24.03.2020 - 16:28 Uhr
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Was darf ich in Coronazeiten noch? Antworten auf Leserfragen [Teil 7]

Seit Samstag gilt die Ausgangsbeschränkung in Bayern – aber noch herrscht oft Unklarheit. Was ist denn jetzt eigentlich noch erlaubt? Die Polizei Oberpfalz und die bayerische Staatsregierung geben Antworten auf die Fragen unserer Leser.

Polizeikontrolle im englischen Garten in München.
von Julian Trager Kontakt Profil

Umzüge, Reparaturen, Ausflüge: Was darf ich jetzt noch machen? Unsere Leser haben uns dazu sehr viele Fragen geschickt. Wir haben bei der Oberpfälzer Polizei nachgefragt, und auch die bayerische Staatsregierung kann auf ihrer Homepage helfen.

Was gilt grundsätzlich?

Grundsätzlich gilt, dass man das Haus nicht ohne triftigen Grund verlassen darf. Nur wenn eine Aktivität dringend notwendig ist, ist sie erlaubt. Zudem gilt wirklich immer: Abstands- und Hygieneregeln einhalten!

Darf ich umziehen?

Ja, aber nur eingeschränkt. Der Abschluss eines Mietvertrages und eine Wohnungsübergabe sind nicht explizit verboten. Allerdings: Umzüge sollten, wenn möglich, verschoben werden. „Zulässig sind Umzüge nur dann, wenn der Auszug zwingend notwendig ist, um dem Nachmieter Platz zu machen. In allen anderen Fällen sind Umzüge zu unterlassen.“ Sollte der Umzug zwingend notwendig sein, dürfen nur Personen aus dem häuslichen Umfeld helfen. Keinesfalls sollten „Freunde und Familie“ beim Umzug mit anpacken, sofern sie nicht Angehörige des eigenen Hausstandes sind. Ein Umzugsunternehmen darf den Umzug durchführen, denn berufliche Tätigkeiten sind erlaubt.

Darf ich mit dem Auto wegfahren, um an einem schöneren Ort Sport zu treiben oder spazieren zu gehen?

Ja, aber nicht zu weit. Fahrten ins Grüne sind möglich, allerdings sollte sich der Ausflug auf die unmittelbare Umgebung beschränken. Der Mindestabstand zu anderen Personen ist zwingend einzuhalten. Ausflüge dürfen nur gemeinsam mit Personen der häuslichen Gemeinschaft stattfinden. Zudem sollte man bedenken, dass an beliebten Ausflugszielen dieser Abstand möglicherweise nicht eingehalten werden kann. Von Ausflügen an beliebte Orte wird daher dringend abgeraten.

Darf ich in mein zukünftiges Haus, um dort zu arbeiten?

Das kann man nicht pauschal sagen. Ganz grundsätzlich gilt, dass das eigene Haus nur aus triftigen Gründen verlassen werden darf. Nicht zwingend notwendige Arbeiten im neuen Haus sind demnach nicht zulässig, außer es geht um die Behebung eines Schadens oder Ähnliches. Man solle überlegen, ob die Fahrt zur Baustelle jetzt zwingend notwendig ist oder auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann. Wenn nicht, ist bei einem Treffen etwa mit der Bauleitung auf den Mindestabstand und die bekannten Hygienregeln zu achten. Das sollte unbedingt eingehalten werden. Aber, noch einmal: Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Darf ich zum Abfallcontainer, um Glas, Dosen abzugeben?

Ja. Aber auch hier sollte man sich fragen, ob die Entsorgung nicht zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Altglas oder Kunststoffabfälle in üblichen Mengen können dennoch zum Container gebracht werden. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung.

Darf ich Müll entsorgen?

Die Müllabfuhr als öffentliche Daseinsvorsorge ist weiter in Betrieb. Zu diesem Thema sind auch die Bekanntmachungen der Kommunen und Landkreise zu beachten. Bei einem Gang zum Wertstoffhof, Mülldeponien, Kompostieranlagen gilt es zu überlegen, ob der Gang notwendig ist. „Entrümpelungsaktionen“ können auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Zur Öffnung soll man sich auf der jeweiligen Homepage der Gemeinde/Behörde informieren. Manche Wertstoffhöfe in der Region haben bereits geschlossen.

Darf ich in meinen Schrebergarten?

Ja. Der Gang in den Schrebergarten fällt im weitesten Sinne unter „Bewegung an der frischen Luft“ und stellt somit einen triftigen Grund dar. Die Zeit, die man dort verbringt, sollte auf ein Minimum beschränkt werden. Kontakte zu anderen Personen sind unbedingt zu vermeiden.

Darf ich in meinen Wald, um dort mein Holz aufzuarbeiten?

Ja, übliche und erforderliche Waldarbeit ist erlaubt, allerdings ohne Kontakt zu anderen Personen. Auch hier wichtig: Ist die Arbeit wirklich notwendig?

Darf ich zur Wohnungsübergabe oder -abnahme?

Ja. Wenn sich der Termin nicht verschieben lässt, ist die Wohnungsübergabe zulässig. Der Mindestabstand ist unbedingt einzuhalten. Gegebenenfalls zusätzlich Handschuhe und Mundschutz tragen.

Darf ich zu meinem Zweitwohnsitz fahren?

Nein. Bloße Fahrten zum Zweiwohnsitz ohne triftigen Grund sollten nicht stattfinden. Wieder gilt, zu überlegen, ob diese Fahrt jetzt zwingend notwendig ist oder auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann, insbesondere, wenn hierfür öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden müssen.

Dürfen Handwerker ins Haus, um Schäden zu reparieren?

Ja, das ist erlaubt. Wenn zu Hause ein Notfall vorliegt, etwa ein Wasserschaden, Heizungsausfall, oder eine kaputte Toilette, dann darf ein Handwerker kommen. Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wo möglich, ist ein Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten.

Welche Geschäfte dürfen weiter öffnen?

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Kann ich meine Eltern besuchen?

Eher nicht. Da jeder angehalten ist, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, sollte auch von einem Besuch bei den Eltern abgesehen werden. Ausnahme: Wenn die Eltern Unterstützung benötigen, weil sie etwa auf Hilfe beim Einkauf angewiesen sind. Auf „Kaffeekränzchen“ ist zu verzichten. Um in Kontakt zu bleiben, soll man lieber das Telefon oder Skype benutzen.

Darf ich Freunde besuchen?

Nein, das ist nicht möglich. Man darf auch keine Freunde zu sich einladen oder sich gemeinsam zum Sport verabreden. Sich mit Freunden draußen zu treffen, ist ebenfalls nicht erlaubt – auch wenn man Abstand hält.

Strom, Arbeit, ÖPNV: Teil 1 der Leserfragen

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Polizei, Bäckereien, Hilfsangebote: Teil 2 der Leserfragen

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Kurzarbeit, Ärzte, Reisen: Teil 3 der Leserfragen

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Ausgangssperre in Mitterteich: Teil 4 der Leserfragen

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Ausgangsbeschränkung: Teil 5 der Leserfragen

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Sport, Schutzmasken, Fake-News: Teil 6 der Leserfragen

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Reinhard Huber

Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung
Sind es immer Jugendliche, die gegen die Beschränkungen verstoßen? Wenn man in Amberg auf dem Maria-Hilf-Berg an einem normalen Wochentag zu "normalen" Zeiten spazieren geht, trifft man oftmals tagsüber kaum jemand an. Zu Corona-Zeiten begegnet einem wahre Prozessionen an Fußgängern, Radfahrern, Joggern und Familien mit Kindern - zu verschiedenen Zeiten.
Am meisten wundert man sich, wenn aus Ein-Kind-Familien plötzlich Großfamilien mit 5-6 Kindern geworden sind, die z.B. dicht gedrängt um den "Schwammerling" herum hüpfen. Daneben der angebliche Vater, in sein Handy vertieft. Ehrlich: man kann schon Verständnis für gestresste Mütter/Väter von Kleinkindern haben, wenn der kleine Sprössling ständig beschäftigt werden will und gleichzeitig soll man sich auf das ungewohnte HomeOffice konzentrieren. Da ist es eine echte Hilfe, wenn die befreundeten Familien jeweils einmal pro Woche die gesammelte Rasselband nimmt. Die Sache hat nur einen Hacken: Dem Coronalvirus ist es egal, wem es infiziert. Den Mitbürgern aber ist es nicht egal und dem Söder auch nicht.
R. Huber, Amberg

26.03.2020