14.10.2019 - 12:12 Uhr
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Diese Regeln gelten für E-Scooter, Segway, Airwheel und Hoverboard

E-Scooter, Segway, Airwheel und Hoverboards versprechen Mobilität ohne besondere körperliche Anstrengung. Doch was ist erlaubt und welche Regeln gibt es? Wofür braucht der Nutzer eine Haftpflichtversicherung oder gar einen Führerschein?

Braucht man einen Führerschein für E-Scooter?
von Alexander Unger Kontakt Profil

Braucht man einen Führerschein für E-Scooter, Segway, Airwheel und Hoverboards? Und wenn ja, welchen? Ist eine Haftpflichtversicherung nötig? Welche Alkoholgrenze gelten für die Benutzer? Die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge ist die gesetzliche Grundlage. Sie gilt für Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange, mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h und einer Straßenzulassung/Betriebserlaubnis. Davon betroffen sind E-Scooter und Segways. Airwheels, Hoverboards oder E-Skateboards fallen nicht in den Geltungsbereich. Diese Fahrzeuge haben keine Lenk- oder Haltestange. Ob das Fahren mit diesen durch eine Ausnahmeverordnung geregelt wird, ist weiter offen.

E-Scooter

Auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen sind die E-Scooter erlaubt.

Hier darf der Elektro-Scooter fahren:

Auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen sind die E-Scooter erlaubt. Ein Ausweichen auf die Fahrbahn ist nur erlaubt, wenn diese fehlen. Gehweg, Fußgängerzone und das Fahren in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung ist tabu. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn ein Zusatzzeichen "E-Scooter frei" dies erlaubt. Das Schild "Radfahrer frei" gilt hier nicht.

Führerschein und Mindestalter:

Der Fahrer benötigt keine Mofa-Prüfbescheinigung oder Führerschein. Das Mindestalter für das Fahren mit E-Scootern liegt bei 14 Jahren.

Helm kein Muss:

Eine Helmpflicht besteht für Elektro-Tretroller nicht. Nicht nur die Experten vom ADAC empfehlen aber, einen Helm zu tragen.

Alkohol-Promillegrenze bei Elektro-Tretrollern:

Für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht somit eine Ordnungswidrigkeit. Ein Bußgeldbescheid ist die Folge. Laut ADAC sind in der Regel 500 Euro fällig sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Eine Straftat liegt ab 1,1 Promille oder bei bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen ab 0,3 Promille vor. Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit gelten 0,0 Promille.

Versicherung:

Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung sieht eine Versicherungspflicht für E-Scooter vor. Der gültige Versicherungsschutz muss über eine Versicherungsplakette nachgewiesen werden. Sie wird am Gerät aufgeklebt.

Segway

Auch die Polizei nutzt Segways vor allem in Innenstädten.

Hier dürfen Segways fahren:

Für Segways ist der Fahrradweg oder ein Schutzstreifen Pflicht. Gibt es keinen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Der Bürgersteigen ist tabu. In Fußgängerzonen, die nicht durch eine Beschilderung freigegeben sind, braucht man eine Sondergenehmigung. Dort gilt dann: Fußgänger haben Vorrang. Es gilt das Rechtsfahrgebot. Segway-Fahrer müssen grundsätzlich hintereinander fahren. Ausnahme: Fahrradstraßen.

Haftpflichtversicherung:

Der eingetragene Halter muss das Gefährt versichern. Der Nutzer muss prüfen, ob eine Versicherung besteht (gültiges Versicherungskennzeichen). Wenn das Segway - wie vorgeschrieben - mit Versicherungskennzeichen ausgestattet ist, kommt die Haftpflicht-Versicherung für Schäden Dritter auf.

Führerschein und Mindestalter:

Mofa-Prüfbescheinigung oder Führerschein sind nicht erforderlich. Das Mindestalter für das Fahren mit einem Segway: 14 Jahre.

Airwheels, Solowheels

Airwheels - auch Solowheels genannt - dürfen laut ADAC nur im „abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr“ bewegt werden

Hier dürfen Airwheels fahren:

Airwheels dürfen laut ADAC nur im „abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr“ bewegt werden: abgetrennte oder abgesperrte Innenhöfe oder die Terrasse. Laut Straßenverkehrszulassungsordnung und Fahrzeug-Zulassungsverordnung brauchen Fortbewegungsmittel, die „bauartbedingt“, also ohne eigene körperliche Anstrengung, schneller als 6 km/h fahren können, einen Sitz, einen Lenker, Bremsen, Beleuchtung und einen Spiegel. Airwheels haben das nicht, sind aber schneller als diese 6 km/h. Öffentliche Wege und Straßen sind folglich tabu. Bei Verstößen droht eine Geldbuße und ein Punkt in Flensburg.

Haftpflichtversicherung:

Eigentlich müssten die Airwheels wegen ihrer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h pflichtversichert sein. Diese Versicherung wird allerdings nicht angeboten, denn Airwheels dürfen nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden. Wer es trotzdem macht, begeht deshalb eine Straftat nach Pflichtversicherungsgesetz (§6). Schäden sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Der Fahrer muss zahlen.

Führerschein:

Für die Elektro-Einräder gibt es keine Ausnahme von der Führerscheinpflicht. Sie müssen die Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw-Fahrerlaubnis) besitzen. Eine Motoradfahrerlaubnis genügt nicht. Wer ohne der nötigen Fahrerlaubnis mit einem Airwheel auf der Straße fährt macht sich strafbar (§ 21 StVG - Fahren ohne Fahrerlaubnis).

Hoverboards und E-Skateboards

Hoverboards und E-Skateboards dürfen wie Airwheels nur auf abgetrennten oder abgesperrten Innenhöfen oder auf der Terrasse genutzt werden.

Hier dürfen Hoverboards und Elektro-Skateborads fahren:

Hoverboards und E-Skateboards dürfen wie Airwheels nur auf abgetrennten oder abgesperrten Innenhöfen oder auf der Terrasse genutzt werden. Auch hier gilt: Bei Verstößen droht eine Geldbuße und ein Punkt in Flensburg.

Haftpflichtversicherung:

Für Hoverboards und E-Skateboards gilt wie für Airwheels: Eine Versicherung wird nicht angeboten. Die Gefährte dürfen schließlich nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden – da braucht es auch keine Versicherung. Verursachte Schäden muss der Fahrer aus eigener Tasche bezahlen.

Führerschein:

In den aktuellen Führerschein-Fahrzeugklassen sind Hoverboards und E-Skateboards nicht erfasst. Welche konkrete Fahrerlaubnisklasse nötig wäre steht (noch) nicht fest. Die Boards könnten unter die Kraftrad-Klassen AM, A1, A2, A oder unter die Pkw-Klasse B fallen. Es gilt: Ohne entsprechende Führerscheinklasse liegt ein Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG) vor.

Ein 15-Jähriger war mit seinem Hoverboard in Schwandorf unterwegs. Damit hat er gleich mehrere Straftaten begangen.

Schwandorf

Tipps Vom ADAC

Elektrokleinstfahrzeuge - Fragen und Antworten (PDF)

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