01.06.2021 - 12:56 Uhr
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LEO Blog: Fabelhafte Fantasiewelten

Es sind wundervolle Orte, in denen wir fabelhafte Abenteuer erleben: Luftschlösser. Im LEO Blog erzählt Redakteurin Julia Hammer, warum sie überzeugt ist, dass jeder von uns sein ganz persönliches Luftschloss braucht.

Fabelhafte Fantasiewelten.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Ich gebe zu, ich bin eine Meisterin im Luftschlösserbauen. Und die können gar nicht riesig und prächtig genug sein. Laut Definition versteht man unter einem Luftschloss „eine Vorstellung oder einen Plan von etwas, das man sich ersehnt und herbeiwünscht, das bei vernünftiger Betrachtung aber nicht realistisch ist. Auch Hirngespinst genannt.“ Ein wenig negativ, nicht wahr? Ich finde, Luftschlösser sind so viel mehr als Hirngespinste. Durch sie erschaffen wir im oft tristen Alltag fabelhafte Fantasiewelten, in denen wir sein können, wer wir wollen. Machen können, was wir wollen. In denen wir über uns hinauswachsen und an der Seite von Messi die Fußball-WM genauso kinderleicht gewinnen wie den Mount Everest zu besteigen oder auf feuerspeienden Drachen zu reiten. In denen wir unser inneres Kind wieder laut werden lassen und uns alles erfüllen können, wovon wir schon immer geträumt haben.

Ich bin mir sicher, jeder von uns hat sein eigenes prächtiges Schloss, in das er immer wieder zurückkehrt und einfach glücklich ist. Doch warum nur eines, wenn wir uns doch so viele bauen können, wie wir wollen? Ich für meinen Teil habe unzählige. Manche bestehen über Jahre, manche tauchen, inspiriert von Büchern oder Filmen, auf und verschwinden nach einem einmaligen Besuch wieder. Wenn ich das Schloss meines inneren Kindes besuche, bin ich in Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Ich hüpfe in den riesigen Schokoladensee, fahre mit der Kutsche über die wehenden Puderzuckerberge und kreiere mein eigenes Süßigkeitenparadies. Mein Abenteuer-Ich kennt keine Grenzen – und keine Schlossmauern. Es steigt auf den Machu Picchu, lässt die Beine vom Empire-State-Building baumeln und genießt die einmalige Aussicht über New York. Es stürzt sich mit einem Fallschirm aus Flugzeugen – oder auch ohne, wenn es beschließt, fliegen zu können – und verbringt eine nervenaufreibende Nacht auf Schloss Bran, der ehemaligen Heimat des berüchtigten Grafen Dracula. Mein Auszeit-Schloss liegt an einem schimmernden See inmitten eines dicht bewachsenen Waldes – in einer ansonsten menschenleeren Welt.

In manchen meiner Schlösser bin ich nicht allein. Das wäre auf Dauer auch zu langweilig. Ich trinke Kaffee mit Wladimir Klitschko und lasse ihn von seinen Box-Highlights erzählen. Ich lausche Kurt Cobain, wenn er neben mir sitzt und von Polly singt. Manchmal besucht mich mein Jugendschwarm und wir reden über gemeinsame alte Zeiten. Ich denke, von allen Schlössern ist mir mein Vergangenheits-Schloss am liebsten. In ihm verbringe ich Zeit mit Menschen, die in meinem echten Leben nicht mehr sind. Meine Liebsten, die ich dort endlich wieder bei mir habe, mit ihnen lachen kann, mich mit ihnen beratschlagen kann, ihnen von meinen Plänen erzählen kann. Ein Ort, an dem wir uns immer dann nah sein können, wenn es nötig ist.

Warum Luftschlösser so wichtig sind? Ganz einfach. Sie sind unsere besonderen Orte. Unser ganz persönliches Paradies. Sie lassen uns unseren Alltag vergessen, bringen uns zum Lachen, zum Schwärmen und vor allem zum Träumen. Sie lassen uns aufatmen und Kraft tanken. Und manchmal passiert es sogar, dass wir sie mit in unser reales Leben nehmen. Wenn wir fantasievoll träumen, reichen uns unsere verborgenen Schlösser manchmal nicht mehr. Wir wollen sie endlich real leben. Dann sollten wir alles daran setzen, um genau das zu erreichen. Natürlich ist nicht alles umsetzbar – ich werde niemals in Willy Wonkas Schokoladensee schwimmen. Was ich sehr bedauere. Aber ich kann mich inspirieren lassen, kann kleine Ziele umsetzen, um erfüllter zu leben. Träume sind wichtig, um nicht zu stagnieren, um nach mehr zu streben. Und für alles andere – dafür habe ich meine fabelhaften Fantasiewelten.

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