30.09.2019 - 12:26 Uhr
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Einfach mal Ausbüxen: Große Abenteuer mit kleinem Aufwand

Mit dem Heißluftballon über die Wüste Gobi, den Gipfel des Mount Everest bezwingen, den Atem eines Löwens in der Wildnis Afrikas spüren. Doch Abenteuer liegen oft direkt vor unserer Tür - wie der Trend Mikroabenteuer zeigt.

Spontan Lust, ein Abenteuer zu erleben? Dann rein in die Wanderschuhe und raus in die Natur.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Der Name lässt schon grob erahnen, worum es geht: Mikroabenteuer sind Fluchten aus dem Alltag, kleine Auszeiten für Kopf und Seele – und das ohne viel Aufwand. Anhänger dieses Trend zelebrieren diese Abenteuer, die jeder im Alltag und seiner direkten Umgebung erleben kann. Das Wichtigste dabei ist: Spontan sein, kreative Ideen zulassen und vor allem, Bedenken und Gedanken ausschalten und einfach das zu tun, worauf man wirklich Lust hat. Mikroabenteuer haben nicht nur den Vorteil, dem Alltagstrott für ein paar Stunden zu entkommen. Sie helfen auch, die Heimat und die umliegende Natur besser kennenzulernen, versteckte Schönheiten zu entdecken – und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Eine Nacht unter dem Sternenhimmel? Und das ohne Zelt? Warum nicht!

Nerv der Generation

Das Ausbüxen, wie der Trend inzwischen von vielen Deutschen genannt wird, bieten unzählige Möglichkeiten – solange Abenteuerlustige die richtige innere Einstellung haben und für ihre Umgebung offen sind. Denn nur, wer das Besondere wahrnimmt, sich an neuen Blickwinkeln erfreuen kann, wird die Auszeit vom Alltag in vollen Zügen genießen können. Erstmals brachte Christo Foerster in seinem Buch „Mikroabenteuer: Raus und machen“ den Gedanken des spontanen Ausbruchs auf, der den Nerv der Generation trifft.

Anders als bei Reisen in ferne Länder braucht man nicht lange planen, welche Klamotten im Koffer landen, welche Schuhe am besten zu welchen Outfit passen. Spontanität ist gefragt. Ein Picknick um Mitternacht, eine Wanderung entlang des malerisch bewachsenen Flussufers, das Erklimmen des höchsten Berges in der Umgebung: Eingepackt wird nur, was für den Trip wirklich benötigt wird. Auch hier gilt: So frei und flexibel wie möglich. Ein paar Euro und das Handy für Notfälle können nicht schaden, sollten aber in der Tasche bleiben, wenn sie nicht wirklich gebraucht werden. Für eine Nacht unter dem Sternenhimmel reicht Isomatte und Schlafsack.

Heimat neu entdecken

Ideen für aufregende Mikroabenteuer gibt es unzählige. Doch eine Frage sollte im Mittelpunkt stehen: Was macht mir wirklich Spaß? Sind es Tiere, dann ab ins nächste Tierheim zu einem spontanen Gassi-Spaziergang mit einem tapsigen Vierbeiner. Oder wie wäre es, die Heimatstadt neu zu entdecken? Dann bietet sich eine Stadtführung an, bei der man nicht nur einige Stunden an der frischen Luft ist und neues über die Geschichte seiner Heimat erfährt, sondern im besten Fall gleich noch nette Bekanntschaften macht. Und wenn um drei Uhr nachts die Lust nach Bewegung groß ist, dann ab aufs Fahrrad – und treiben lassen. Der große Plan ist oft überbewertet. Manchmal kann es so schön, loszufahren und nicht zu wissen, wo die Reise hinführt. Mikroabenteuer sind eine hervorragende Möglichkeit, sein ganz persönliches Glück zu finden und Kraft für den Alltag zu schöpfen – und das direkt vor der eigenen Haustür. Also: Augen offenhalten, die Umwelt genießen, und vielleicht das eine oder andere Mal einfach einen kleinen Umweg nehmen. Wer weiß, was man dabei alles entdecken kann.

Info:

Regeln für reibungslose Mikroabenteuer

- Mikroabenteurer benutzen ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel. Auto oder gar Flugzeuge sind nicht erlaubt.

- Im Freien wird nur ohne Zelt übernachtet, um die Natur so intensiv wie möglich zu erleben.

- Ein Mikroabenteuer dauert maximal 72 Stunden.

- Mikroabenteurer achten die Natur, ihre Bewohner und ihre Umgebung. Alles wird so zurückgelassen, wie es vorgefunden wurde. Natürlich sind essbare Pflanzen, Beeren oder auch ein kleines Feuer kein Tabu.

Info:

Mit kleinen Schritten zum Mikroabenteurer

Ihr habt Lust auf Mikroabenteuer, wisst aber nicht, was ihr machen könnt? Wenn ihr diese Liste abgearbeitet habt, könnt ihr euch zurecht „Mikroabenteurer“ nennen:

1. Steh früh morgens auf und beobachte den Mond, während er untergeht.

2. Wirf einen Blick in den Veranstaltungskalender deiner Stadt – und besuche kurzfristig ein Event in deiner Umgebung.

3. Pack deinen Picknickkorb mit Leckereien – und picknicke unter dem Sternenhimmel

4. Wanderstiefen an und raus in die Natur: Erklimme den höchsten Berg in deiner Umgebung.

5. Bewegung tut nicht nur gut, sondern kann ein echtes Abenteuer sein: Setz sich auf dein Rad und fahr los – ohne bestimmtes Ziel.

6. Überleben in der Wildnis: Lerne, auf verschiedene Arten Feuer in der Natur zu machen.

7. Ruhe, frische Luft – wandere durch die Nacht.

8. Baden nur im Sommer: Das muss nicht sein. Bade außerhalb der Badesaison in einem nahegelegenen See.

9. Trau dich in die Natur: Pack deinen Rucksack und übernachte im Wald, an einem Fluss, See oder auf einer Wiese – ohne Zelt.

10. Wage das Abenteuer Bushcraft: Finde Interessantes über essbare Pflanzen in der Natur heraus – und zaubere daraus etwas Leckeres.

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