29.04.2020 - 11:32 Uhr
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Gärtnern im Hochbeet

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Zwiebeln mögen Erdbeeren als Nachbarn, Kartoffeln vertragen sich nicht nur auf dem Teller gut mit Spinat: Auf die richtige Mischung kommt es im Hochbeet an. Ebenso wichtig sind die Fruchtfolge und der Nährstoffbedarf.

Die Kapuzinerkresse trägt zur Vielfalt im Hochbeet bei.
von Helga KammProfil

Das Hochbeet stammt eigentlich aus China. In dem bevölkerungsreichsten Land haben Menschen schon vor Jahrtausenden gelernt, kompostierbares Material zu sammeln und in Hügelbeeten zu nutzen. Von diesem Wissen profitiert heute der Hochbeet-Gärtner.

Ob Gemüse-, Kräuter- oder Blumenhochbeet, das Gärtnern im Kasten wird immer beliebter. Die hohe Arbeitsfläche schont den Rücken des Gärtners, die Nährstoffdichte und das günstige Kleinklima sind günstig für das Pflanzenwachstum und bringen eine höhere Ernte.

Gleichzeitig können Gartenabfälle darin wieder verwendet werden, denn ein Hochbeet ist ein kleines Nährstoff-Kraftwerk. Es verfügt über eine um rund fünf Grad höhere Temperatur als ein normales Flachbeet. Allerdings: Ein Hochbeet richtig zu bepflanzen will gelernt sein. Es gilt, stark-, mittel- und schwach zehrende Pflanzen zu kennen und richtig einzusetzen, sowie die Regeln der Mischkultur zu beachten.

Was wird wann gepflanzt?

Ist das Hochbeet frisch gefüllt, muss es im ersten Jahr nicht gedüngt werden. Die Nährstoffe reichen aus für stark zehrende Pflanzen wie verschiedene Kohlarten, Tomaten, Gurken und Paprika. Diese Gemüse werden unter Glas vorgezogen oder als Jungpflanzen gekauft und im April oder Mai ins Hochbeet gepflanzt. Sind die Nächte noch kalt, ist es aber wichtig, das Hochbeet warm zu halten. Man kann es abdecken mit Folien oder zum Beispiel mit selbst gemachten "Fenstern", Rahmen aus leichtem Holz, bespannt mit dicken Kunststofffolien. Für das zweite Jahr im Hochbeet sind Mittelzehrer die gute Wahl, unter anderem Zwiebel, Salat und Fenchel. Im dritten Hochbeet-Jahr lassen die Düngekräfte nach, jetzt sind die anspruchsloseren Gemüse an der Reihe wie Bohnen, Erbsen und Feldsalat. Natürlich tragen organische oder mineralische Düngergaben dazu bei, dass jenseits dieser Regeln in Folgejahren auch anspruchsvollere Gemüsearten gedeihen werden. Auf den Anbau von Kürbissen, Zucchini oder Rhabarber, die viel Platz brauchen, sollte man im Hochbeet eher verzichten.

Die ersten Gemüse, die im Hochbeet reifen, sind meist Radieschen, die einzeln oder in einem Saatband gesät werden. Sie können in immer wieder neuen Staffeln von März bis August angebaut werden. Kopfsalat, Pflücksalat, Lollo Rosso und andere Jungpflanzen aus dem reichen Salat-Angebot folgen.

Weitere Gemüse, die sich im Hochbeet wohlfühlen sind zum Beispiel Schalotten, Mangold, Buschbohnen, Rote Bete und Karotten. Auch Kräuter wie Schnittlauch, Salbei, Thymian oder Rosmarin eignen sich gut. Im Grunde gibt es im Hochbeet wenig Unterschiede zum "normalen" Garten, nur geht der Anbau früher los, es kann länger kultiviert werden, es gibt höhere Erträge und es lässt sich vor allem bequemer und Rücken schonender arbeiten.

Was gibt es zu berücksichtigen im bunt bepflanzten Hochbeet?

Da ist einmal der unterschiedliche Nährstoffbedarf. Kräuter brauchen zum Beispiel wenig Nährstoffe, sonst verlieren sie Geschmack und Duft. Manche Nachbarn im Hochbeet sind sich nicht "grün", vertragen sich nicht oder stoßen einander sogar ab. Wichtig ist deshalb die richtige Mischung. Dafür ein paar Beispiele:

Tomaten richtig ansäen

Hahnbach

Zwiebeln vertragen sich gut mit Möhren, Erdbeeren, Gurken und Roter Bete.

Kartoffeln mögen Kohlrabi und Spinat.

Buschbohnen haben gern Bohnenkraut, Salat und Radieschen in ihrer Nähe.

Sellerie liebt die Nachbarschaft aller Kohlarten sowie Lauch und Tomaten.

Bei der Mischung kommt es aber nicht nur auf die Verträglichkeit an, es müssen auch Bodendurchlässigkeit, Sonnenbedarf und Wuchshöhe der Pflanzen berücksichtigt werden. Kräuter benötigen zum Beispiel einen mageren Boden und viel Sonne, die Starkzehrer-Gemüsesorten zumindest ab dem zweiten Anbaujahr reichlich Dünger.

Hohe Pflanzen fühlen sich wohl im nördlichen Bereich des Beetes, niedrige eher im südlichen. Dann gilt es noch die richtige Fruchtfolge zu beachten: Auf eine bestimmte Gemüse- oder Kräuter-Sorte des Vorjahres sollte im Folgejahr eine andere folgen, die sich gut mit ihr verträgt. Kunstgerecht ein Hochbeet zu bepflanzen erfordert also Voraussicht, das Wissen über Pflanzen und sorgfältige Planung. Aber keine Angst: Auch hier kann aus ersten Fehlern gelernt werden. Wenn erst einmal Pflanzen und Kräuter gedeihen wird alle Mühe zur Freude und durch reiche Ernte belohnt.

Gärtner-Latein:

Stark- und Schwachzehrer

Pflanzen, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, wie Tomaten, bezeichnet man als Starkzehrer. Schwachzehrer wie Bohnen sind eher genügsam. Mittelzehrer wie Salate liegen dazwischen.

Für die Kulturfolge im Hochbeet heißt das: Nach Starkzehrern werden Mittel- und dann Schwachzehrer angebaut. (hka)

Kräuter und Gemüse gedeihen im Hochbeet neben- und miteinander.
„Fenster“ schützen die Pflanzen im Hochbeet vor kalten Nächten.
Kohl und Salate können bis in den Herbst hinein geerntet werden.
Mit Kompost und guter Pflanzerde wird das Hochbeet am Beginn des Gartenjahres vorbereitet.
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