01.04.2020 - 09:47 Uhr
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Fake-Nachricht: Schuljahr nicht vorzeitig beendet

"Schuljahr in Bayern vorzeitig" beendet lautet der Titel eines angeblichen Onetz-Artikels, der derzeit in Whatsapp-Gruppen kursiert. Das stimmt nicht. Die Nachricht ist ein Fake.

Auf Whatsapp kursiert das Bild einer angeblichen Onetz-Meldung. Das Bild ist ein Fake.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

In diversen Whatsapp-Gruppen kursiert derzeit der Screenshot eines angeblichen Artikels aus dem Onetz vom 1. April um 6.48 Uhr. Darauf zu lesen ist: "Coronavirus: Schuljahr in Bayern vorzeitig beendet". Das stimmt nicht. Das Bild ist manipuliert. Im Onetz gibt es keinen dazugehörigen Artikel. Bei der Nachricht handelt es sich um Fake-News.

Laut dem Text auf dem Bild soll Bayerns Kultusminister Michael Piazolo gesagt haben, das Schuljahr 2019/2020 sei beendet, da wegen der steigenden Zahlen der bestätigten Coronainfektionen mit einer Wiederaufnahme des regulären Unterrichts vor Beginn der Sommerferien nicht mehr zu rechnen sei. Auch diese Aussage ist erfunden.

Wie trennt man Falschnachrichten von geprüften Informationen?

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Auch Fake von Spiegel-Artikel im Umlauf

"Bayern beschließt Kürzung der Sommerferien" - eine WhatsApp-Nachricht mit einem manipulierten Screenshot der Webseite des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat am 1. April Wirbel ausgelöst. Drei Wochen länger Schule, um den wegen der Corona-Pandemie ausgefallenen Unterricht nachzuholen - das wäre eine Horrornachricht für alle Schüler gewesen. Der Fake verbreitete sich wie ein Lauffeuer. "Der Spiegel" stellte auf Twitter schließlich klar, dass das Bild eine verfälschte Kopie seiner Webseite zeige: "Die Geschichte stand nie auf unserer Seite", hieß es weiter. Schuld daran ist ein Vater aus dem Raum München, der allerdings keine böse Absichten gehabt hatte.

"Upps, sorry... das war eigentlich nur ein Aprilscherz", schrieb der Twitter-User @rohmeo_de im Kommentar zum "Spiegel"-Tweet. "Das war eine spontane Idee in der Früh", erklärte er später der Deutschen Presse-Agentur in München. Er habe seine drei Kinder reinlegen wollen und einen Screenshot der Internetseite bearbeitet. Der Erfolg war mäßig, der Vater enttäuscht. Seine Tochter habe zwei Sekunden lang ungläubig geschaut. "Dann hat sie gesagt: April, April".

Für den Vater war die Sache gelaufen, doch sein Sohn machte ein Foto von der angeblichen News-Seite, teilte es bei WhatsApp im Klassenchat und sorgte für großes Aufsehen. "Den Gag für meine Kinder bereue ich nicht, aber die Auswirkungen", sagte der Vater, der im Onlinemarketing arbeitet. Er sei erstaunt, wie unfassbar schnell sich das verbreitet habe. "Das ging durch Bayern innerhalb von zwei Stunden, ich habe da wohl einen Nerv getroffen."

Einen Nerv traf das Foto auch bei Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), der offensichtlich von einer geplanten Aktion ausging: "Derartige missglückte Aprilscherze mitten in der Corona-Krise sorgen nur für Unruhe und Verunsicherung", schimpfte Piazolo empört. (dpa)

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