11.08.2021 - 12:08 Uhr
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Mit klarem Plan zum Ziel: In 10 Schritten zum Eigenheim

Der Kauf oder Neubau einer Immobilie ist ein großer Schritt, für viele Menschen ist es die größte finanzielle Investition ihres Lebens. Auf dem Weg zum Eigenheim hilft ein klarer Plan. LEO zeigt, wie du dir deinen Traum erfüllen kannst.

Der Schlüssel zum Eigenheim: Mit dem richtigen Plan wird der Traum von der eigenen Immobilie Wirklichkeit.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

1. Finanzierungsmodell: Wie viel Geld steht mir zu Verfügung?

Für den Kauf oder Neubau einer Immobilie spielt das Geld eine wesentliche Rolle. Verschaffe dir einen Überblick darüber, wie viel Eigenkapital dir zur Verfügung steht, welche monatliche Rate du finanziell stemmen kannst und wie viel die Immobilie kosten darf. Der Bankberater errechnet mit dir, wie hoch ein mögliches Darlehen maximal sein kann. Die Summe aus Eigenkapital und Darlehen zeigt dir, wie viel der Kauf deiner Immobilie maximal kosten darf.

Die Rechnung ist einfach: Je mehr Eigenkapital, desto besser. "Zum einen müssen Sie einen geringeren Kredit aufnehmen, und zum anderen winken Ihnen dadurch günstigere Zinssätze. Außerdem haben Sie so mehr Spielraum bei der Suche und der Gestaltung der Immobilie", informiert die Volksbank BraWo Unternehmensgruppe auf ihrer Internetseite. Am besten vereinbarst du einen Termin bei deiner Bank und lässt dich vorab ausführlich beraten.

Wichtig: Neben dem Kaufpreis fallen auch Kaufnebenkosten an, wie zum Beispiel die Grunderwerbssteuer, Notar- und Gerichtskosten und eine Maklergebühr. Darüber hinaus solltest du über finanzielle Rücklagen für anfallende Instandhaltungsarbeiten verfügen.

2. Orientierung: Wo stehe ich und wohin will ich?

Dein Ziel steht fest: Du möchtest dir deinen Traum vom Eigenheim erfüllen. Bevor du zur Tat schreitest, solltest du aber ein paar weitere Fragen klären: Was genau suchst du? Ein Einfamilienhaus, eine Doppelhaushälfte oder eine Eigentumswohnung? Möchtest du kaufen oder neu bauen? Wo willst du wohnen? In der Stadt oder auf dem Land? Welche Infrastruktur ist dir wichtig? Wie weit darf der Arbeitsweg sein? Wie viel Platz benötigst du? Ist es ein Projekt für die Zukunft oder soll es schnell gehen? Schreibe eine Liste mit allen Voraussetzungen, die dein neues Zuhause erfüllen soll.

Was mache ich im Fall der Fälle? Welche Versicherungen einmal wichtig werden können

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3. Das Ziel vor Augen: Angebote vergleichen

Wenn du weißt, wonach du suchst und was du dir leisten kannst, fällt es dir leichter, gezielt nach deinem Wunsch-Eigenheim Ausschau zu halten. Auch wenn letztlich Kompromisse notwendig werden können, sollte dein künftiges Zuhause deinen Wünschen entsprechen. Schließlich verbindest du mit dieser Investition Erwartungen an deine Zukunft und möchtest mit der Anschaffung am Ende auch zufrieden sein. Schau dir mehrere Objekte an und vergleiche die Angebote – das hilft dir bei deiner Entscheidung.

4. Der nächste Schritt: Termin beim Makler

Vereinbare einen Termin beim Makler, wenn du ein interessantes Angebot gefunden hast, das zu deinem Budget passt. Mit ihm kannst du weitere Fragen klären. Dabei solltest du vor allem folgende Punkte beachten: Wie ist der Zustand des Objektes? In welchem Zustand ist die Bausubstanz? Kommen neben dem Kaufpreis weitere Investitionen auf dich zu? Was steht im Energieausweis, welchen Wert hat die Immobilie und welche Energiekosten fallen an?

Vermeide übereilte Entscheidungen. Wenn du eine interessante Immobilie gefunden hast, kannst du das Objekt bei den meisten Maklern gegen Gebühr reservieren und beim möglichen Kauf mit dem Kaufpreis verrechnen.

5. Finanzierung: Termin beim Bankberater

Hast du ein oder mehrere interessante Objekte entdeckt, stellt sich konkret die Frage der Finanzierung. Kannst du deinen Traum vom Eigenheim umsetzen? Darum geht es im Finanzierungsgespräch mit dem Bankberater. Dieser benötigt für seine Expertise allerlei Unterlagen, zum Beispiel das Exposé und den Kaufvertrag. Wichtig sind auch Eigenkapitalnachweise, eine Auflistung deiner monatlichen Ausgaben, Gehaltsnachweise der letzten drei Monate und die letzten drei Steuererklärungen, eine Schufa-Auskunft, der Energieausweis und Nachweise über notwendige Versicherungen. Erstelle vorab eine Liste mit wichtigen Fragen.

6. Staatliche Fördermöglichkeiten für Wohneigentum

Wer Wohneigentum erwerben will, kann über private Darlehen hinaus auch staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. "Es gibt viele Förderprogramme, die private Haushalte beim Kauf oder Bau der eigenen vier Wände unterstützen", schreibt der Immobilienverband Deutschland IVD auf seiner Homepage. Laut einer IVD-Umfrage erkundigen sich jedoch lediglich knapp ein Drittel aller potenziellen Haus- und Wohnungskäufer nach Fördermöglichkeiten, die über das Baukindergeld hinausgehen. Dabei kann der Traum vom Eigenheim mit der passenden Förderung – KfW-Kreditprogramm, Wohnungsbauprämie, länderspezifische Fördermaßnahmen – auch ohne großes Vermögen in Erfüllung gehen.

7. Kaufvertrag: Notartermin vereinbaren

Sind die finanziellen Fragen geklärt, informiere deinen Makler oder das beauftragte Bauunternehmen. Vereinbare einen Termin mit dem Notar. Den Kaufvertrag erhältst du bereits vorab. Dadurch hast du die Gelegenheit, mögliche Fragen an den Notar im Vorfeld und in aller Ruhe zu notieren. Beim Notar kommen alle Beteiligten – du, der ehemalige Eigentümer, der Makler, das Bauunternehmen – zusammen und der Notar liest den Vertrag vor. Außer dem Kaufpreis regelt der Vertrag etwa den Zeitpunkt der Übergabe und die Zahlungsfrist. Der Notar veranlasst eine Eintragung ins Grundbuch. Damit wirst du offiziell zum Eigentümer.

8. Der große Schritt: Bezahlung und Übergabe

Überweise das Geld erst, wenn dich der Notar dazu auffordert. Beim Kauf von Immobilien wird meistens die Gesamtsumme fällig, beim Hausbau erfolgt die Bezahlung häufig schrittweise und abhängig vom Fortschritt der Bauarbeiten.

Bei der Übergabe sollte die Immobilie geräumt sein, sofern nichts anderes verabredet wird. Vergewissere dich, dass alles in einem ordnungsgemäßen Zustand ist und eventuelle Mängel wie vereinbart beseitigt werden. Dokumentiere alle Mängel mit Fotos.

Wichtig: Ab dem Zeitpunkt der Übergabe bist du für Betriebskosten wie Heizung, Strom und Wasser zuständig.

9. Risiken eindämmen: Versicherungen abschließen

Gehe kein unnötiges Risiko ein. Egal ob Neubau oder Altbau, ob gekauft oder gebaut – der Schritt zum Eigenheim ist mit hohen Kosten und auch mit Risiken verbunden. Deshalb solltest du nicht vergessen, wichtige neue Versicherungen abzuschließen, etwa eine Wohngebäudeversicherung. Auch eine private Haftpflichtversicherung gehört zu einem umfangreichen Versicherungsschutz dazu. Vor allem in der Zeit des Kaufs und der Finanzierung empfehlen Experten zudem eine Risikolebensversicherung und gegebenenfalls eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

10. Willkommen! Dein neues Zuhause

Du hast es geschafft. Du hast eine Immobilie gekauft, der Einzug steht kurz bevor. Mache wieder eine Liste und notiere, was noch alles zu erledigen ist: Schlüsselübergabe, Umzug, Renovierungsarbeiten. Sind Umbaumaßnahmen und Sanierungen sinnvoll und finanziell möglich? Beauftrage bei Bedarf die Handwerker.

Hast du dich dazu entschlossen, dein künftiges Eigenheim selbst bauen zu lassen, stellt das Bauunternehmen den Bauantrag, sobald die Finanzierung geregelt ist. Schließe nötige Versicherungen vor dem Baubeginn ab und achte regelmäßig auf den Fortschritt auf deiner Baustelle. Ein unabhängiger Bauberater kann dir dabei helfen, die Qualität der Arbeiten zu beurteilen. Bezahle die Rechnung erst, wenn die Baufirma den Auftrag beendet hat und du mit dem Ergebnis zufrieden bist. Nach dem Richtfest folgt die Schlüsselübergabe. Melde der Baubehörde, wenn der Bau abgeschlossen ist. Dann steht deinem Umzug nichts mehr im Weg.

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