod der Tiere. Neben dem heimischen Rot- und Dammwild sind auch Rehe, Pferde, Schafe oder Ziegen gefährdet. Die Staatsregierung setzt mittlerweile auf ein Bündel an Maßnahmen, um die Verbreitung einzudämmen, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) mitteilt. Der Parasit wird dort als "besondere Gefahrenlage" eingestuft. Es sei demnach nicht zu erwarten, dass eine weitere Ausbreitung verhindert werden kann.

Erste Meldungen über den Parasiten

Pegnitz

Erstmals wurden die Probleme im Oktober bekannt, betroffen ist im Bundesgebiet bislang nur Bayern. Weitere Fälle sind unter anderem in Italien, Kroatien, Österreich und der Tschechischen Republik verzeichnet worden. Für Menschen ist der Parasit nicht gefährlich.

Besorgt um das Wohl der Tiere: MdL Christoph Skutella aus Weiden

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit führt zur Zeit mit dem Bayerischen Jagdverband eine umfangreiche Untersuchung zum Verbreitungsgebiet und der -geschwindigkeit durch. Der FDP-Abgeordnete Skutella sorgt sich auch um die heimische Landwirtschaft, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien erklärt: "Schäden drohen nämlich nicht nur beim Schalenwildbestand sondern auch bei unseren Nutz- und Haustieren."

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