11.08.2021 - 12:10 Uhr
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Innere Ausgeglichenheit: So kommst du zur Ruhe und schöpfst neue Kraft

Nach Ruhe und Entspannung sehnen wir uns alle. Um auch stressige Phasen im Leben zu bewältigen, gibt es Rituale und kleine Aktivitäten im Alltag. Sie helfen uns, nachhaltig zu innerer Balance zu finden. LEO hat Tipps für euch.

Yoga hilft, innere Balance zu erreichen. Auch Meditation oder Musik helfen in Stresssituationen.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Werte wie Achtsamkeit, Entspannung, Dankbarkeit, Bewegung und Selbstfürsorge spielen für innere Ausgeglichenheit eine Rolle. Wir geben euch Tipps, wie ihr durch Rituale und Aktivitäten im Alltag stressige Situationen übersteht und langfristig mehr innere Balance erreicht.

Mentale Stärke

Mentale Stärke hilft uns, ausgeglichen zu leben. Ihr könnt sie erlernen, indem ihr bestimmte Dinge umsetzt, zum Beispiel: Negatives akzeptieren, Selbstreflexion, Nein sagen können, Dankbarkeit, sich für anderen und mit anderen freuen. Auch Resilienz ist von jedem entwickelbar. Sie beschreibt die Fähigkeit, mit schwierigen Lebenssituationen gelassen umzugehen. Resiliente Menschen können sich schneller von Widrigkeiten erholen, aus ihnen lernen und ihr Leben in vertrauter Weise weiter gestalten. Entscheidend dabei ist, wie wir auf unschöne Ereignisse reagieren und über sie hinwegkommen – und weniger, welche Dinge uns passieren.

Das Leben hält schöne und auch knifflige Lektionen für uns bereit, an denen wir wachsen können. Versucht mal, vermeintliche Niederlagen als Chance zu sehen: So habt ihr noch einmal die Möglichkeit, euren Weg zu überdenken oder etwas dazuzulernen. Wenn ihr enttäuscht seid, entwickelt keine negativen Gedanken. Denn wenn ihr euch ärgert, verschenkt ihr kostbare Zeit und Energie. Investiert sie lieber in Aktivitäten, die euch ein positives Gefühl geben: Eine Wanderung in der Natur, eine Runde Yoga, ein Buch lesen, Musik hören, ein Treffen mit Freunden, Gärtnern, eine Speise zubereiten, Meditation,...

Yoga und Meditation

Yoga ist eine wohltuende Praxis, die den Körper kräftigt, den Geist zur Ruhe kommen lässt und euch innere Balance schenkt. Seele, Geist und Körper kommen in Harmonie. Besonders das sanfte Yin-Yoga sorgt für Tiefenentspannung. Dabei haltet ihr für mehrere Minuten die Asanas, die Körperhaltungen im Yoga. Es sind hauptsächlich Dehnübungen im Liegen oder Sitzen, die auch Yoga-Anfänger gut umsetzen können. Regelmäßiges Üben schenkt euch Selbstvertrauen, ein besseres Körpergefühl, Klarheit und mehr Lebensfreude und Energie. Praktiziert Yoga, wenn ihr euch gestresst fühlt – danach geht es euch gewiss besser. Tutorials zum Üben gibt es z.B. auf Youtube und meist reicht eine Matte dafür aus. Yoga übt ihr barfuß.

Mit Meditation könnt ihr Anspannungen und innere Unruhe lösen. Beim Meditieren konzentriert ihr euch auf das Wahrnehmen, etwa auf eine Imagination oder den Atem. Wenn ihr euch auf euer Inneres besinnt, macht ihr euch frei von Gedankenwirrwarr. Beim Meditieren dürfen alle Gedanken kommen – aber gebt ihnen keine Wertung. Lasst sie einfach vor eurem inneren Auge vorüberziehen. Ihr könnt sie euch wie vorbei schwebende Wolken vorstellen. So bekommt ihr Ruhe, Klarheit und Ausgeglichenheit und werdet entspannter. Für Anfänger eignen sich zum Beispiel geführte Meditationen. Anleitungen gibt es unter anderem auf Youtube oder Spotify.

Tipp: Integriert Yoga und/oder Meditation als festen Bestandteil in eurem Leben. Übt mehrmals die Woche, um langfristige Effekte zu spüren. Bei der Yoga- oder Meditationspraxis ist es so wie beim Sport: Dabeibleiben zahlt sich aus.

Bewegung

Bewegung, vor allem im Freien, tut unserem Wohlbefinden gut. Zum Beispiel Wanderungen helfen uns bei innerer Unruhe. Wandern wir regelmäßig, stärkt es unter anderem unser Immunsystem, regt unseren Geist an und unterstützt die Produktion von Serotonin, dem Glückshormon. Es kann den Blutdruck senken, Stresshormone reduzieren und sogar therapeutisch bei depressiven Verstimmungen wirken. Probiert mal, ohne Smartphone, Fitness-Uhr und anderen technischen Geräten loszuziehen. Für totale Entspannung kann es helfen, keinen Schrittzähler im Blick zu haben und sich nur auf die Umgebung zu konzentrieren – zu beobachten, zu lauschen, zu riechen – und so tief in die Atmosphäre der Natur einzutauchen. Tipp: Lauft auf geeignetem Untergrund ein paar Schritte barfuß. Dabei werden die Fußreflexzonen stimuliert, was den Organismus anregt und den Blutdruck reguliert. Vom Barfußgehen profitiert die Fußmuskulatur und die Körperhaltung.

Schlaf

Ausreichend Schlaf bringt Erholung und ist entscheidend für unsere Vitalität. Schlafen wir häufig durch und rasch ein, ist das ein Zeichen für inneres Gleichgewicht. Im Schlaf verarbeiten wir Erlebnisse, Gelerntes verwurzelt sich im Gedächtnis. Bekommen wir zu wenig Schlaf, hat das Nervensystem keine ausreichende Gelegenheit, Erlebtes in Ruhe einzuordnen. Wer zu wenig schläft, ist erschöpft und weniger empfindsam für sich selbst und andere. Tipp: Um euer persönliches Schlafpensum zu ermitteln, könnt ihr für eine Woche euren Schlaf intuitiv gestalten, zum Beispiel in einer freien Woche. Ihr schlaft so lange, bis ihr von selbst aufwacht und euch fit fühlt. Dafür immer zur gleichen Zeit so früh wie möglich ins Bett gehen und notieren, wie lange ihr pro Nacht geschlafen habt. Aus den Werten könnt ihr euer individuelles durchschnittliches Schlafbedürfnis ablesen.

Beruhigend wirkt beispielsweise der Duft von Lavendel. Er ist ein natürliches Mittel bei innerer Unruhe, Schlafstörungen und Anspannung. Unser Körper erzeugt in Stresssituationen vermehrt Kortisol. Wenn ihr für fünf Minuten kräftig an Lavendel-Duft schnuppert, sinkt die Kortisolkonzentration im Körper. Lavendel hilft auch bei Einschlafschwierigkeiten. Es gibt beispielsweise Lavendel-Kissensprays. Achtet beim Kauf von Lavendelöl darauf, dass es aus Echtem Lavendel gewonnen wurde, um von seinen positiven Effekten zu profitieren (Öl aus Lavandin gilt als weniger wirkungsvoll). Probiert einfach aus, ob ihr den intensiven Geruch des Öls des Echten Lavendels mögt – es kann bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen. Lasst euch zur richtigen Anwendung und Dosierung von eurem Arzt oder in einer Apotheke beraten. Direkten Kontakt mit ätherischem Lavendelöl vermeiden und verdünnt anwenden.

Musik

Auch bestimmte Musik schenkt euch zum Beispiel Freude, Energie, Inspiration oder Entspannung. Die Deutsche Herzstiftung schreibt: „Wohlklingende Musik kann den Blutdruck sinken lassen, die Herzfrequenz verringern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen günstig beeinflussen.“ Meditationsmusik wirkt beruhigend und hilft gegen Stress. Die Stiftung fand in eigenen Untersuchungen heraus, dass vor allem Klassik den Blutdruck senkt, insbesondere Musik von Johann Sebastian Bach. Dennoch solltet ihr Musik immer nach eurem eigenen Geschmack auswählen. Jede Musikart wirkt individuell und löst in jedem von uns ganz unterschiedliche Gefühle aus.

Wertschätzung

Für innere Ausgeglichenheit sorgt ihr auch, wenn ihr euch selbst wertschätzt. Ein Mensch, der sich selbst akzeptiert, verhält sich auch anderen Menschen gegenüber wohlwollend. Dazu gehört auch, ständige Vergleiche mit anderen wegzulassen – denn sie können sich negativ auf den Selbstwert auswirken. Tipp: Macht euch regelmäßig bewusst, dass ihr selbst über eure Lebensumstände entscheidet und für euer Leben verantwortlich seid. Für negativ empfundene Situationen könnt ihr selbst Auswege schaffen. Aktivitäten können durchaus außerhalb der Komfortzone liegen. Einfach ausprobieren und dabei auch mal inneren Widerstand besiegen. Das Gefühl, etwas Neues gemacht zu haben, ist unbezahlbar – zum Beispiel eine längere Radtour als üblich, eine anspruchsvolle Wanderung, ein kreatives Kochrezept oder eine neue berufliche Aufgabe.

Dankbarkeit

Übt euch auch darin, Dankbarkeit zu spüren. Überlegt mal, für welche Aspekte eures Lebens ihr dankbar seid. Das können zum Beispiel eure Familie und Freunde, eure gemütliche Wohnung, Balkon oder Garten sein, ein erfüllender Beruf, ein Spaziergang, eine inspirierende Begegnung oder die Präsenz von Menschen aus eurem Umfeld. Kommunikation ist für uns als soziale Wesen wichtig. Seid aufmerksam, wenn ihr euch unterhaltet. Pflegt die Beziehungen zu Menschen, die euch guttun. Von ihnen bekommt ihr wertvolle Energie, die ihr für alltägliche Aufgaben braucht. Konzentriert euch das, was ihr habt und widmet den vermeintlichen Defiziten eures Lebens keine Gedanken. Denn worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, stärken wir. Wenn wir uns also auf gute Gefühle fokussierst, nähren wir diese. Umso mehr Raum wir schönen Gedanken geben, desto mehr wächst unsere positive Einstellung. Tipp: Führt ein Dankbarkeits-Tagebuch. Notiert täglich oder wöchentlich, für was ihr dankbar seid. Blättert öfter in dem Tagebuch und ihr werdet sehen, wie viel Positives es in eurem Leben gibt.

Nahrung

Auch die Ernährung spielt für innere Balance eine Rolle, denn bestimmte Nahrungsmittel können dabei unterstützen. Verzehrt dafür Lebensmittel mit Vitamin B, Eiweiß und langkettigen Kohlenhydraten. Sie erhöhen eure Leistungsfähigkeit und geben Power in stressigen Situationen.

  • Haferflocken stecken voller B-Vitamine. Sie unterstützen die natürliche Funktion eures Nervensystems und Energiestoffwechsels. In ihnen enthaltene Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Die Flocken mit ihren langkettigen komplexen Kohlenhydraten versorgen euch gleichmäßig mit Energie und halten lange satt.
  • Nüsse können durch ihr enthaltenes Magnesium und B-Vitaminen innere Unruhe besänftigen. Paranüsse liefern Selen und beruhigen das Nervensystem. Um die Konzentrationsfähigkeit zu pushen, knabbert etwa ein paar Walnüsse. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt als Richtwert für eine tägliche Portion Nüsse 25 Gramm an – sie kann eine Portion Obst (DGE: ca. 125 Gramm) ersetzen.
  • Kakao, z.B. als dunkle Schokolade, enthält Tryptophan. Das unterstützt die Bildung von Serotonin (Glückshormon) und kann unsere Laune verbessern. In dunkler Schoki stecken gewisse Antioxidantien, die den Abbau von Stresshormonen unterstützen. Tipp: Wähle eine Schokolade mit hohem Kakao-Anteil und wenig Zucker.

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