09.07.2019 - 17:11 Uhr
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Birnengenuss fürs ganze Jahr

Sauber eingeweckte Birnen sind ein Genuss fürs ganze Jahr. Pünktlich zum Saisonbeginn ab Juli nimmt die OWZ das Einwecken unter die Lupe, inklusive Serviervorschlägen.

Ab Juli werden die Birnen reif. Zeit, sie einzuwecken.
von mvsProfil

Bald beginnt die Saison für Birnen. Wer sich mit den Früchten aus dem eigenen Garten das ganze Jahr versorgen möchte, lagert sie ein oder macht sich ans Einwecken, um sie zu konservieren. Beim Einwecken bleiben sogar die Nährstoffe der Früchte erhalten. Wie das genau geht? Die OWZ gibt Tipps.

1. Auswählen

Reife, aber nicht überreife Früchte ohne braune Stellen eignen sich fürs Einwecken. Empfehlenswert ist das Ernten und Verarbeiten in Etappen, denn nicht nur je nach Sorte, sondern auch nach Sonneneinfall werden manche Früchte früher reif als andere. Einweckgläser mit Twist-Off-Verschluss oder Gummiring sind gleichermaßen geeignet, nur penibel sauber müssen sie sein, damit nichts verdirbt.

2. Waschen

Größere Birnen müssen geschält werden, kleinere lassen sich auch mit Schale einwecken. Unabhängig von der Größe: waschen, halbieren oder vierteln und entkernen – anschließend direkt ins Wasser, mit einem Schuss Essig oder Zitrone, damit die Früchte ansehnlich bleiben.

3. Keime töten

Heißes Bad und kalte Dusche: Zwei Minuten lang werden die Früchte im Wasser gekocht, um die Keime abzutöten. Anschließend werden sie kalt abgebraust.

4. Mis en place

Die gründlich gereinigten Einweckgläser stehen schon bereit und sollten – damit sie nicht platzen – vor dem Befüllen noch kurz heiß ausgespült werden.

5. Füllen

Bis etwa zwei Zentimeter unterhalb des Randes werden die vorbereiteten Einweckgläser locker mit den süßen Fruchtstückchen gefüllt.

6. Zuckern

Die Faustregel des Einkochens und Einweckens von Obst lautet: eins zu zwei. Das heißt auf einen Teil Zucker kommen zirka zwei Teile Wasser. Allerdings sollte man bedenken: Manche Früchte bringen so viel eigene Süße mit, dass man nach Gusto auch etwas weniger Zucker verwenden kann. Nur nicht zu wenig, sonst ist die Haltbarkeit dahin. Alles aufkochen und bis etwa einen Zentimeter unterhalb des Glases über die Birnen gießen. Alles muss bedeckt sein.

7. Verfeinern

Eine Nelke oder Zimtstange im Glas wertet das fruchtige Aroma auf und sieht nett aus.

8. Finaler Handgriff

Vielleicht wurde beim Übergießen gekleckert? Bitte säubern und die Gläser sorgfältig verschließen. Ein Etikett mit Datum aufkleben oder mit einem wasserfesten Stift das Glas direkt beschriften. Das ermöglicht einen guten Überblick auch über die Saison hinaus. Denn theoretisch sind fach- und sachgerecht eingeweckte Birnen jahrelang haltbar. De facto wird ihnen ihre Köstlichkeit meist schnell zum Verhängnis.

9. Servieren

Sehr lecker schmecken die Birnen gefüllt mit Preiselbeeren. Dazu passen am besten zum Beispiel frisch geröstetes Bauernbrot und ein cremiger Camembert. Diesen schräg anschneiden und in Herzform anrichten. Ein absoluter Genuss.

Noch gänzlich ungeeignet zum Verzehr: Schwandorfer Birnen. Bis September tanken sie noch Sonne.
Schlichter Hochgenuss: Eingeweckte Birnen im Glas.
Serviervorschlag mit Genussgarantie: Birnen gefüllt mit Preiselbeeren, dazu frisch geröstetes Bauernbrot. Dazu, schräg angeschnitten fürs Anrichten in Herzform, ein cremiger Camembert. Schmeckt am besten...
Anregungen:

Vielfältiger Genuss

Im Supermarkt sind wenige, lang lagerfähige Birnensorten wie die Williams-Christ-Birne zu finden. Vielfältig wird es in den Obstbaumschulen der Oberpfalz, wo sich höchst wohl und kurios klingende Namensträger versammeln: Die Amanlis Butterbirne, der Große Katzenkopf, Minister Dr. Lucius oder die Eisenhütl Birne sind edle Ergebnisse jahrzehntelanger Zucht. Die Kenner mit den grünen Daumen empfehlen die beste Sorte für den eigenen Bedarf, und dazu die passenden Begleiter für optimale Befruchtung. Je nach Sorte beginnt die Ernte bereits im Juli und reicht bis in den Winter hinein. Allgemein gilt: Reif sind die Früchte, wenn sie sich mit einem leichten Dreh vom Baum lösen lassen. Schütteln, wie im Kinderlied, ist nur etwas für Birnen, die ohnehin sofort verzehrt werden.

Wer Birnen einweckt, hat das ganze Jahr etwas von ihnen. Gefüllt mit Preiselbeeren zu Wild? Zur Krönung eines Desserts, wie Pfannkuchen mit Eis oder, für ganz Eilige, Nudeln mit Zimt und Zucker? Als Aufwertung einer Brotzeit mit geröstetem Brot, dazu Schinken oder Käse? Oder ganz schlicht zum Mitnehmen für ein fruchtiges Picknick am See, gern in Gesellschaft eines Stückchens zart schmelzender Zartbitterschokolade und einer untergehenden Sonne.

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