22.01.2020 - 16:15 Uhr
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Fehlalarme belasten die Feuerwehr massiv

Bei mittlerweile rund 10 Prozent aller Alarmierungen der Feuerwehr handelt es sich um Fehlalarme – Tendenz steigend. Das ist nicht nur teuer sondern auch vermeidbar, wie Experten wissen. Positives vermeldet hingegen die Polizei.

Im Jahr 2018 wurden in der Oberpfalz insgesamt 2179 Fehlalarme bei den Freiwilligen Feuerwehren und bei der Berufsfeuerwehr ausgelöst. Insgesamt gab es 21.516 Alarmierungen.
von Anna Dobler Kontakt Profil

Insgesamt 21.516 Mal sind die Mitglieder der Freiwilligen und der Berufsfeuerwehren in der Oberpfalz im Jahr 2018 alarmiert worden. Ganze 2179 Mal davon entpuppte sich die Situation als falscher Alarm, was rund 10 Prozent aller Fälle entspricht. Experten beobachten hier eine steigende Tendenz, die sich auch in der für März erwarteten Einsatzstatistik für das Jahr 2019 niederschlagen dürfte. Solche Fehlalarme belasten nicht nur die Feuerwehr sondern auch die öffentliche Hand – und könnten eigentlich leicht eingedämmt werden, wie Markus Roth, Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz, betont: "Generell ist festzustellen, dass der Großteil der Fehlalarme durch technischen Fehler bei Brandmeldeanlagen ausgelöst wurde."Das passiert etwa, wenn Brandmeldeanlagen von deren Betreibern nicht regelmäßig gewartet werden.

Falscher Alarm kostet Zeit und Geld

Besonders für ehrenamtliche Feuerwehrleute ist das eine ärgerliche Situation. "Sie verlassen bei Einsätzen etwa ihren Arbeitsplatz, Familienfeiern, eine gemütliche Runde mit Freunden, unterbrechen ihren Einkauf oder einen Sportwettkampf, um in verschiedensten Notlagen zu helfen", so Roth weiter.

Ehrenamtlich sind besonders belastet

"Gerade für unsere Ehrenamtlichen, die eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft sind, ist das eine höchst unerfreuliche Entwicklung", zeigt sich auch der FW-Landtagsabgeordnete Joachim Hanisch gegenüber Oberpfalz-Medien besorgt. Er appelliert in erster Linie an die Vernunft der Menschen, die Wartungen regelmäßig durchführen zu lassen, um auch einer möglichen gesetzlichen Pflicht zuvorzukommen.

Der Brucker Joachim Hanisch von den Freien Wählern setzt sich im Landtag für Ehrenamtliche ein.

Leichte Entspannung bei der Polizei

Bei der Polizei hingegen wurde im vergangenen Jahr eine rückläufige Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr beobachtet. Während bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz 2018 insgesamt 2450 Fehlalarme registriert wurden, waren es 2019 "nur" noch 2306 Fälle. Die Gründe für einen falschen Alarm sind dabei ähnlich wie bei der Feuerwehr, wie Polizeisprecherin Franziska Meinl gegenüber Oberpfalz-Medien erklärt: "Zu Fehlalarmen kommt es beispielsweise, wenn ein Einbruchsalarm gemeldet wird, bei dem sich vor Ort herausstellt, dass es sich um einen technischen Defekt der Alarmanlage handelt und keinerlei Hinweise für einen tatsächlichen Einbruch vorliegen."

Ermittlungen nach Fehlalarm

Seltener aber nicht weniger ärgerlich sind hingegen gezielte Falsch-Alarmierungen der Polizei, wie es etwa kürzlich in Amberg der Fall war. Ein unbekannter Anrufer hatte die Sicherheitskräfte über angebliche bewaffnete Männer am Marktplatz informiert. Ein anschließender Großeinsatz blieb aber ohne Ergebnis, weswegen die Polizei mittlerweile davon ausgeht, dass der Fehlalarm mutwillig herbeigeführt wurde.

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