28.02.2020 - 16:49 Uhr
OberpfalzOberpfalz

Erinnerungen an Pumuckl

Pumuckl, der Kobold mit dem roten Haar, ist eine ikonische Figur aus der Kindheit für viele heutzutage Erwachsenen. Wir haben uns umgehört, was Kollegen mit dem kleinen Kerl verbinden.

Pumuckl, Kobold
von Thomas Webel Kontakt Profil

Thomas Webel, Jahrgang 1978

Beim googlen stoße ich auf das Video der Folge: „Pumuckl macht Ferien“. Die Bilder sind mir völlig neu. Den Text kann ich mitsprechen: „Seids Ihr die Geschwendner Bubn? Ich bin der Eder.“ – „Des is a, da Ederer.“ Anscheinend hatte ich diese Folge, wie viele andere, als Hörspielkassette und ungezählte Male zum Einschlafen gehört.

Thomas Webel, Jahrgang 1978

Ich bin fasziniert: Wie harmlos Pumuckl aus heutiger Sichtweise ist! „South Park“ und „Rick und Morty“ haben im Cartoon-Bereich Standards gesetzt. Sie gehen provokativ und bis weit jenseits der Schmerzgrenze. Und Pumuckl? Der „befreit“ ein Ferkel aus dem Stall, um mit ihm zu spielen. Subversiver wird es nicht.

Und das München aus Pumuckl… Ein München, in dem grantige Männer in kleinen Hinterhöfen ihrem Handwerk nachgingen. Heute stehen in diesen Hinterhöfen Bürogebäude und Luxus-Lofts. Die Mieten sind astronomisch. Kein Wunder, dass sich da auch kein Klabauter nicht mehr blicken lässt.

Wolfgang Würth, Jahrgang 1978

Natürlich ist "Pumuckl" Teil meiner Kindheit, für ein Kind des Jahrgangs 1978 geht's gar nicht anderes. Allerdings: Serienheld war für mich nie der vorlaut-freche Kobold. Angetan hatte es mir von Anfang an der Meister Eder. Meine beiden Großväter habe ich kaum mehr bewusst kennengelernt, Meister Eder bot sich wunderbar als Ersatz-Opa an. Gütig und gemütlich, witzig und ein bisschen schlitzohrig, das hat mich begeistert.

Wolfgang Würth, Jahrgang 1978

Manchmal konnte Eder auch sauer werden, aber dann hatte sich der der kleine Rothaarige den Ärger auch verdient. Wenn es Streit gab, war ich nie auf Pumuckls Seite. Die Zuneigung hörte übrigens nicht auf, nur weil Serie oder Kindheit irgendwann vorbei waren. Der Eder-Schauspieler Gustl Bayrhammer blieb für immer ein Favorit. Und wenn ich heute beim Zappen auf einen alten Tatort mit Hauptkommissar Melchior Veigl stoße, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich dabei hängen bleibe.

Anne Wiesnet, Jahrgang 1991

Der freche, kleine Kobold mit dem unverwechselbaren Namen "Pumuckl" ist bei meinem Bruder und mir - Jahre nach unserer Kindheit - noch immer aktuell. Schon damals als Kinder haben wir die Serien und Kassetten geliebt, konnten viele Folgen auswendig. Im Keller habe ich als Mädchen sogar mal nach Leim gesucht und geschaut, ob nicht vielleicht ein kleiner Kobold daran kleben geblieben ist.

Anne Wiesnet, Jahrgang 1991

Heute hören wir uns "Pumuckl und die Schule" zwar nicht mehr auf Tonband an, dafür haben wir aber einen eigenen, leibhaftigen "Pumuckl" daheim. Und der geht sogar auch in die Schule. Unsere Mama, die Lehrerin ist, hat leuchtend rote Haare - eben wie der kleine, freche Kobold. Regelmäßig ziehen mein Bruder und ich unseren kleinen "Pumuckl" damit auf. Da fällt schon mal ein Satz wie "Huuui, in die Schuuui", wenn sie zur Schule fährt. Ein Besuch der "Pumuckl"-Aufführung auf der Luisenburg war für uns deshalb natürlich Pflichtprogramm. Mama nimmt die Witze ihrer frechen "Kobold-Kinder" aber mit Humor - und ist dabei stets ganz Ohr. Denn "Was sich reimt, ist gut" war schon immer "Pumuckls" schönster Spruch.

Peter Müller, Jahrgang 1980

Als Kind der 80er war und bin ich natürlich Pumuckl-Fan. Die Sendung mit dem kleinen, rothaarigen Klabauter-Nachfahre war besonders in den Wintermonaten Pflichtprogramm. Nachmittags zum Schwimmkurs im Hallenbad im Nachbarort. Dann schon im dunkeln heim und ab vor den Fernseher. Wenn dann die Titelmusik anfing und ich es gerade noch so geschafft hatte, war der Tag gleich noch ein Stückchen schöner. Dieses "Hurra, hurra, der Kobold mit dem roten Haar" schafft es auch heute noch manchmal dieses Gefühl von damals auszulösen: Dieses bisschen Heimeligkeit und Kindheit im Herzen, das man als Erwachsener oft so sehr vermisst.

Peter Müller, Jahrgang 1980

Dabei waren es nicht unbedingt die Streiche, die mich fasziniert haben. Es war auch bei mir der Meister Eder, der mich beeinflusst hat: seine Leidenschaft für die handwerkliche Arbeit mit dem Holz hat sich auch ein Stück weit auf mich übertragen. Ganz zum Leidwesen meiner Eltern. Aber wenn dieser liebenswerte Schreiner mit ein paar gezielten Schüben eines Handhobels eine Schublade wieder zum leisen Gleiten gebracht oder ein kleines Schränkchen fertig gestellt hat, hat es mich doch immer wieder begeistert. Manchmal konnte ich dann nicht anders als mich in die kleine Werkstatt im Keller zu schleichen und selbst zu versuchen etwas aus Holz zu basteln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.