06.04.2020 - 08:28 Uhr
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LEO Blog: Briefe, Karten, Videokonferenzen – Kontakt in der Ausgangsbeschränkung

Die Sehnsucht ist groß, Oma, Opa oder Freunde zu besuchen, sie einfach in den Arm zu nehmen. Das ist aktuell nicht möglich. Um ihren Liebsten dennoch nah zu sein, dafür hat sich Mediengestalterin Sara Schumann etwas Besonderes überlegt.

Keine Besuche bedeuten nicht unbedingt kein Kontakt. Deshalb greift Sarah zu Stift und Zettel und schreibt ihren Liebsten Briefe.
von Externer BeitragProfil

Gerade habe ich mit meiner Oma telefoniert und lege den Hörer auf. Ich bin traurig, da wir soeben meinen Großeltern mitgeteilt haben, dass wir Ostern nicht kommen, weil wir sie schützen wollen. Sie wohnen in Sachsen-Anhalt und das letzte Mal haben wir uns Weihnachten gesehen. Wir haben uns schon sehr auf ein gemeinsames Ostern gefreut. Meine Großeltern hatten schon den Tisch für Ostersonntag reserviert. Auch wir machen uns Sorgen, ob sie zurecht kommen und telefonieren täglich mit ihnen. Aber nicht nur meine Großeltern sind durch die aktuelle Situation belastet. Ich habe eine Freundin in Amerika, ihr Mann ist bei der US Army und aktuell im Einsatz - und sie ist alleine dort. Wir schreiben viel über Whatsapp und telefonieren. Ich möchte ihr das Gefühl geben, dass sie nicht alleine ist. Wenn wir telefonieren kann das schon mal zwei Stunden dauern, denn wir haben uns immer soviel zu erzählen.

Ich wollte sie eigentlich im Mai zu ihrem Geburtstag mit einem Besuch überraschen und mich mit ihr in New York treffen. Das geht nun leider nicht. Das letzte Mal haben wir uns 2019 gesehen, da ist die Sehnsucht nach einem Treffen auch hier groß. In dieser Zeit ist es schon schwer, Freundschaften und Beziehungen in meinem Umkreis, in meinem Land aufrecht zu erhalten. Eine Freundschaft bis nach Amerika ist da besonders pflegeintensiv. Umso wichtiger finde ich es, andere Wege zu finden, den Kontakt mit seinen Liebsten aufrecht zu erhalten. Zum Beispiel via Skype.

Kaffeklatsch per Videokonferenz

Freitags nach der Arbeit gehen mein Freund und ich mit ein paar Freunden immer einen Kaffee trinken. Wir haben unser Stammcafé in Weiden, in dem wir dann das Wochenende einleiten. Wir sind eine gemischte Runde mal zu dritt und mal zu fünft. Man muss in dieser Zeit erfinderisch sein. Also haben wir unser Freitagsdate mit unseren Freunden per Videokonferenz von zu Hause aus gemacht. Auch wenn der Kaffee daheim nicht so toll wie im Café schmeckt - Wir hatten uns viel zu erzählen und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Ich nutze die Zeit zu Hause um zu telefonieren und meinen Lieblingsmenschen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind. Dafür nutze ich auch gerne mal etwas altmodischere Wege: Briefe und Postkarten. In Zeiten von Social Media macht man das viel zu selten und jeder freut sich schließlich über persönliche Post. Vor allem in diesen besonderen Tagen, die für jeden nicht leicht sind, möchte ich meinen Liebsten ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn sie den Briefkasten öffnen.

Ein Telefonat mit den Liebsten in der Sonne.

Briefe zum Geburtstag

Meine Großeltern zum Beispiel freuen sich immer riesig über Post von uns. Ich versuche sie in meinen Briefen an unserem Leben teilhaben zu lassen und ihnen das Gefühl zu geben, dass wir immer an sie denken. Dass wir uns bald wiedersehen und sie gesund bleiben sollen. Ich berichte auch von unserem etwas anderem Kaffeedate am Freitag. Ich erzähle auch von meinem neuen Arbeitsplatz “Zuhause”. Und dann lege ich auch noch ein Foto mit rein. Eine Freundin, die bald 30 wird bekommt eine Geburtstagskarte.

Auch Julia in Amerika soll Post bekommen und so schreibe ich ihr auch ein paar Zeilen und mache für beide Geburtstagspakete fertig. (Mädels wenn ihr beide unseren Blog lest, dann vergesst das ganz schnell.) Ich hätte beide gerne gesehen und sie vor allem fest in den Arm genommen. Aber wir müssen diese Zeit eben überstehen, damit wir uns danach umso fester in die Arme schließen können. Bei einem Spaziergang bringe ich die Briefe zum Briefkasten. Bis bald, ihr Lieben!

Liebevoll dekorierte Briefumschläge, liebevolle Worte. Sarah hat das Briefeschreiben für sich entdeckt, um ihrer Familie und ihren Freunden eine Freude zu machen.
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Tipps, Tricks, Gedanken - Redaktion Magazine erzählt vom Alltag in der Corona-Krise

Der Cappuccino mit Freunden im Lieblings-Café, der gemütliche Grillabend, feuchtfröhliche Partys - all das ist erst einmal passé. Die Oberpfalz, Bayern - ja die ganze Welt wird von der Corona-Krise überrollt. Um besonders gefährdete Mitmenschen zu schützen, ist das soziale Leben auf ein Minimum beschränkt. Viele von uns arbeiten im Homeoffice, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Auch wir, die Redakteure und Grafiker der Redaktion Magazine von Oberpfalz Medien, haben unsere PCs im Herzen von Weiden abgebaut und zu Hause wieder aufgebaut. Eine ungewohnte Situation. Aber notwendig. Plötzlich ist alles viel stiller. Entschleunigt. Auch wir stehen vor der Frage: Wie beschäftige ich mich zu Hause? Wie gehe ich mit der Situation um. Jeder von uns hat seine persönliche Antwort gefunden. In regelmäßigen Abständen erzählen wir euch in unserem LEO Blog davon - und geben euch Tipps, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

Außergewöhnliche Ideen in außergewöhnlichen Situationen. Sarah bastelt Schutzmasken, um sie ihren Großeltern zu schicken.
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