11.11.2019 - 11:44 Uhr
OberpfalzOberpfalz

Körpersprache von Hund und Katze: Schau mir auf die Ohren, Herrchen

Sie knurren, miauen, stellen ihren Schwanz auf oder legen sich flach auf den Boden. Hund und Katze drücken mit ihrer Körpersprache Gefühle und Forderungen aus. Aber nur die wenigsten Herrchen verstehen Bello und Co.

Eine entspannte Haltung - Hunde und Katzen drücken durch ihre Körperhaltung oft viel mehr aus, als uns bewusst ist.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Ganz klar - rollt sich Zwergspitz, Beagle oder Golden Retriever auf den Rücken, kann das nur bedeuten: kraul meinen Bauch. Falsch. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Oft tritt das Verhalten auf, wenn der Hund überraschend Gesellschaft bekommt – beispielsweise, wenn Herrchen näher an ihn herantritt. Rollt er sich auf seine Rückseite, unterwirft sich der Hund, denn der Mensch stellt in diesem Moment eine Bedrohung dar, der der Vierbeiner aus dem Weg gehen will. Er will deeskalieren, keine körperliche Konfrontation provozieren und zeigen: tu mir nichts.

Duckt sich der Hund, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er nicht berührt werden möchte. Doch nicht falsch verstehen. Das bedeutet nicht, dass der Vierbeiner grundsätzlich keine Nähe sucht, sondern in diesem Moment für sich sein möchte. Besitzer sollten das respektieren und auf keinen Fall versuchen, das Tier davon zu überzeugen, wie schön doch so eine Streicheleinheit wäre. Das verursacht Stress – und unnötige Aufregung bei den Hunden. Zu den eindeutigsten Signalen, dass das Tier keinen Kontakt sucht, zählen zudem das Meiden von Augenkontakt, penetrantes Wegdrehen des Kopfes – oder, wenn der Vierbeiner seine Ohren nach an die Seite legt. Abstand suchen Hunde auch, wenn sie hecheln oder gähnen, wenn Menschen versuchen, auf sie zuzugehen oder sie zu streicheln. Experten sprechen von sogenannten Beschwichtigungssignalen, die der Hund einsetzt, wenn er sich unwohl oder gestresst fühlt.

Vielfältiges Knurren

Wahre Bände erzählt auch die Rutenstellung über die Emotionslage. Angst, Anspannung, Unwohlsein – senkt der Vierbeiner den Schwanz oder klemmt ihn sich zwischen die Beine, ist das ein schlechtes Zeichen. Denn dann ist ihm die Situation alles andere als geheuer. Anders sieht es auch, wenn er aufgeregt mit seinem Schwanz wedelt. Hundebesitzer kennen die Situation: Sie öffnen die Haustür und schon kommt der kleine Liebling wedelnd und hüpfend angelaufen. Genau! Es ist ein Zeichen der Freude und heißt: „Ich hab‘ dich vermisst, du warst viel zu lange weg.“ Ach ja … wie leicht wäre doch das Leben eines jeden Herrchens, wenn des Menschen bester Freund sprechen könnte. Doch das kann er. Nur eben anders. Hunde nutzen Laute oft als Kommunikationsmittel. Ein lautes Knurren. Bedrohlich, abwehrend, angriffslustig. Doch in vielen Fällen bedeutet es schlicht und einfach: „Ich fühle mich unwohl und eingegrenzt. Ich bin verzweifelt, da mir die Situation unangenehm ist und ich nicht weiß, was ich tun kann, um ihr zu entkommen.“ Zwischen Knurren und einem tatsächlichen Angriff liegen Welten. Ausgeschlossen ist es aber nicht – wenn sich der Hund nicht mehr anders zu helfen weiß.

Auch Katzen wissen genau, was sie wollen - und zeigen ihren Herrchen das mit ihrer Mimik und Gestik.

Katzen sprechen hauptsächlich über ihre Augen, Ohren und den Schwanz. Ein Blick reicht, um zu wissen, was in ihnen vorgeht. Meiden Katzen den Blickkontakt, signalisieren sie, dass sie einem Konflikt aus dem Weg gehen wollen. Sie braucht Zeit für sich, Abstand. Auch die Pupillen verraten viel über den Gemütszustand. Sind sie um das Vier- bis Fünffache geweitet, hat das nicht zwangsläufig mit der Helligkeit zu tun. Ist die Katze hungrig und entdeckt ihr Lieblingsfutter, weiten sich ihre Pupillen ebenfalls. Wachsamkeit und Anspannung deuten weit aufgerissene Augenlider an. Die Katze beobachtet genau, ist auf der Hut und bereit, sich im Notfall zu verteidigen. Die Ohren der Katze sind extrem beweglich und verändern ihre Position bei Geräuschen oder Stimmungswechseln des Tieres. Sind sie nach vorne geneigt, ist der Vierbeiner entspannt. Sind sie aber gespitzt und aufgestellt, ist die Katze äußerst wachsam. Abstand halten sollten Besitzer, wenn die Ohren gespitzt und die Öffnung nach hinten gedreht ist – denn die Stimmung ist aggressiv, der Kater angriffsbereit. Ein Zucken kann entweder für Angst stehen oder sagt aus, dass die Katze träumt. Je nach Stärke des Zuckens kann das ein guter oder aufwühlender Traum sein.

Bebt der Schwanz, ist auch das ein Zeichen dafür, dass der Vierbeiner gerade mitten in einem Schlaf-Abenteuer steckt. Steht er hingegen senkrecht in die Höhe, während die Spitze ein wenig umgeklappt ist, sagt die Katze: „Ich freue mich, dich zu sehen. Ich will mich an dich anschmusen und gestreichelt werden.“ Alles andere als Körperkontakt suchen Miezi und Co., wenn der Schwanz gesenkt und aufgeplustert ist – ein Zeichen für starke Furcht und Aggression. Hängt der Schwanz in einem großen Radius nach unten und die Schwanzspitze zeigt nach oben, ist die Katze in einer ausgeglichenen Stimmung, zufrieden und entspannt. Voll Tatendrang, gut gelaunt und offen für Nähe – dafür steht die sogenannte „Fragezeichen-Stellung“ des Schwanzes. Lästig ist dem Vierbeiner das Herrchen, wenn der Schwanz in waagrechter Position steht und die Spitze leicht erhoben ist. Denn dann hat die Kate gerade etwas „Wichtigeres“ zu tun, als sich mit ihrem menschlichen Kameraden zu beschäftigen.

Hund und Katze – die besten Freunde des Menschen, die treuesten Wegbegleiter und Seelentröster. Haben wir sie einmal in unser Leben gelassen, will man nie wieder darauf verzichten. Eine Beziehung, die noch leichter wird, wenn man versteht, was der kleine Vierbeiner sagen will.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.