18.11.2020 - 09:44 Uhr
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LEO Blog: Der Chili-Vorfall

Sie ist rot, sie ist scharf, sie ist gnadenlos: die Chili. Welche Folgen ein nachlässiger Umgang mit ihr haben kann, musste Volontärin Laura Schertl am eigenen Leib (oder Gesicht) erfahren.

Der Endgegner meiner Amateur-Küche: Die Chili.
von Laura Schertl Kontakt Profil

Manchmal ist mein Leben lächerlich albern und mich beschleicht das Gefühl, dass ich mich in einer dieser furchtbaren Slapstick-Komödien befinde, in denen der Protagonist auf Bananen ausrutscht oder über den Chef lästert, während dieser hinter ihm steht. Manchmal erlaubt sich mein Leben einen kleinen Scherz mit mir, oder meine Synapsen klappern in diesen Momenten einfach zu heftig, um noch eine einzige logische Handlung auszuführen. Ganz genau so ging es mir vor ein paar Tagen, als ich im Supermarkt todesmutig oder auch meines durchschnittlichen Lebens überdrüssig eine Tüte verschiedener Chilis kaufte. Den Hinweis mit „Vorsicht scharf“ tat ich als notwendiges Übel ab, schließlich steht auf der Anleitung für die Mikrowelle auch, dass man seinen Hamster darin nicht trocknen soll, oder nicht?

Zuhause angekommen begann ich sogleich den Koch-Prozess und säbelte diverse Chilis in winzig kleine Stücke, um sie kurz darauf in meine Nudelpfanne zu werfen. Dass aufgrund des aufsteigenden Dampfes meine Augen anfingen zu tränen, hätte mir ein Hinweis darauf sein sollen, dass ich es vermutlich übertrieben hatte. Aber ich ignorierte geflissentlich meine roten Augen und machte dann einen wirklich entscheidenden Fehler: Ich fasste mir mit ungewaschenen Händen ins Gesicht. Nachdem. Ich. Mehrere. Chilis. Geschnitten. Hatte. Hätte mir vorher jemand erzählt, dass mir das passieren würde, hätte ich ihn ausgelacht. Wer ist schließlich so dämlich, sich nach dem Schneiden von Chilis ins Gesicht zu grabschen? Na gut, ich. Und das Beste daran: Als wenige Sekunden später meine ganze linke Gesichtshälfte anfing zu brennen wie die Feuer von Mordor und ich rot wie eine Tomate war, dämmerte mir noch nicht mal, dass es an meinen Chili-Händen liegen könnte. Im Gegenteil, ich wunderte mich zwar kräftig, fasste mir dann aber zur Bestandsaufnahme meiner Beschwerden erneut munter ins Gesicht. Erst mehrere, zähe Minuten später dämmerte mir, was ich da angerichtet hatte.

Aber dann war es auch schon zu spät. Witzigerweise kann man das Brennen im Mund mit Milch bekämpfen, auf der Haut bringt das aber alles nichts. Da hilft nur kühlen. Ich saß also mit einem nassen Waschlappen im Gesicht auf dem Sofa und wartete darauf, dass ein Hobbit kommt, um einen Ring auf meine brennende Haut zu werfen. Es kam aber keiner. Und es dauerte verdammt lange, bis mein Gesicht sich wieder normal anfühlte. Die Nudelpfanne war übrigens so scharf, dass sie selbst einen Mexikaner zum Weinen gebracht hätte. Und während ich mein Gesicht kühlte und gleichzeitig versuchte, das Brennen in meinem Mund zu mildern, schwor ich mir: Keine Chilis mehr. Nicht, bis meine Synapsen aufgehört haben zu klappern.

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