05.10.2020 - 09:12 Uhr
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Künstliches Licht - Immer auf der Sonnenseite

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Auf der Sonnenseite des Lebens … wie wichtig die Sonne für den Körper ist, ist vor allem im Herbst und Winter spürbar, wenn die Tage dunkler werden. Die Folge: Müdigkeit, kaum Antrieb. Doch es gibt Lösungen.

Menschen brauchen Sonne - um Kraft zu tanken ... und auch für ihre Stimmung.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Wie viel Sonne braucht der Mensch, um gesund und ausgeglichen zu sein? Und welche Alternativen gibt es in den grauen, tristen Monaten? Experten sind überzeugt, dass Vitamin D, das wir aus dem Sonnenlicht schöpfen und das der Körper in den Zellen speichert, eine ungemein große Rolle dabei spielt, ob wir uns ausgeglichen und zufrieden fühlen. Damit der Organismus genug von dem Nährstoff bekommt, braucht er Sonne. Darüber deckt er rund 90 Prozent seines Bedarfs ab. Durch die UV-B-Strahlen wird in der Haut ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, wodurch das Vitamin gebildet wird. Stundelanges Sonnenbaden ist aber unnötig. Experten betonten, dass es genüge, 15 Minuten täglich in der Sonne zu sein, um den Grundbedarf zu decken. Grundsätzlich kein Problem – im Sommer. Doch im Herbst und Winter lässt sich die Sonne teilweise tagelang nicht blicken, der Vitamin-D-Vorrat sinkt. Die Folge: Müdigkeit, Trägheit, schlechte Laune, depressive Anwandlungen – auch Lichtmangel-Depression genannt. Erleichterung bringen Vollspektrum-Lampen, auch Tageslichtlampen genannt. Diese Geräte liefern Licht, das der Natur nachempfunden ist und wurden speziell für die tristen Monate des Jahres entwickelt. Sie sind großflächig und oft organisch geformt. Die Helligkeit der Lampe beträgt 2.500 Lux und entspricht der eines sonnigen, strahlenden Frühlingsmorgens. Ein spezieller UV-Filter sorgt dafür, dass nur das gesunde Spektrum des Tageslichts abgegeben wird. Durch die Bestrahlung wird das natürliche Gleichgewicht von Seratonin und Melato

nin, das Hormon, das dem Körper hilft, morgens wach zu werden, wiederhergestellt. Letzteres wird jedoch nur ausgeschüttet, wenn Licht vorhanden ist.

Deutlich bessere Stimmung

Die Anwendung der wärmenden Lampen ist leicht. Der Lichthungrige sitzt etwa einen halben Meter vor der Leuchte – und das ein bis zwei Stunden täglich. Die Augen sind geöffnet, sodass auch diese Partie des Gesichts dem Licht ausgesetzt ist. Stillsitzen ist unnötig. Während der Therapie können die Anwender ihrer Arbeit nachgehen, ein Buch lesen oder Essen. Es genügt, wenn sie sich immer wieder direkt der Lampe zuwenden. Entscheidend ist der Helligkeitseindruck und die gleichmäßige Verteilung des Lichts über die gesamte Leuchtfläche. Die Lichttherapie ist nicht nur für den Hausgebrauch entwickelt worden. Sie ist auch ein anerkanntes Behandlungsverfahren in der Psychiatrie, in Krankenhäusern und in Arztpraxen. Im Elektrohandel sind die Geräte für rund 200 Euro erhältlich und haben in der Regel eine Lebensdauer von 5000 bis 13.000 Betriebsstunden. Das bedeutet, sie können bis zu 15 Jahre genutzt werden. Über Nebenwirkungen müssen sich die Anwender kaum Gedanken machen, denn diese treten bei der Lichttherapie nur selten auf. Meist handelt es sich um leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, trockene Augen und gereizte Schleimhäute sowie Hautrötungen, die vor allem zu Beginn der Therapie auftreten können. Doch kein Grund zur Sorge, raten Experten. Mit kleinen Veränderungen beim Gebrauch der tageslichtspendenden Lampe bekommt man diese leicht in den Griff: kürzere Sitzungen, ein erweiterter Abstand zu dem Gerät und ein Luftbefeuchter helfen. Erfahrungsberichte zeigen, dass sich die ersten Erfolge bei einer regelmäßigen Lichttherapie schon nach wenigen Tagen zeigen. Die Stimmung der Anwender verbessert sich, die Müdigkeit und Antriebslosigkeit lässt deutlich nach. Die volle Wirkung erzielt die Lichttherapie nach etwa zwei Wochen. Das Ergebnis: Ein Großteil der Anwender fühlt sich deutlich leichter, ausgeglichener und voll Energie.

Sonne - so wichtig sind die Strahlen für den Organismus

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Gesunde Ernährung:

Mit Lachs und Hering gegen den Vitamin-Mangel

Eines ist sicher: Niemand kann auf Vitamin D verzichten, da es unter anderem dafür sorgt, dass der Körper Kalzium aufnehmen und in die Knochen einbauen kann. Da sich die Sonne in den Wintermonaten kaum und zu schwach zeigt, müssen Alternativen den Vitamin-D-Mangel bekämpfen – etwa ganz spezielle Nahrungsmittel. Während der kalten und dunklen Monate sollte theoretisch jeden Tag Lachs oder Hering auf den Tisch. Denn der fetthaltige Fisch gilt als bester natürlicher Vitamin-D-Lieferant. Der tägliche Bedarf kann durch das Essen allerdings nicht gedeckt werden, jedoch sind sich Experten sicher, dass regelmäßiger Konsum von Fisch wichtig ist, um ein gesundes Vitamin-D-Level zu halten. Gegen den oftmals aus dem Mangel resultierenden Winter-Blues helfen reife Bananen. Denn sie liefern die Hormonstoffe Serotonin und Norepinnephrin. Beiden wird nachgesagt, für das positive Denken und den Anstieg der Laune verantwortlich zu sein.

Das passiert im Körper:

Vorgänge im Organismus bei zu wenig Naturlicht

Das natürliche Licht steuert unsere innere Uhr. Das bedeutet, Wach- und Schlaf-Rhythmus richten sich nach den hellen Stunden des Tages. Empfängt der Körper zu wenig Naturlicht, erzeugen Drüsen im Gehirn bereits tagsüber das Ruhehormon Melatonin, das ins Blut abgegeben wird. Daher tritt das Gefühl von Müdigkeit in den Wintermonaten öfter auf als im Sommer oder Frühling. Elektrisches Kunstlicht kann diesen Mangel nicht ausgleichen.

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