13.04.2020 - 15:11 Uhr
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LEO Blog: Gitarrensession gegen den Corona-Blues

Keine Proben, keine Auftritte - und plötzlich viel freie Zeit. Während der Ausgangsbeschränkung liegt das Hobby von Laura Wiesgickl brach. Doch kein Grund für unsere Mediengestalterin, auf ihre große Leidenschaft, die Musik, zu verzichten.

Ran an die Gitarre - und weg mit der schlechten Laune. Das funktioniert bei Laura Wiesgickl immer.
von Externer BeitragProfil

Eigentlich waren wir mittendrin, total im Singflow. Nachdem jede Stimmlage (Sopran, Alt, Tenor & Bass) Einzelproben hatten, wollten wir uns nächsten Dienstag – wie immer – zur ersten gemeinsamen Singstunde treffen. Und nun? Abgesagte Chorproben und somit auch ausfallende kleinere Auftritte. So wie es uns geht, geht’s auch den „Großen“ der Musikszene. Nur, dass bei uns nicht die ganze Existenz bedroht ist. Für uns heißt es jetzt: jede Menge freie Zeit. Auch, wenn einige Bands inzwischen Livesessions und Wohnzimmerkonzerte per Instagram, Facebook und Co. anbieten, ist es doch nicht das Gleiche. Also habe ich mir gedacht: Was die können, kann ich auch – und hab die Gitarre mal wieder ausgepackt. Im normalen Alltag fehlt dafür oft die Zeit und die Muße. In unserem Chor haben wir feste Musiker, die uns mit dem E-Piano und der Gitarre begleiten, ihr Instrument also richtig beherrschen. Nicht so wie mein „Lagerfeuer-Gitarrengeklimper“.

Aber nun hat mich der Ehrgeiz doch gepackt. Ich krame nach Songtexten, schaue mir verschiedene Youtube-Cover-Versionen dazu an, lasse mich inspirieren. Die Laune steigt alleine dadurch, schöne Songs zu hören und „etwas vorzuhaben“. Ich probiere also verschiedene Lieder aus, singe den Anfang oder auch nur den Refrain, suche die richtige Stimmlage. Notfalls könnte ich dank Kapodaster die Tonart auch so transponieren, das heißt in eine andere Tonart übertragen, damit der Song besser zu meiner Stimme passt. Schlussendlich habe ich mich für ein Lied entschieden, das mir schon immer gut gefallen hat: „Skinny Love“ von Birdy. Sehr gefühlvoll, eine schöne Melodie und vor allem leicht mit Standardakkorden nachzuspielen. Am – F – C und Em. Das sollte ich noch hinbekommen.

Experimente und neue Interpretationen

Ich suche meinen Kapo und mein Stimmgerät zusammen und stimme erst einmal meine Gitarre, die das bitter nötig hat. Dank Datenbanken im Internet kommt man als Hobbymusiker heutzutage leicht an Input wie Noten und Chords. Als ich vor vielen vielen Jahren, ich glaube, ich war 13, Gitarrenunterricht hatte, starteten wir mit Klassikern wie „Proud Mary“ von Creedence Clearwater Revival. Gerne mal anhören und mitwippen. Die Musik damals hatte ihren Charme. Das liebe ich so an der Musik. Egal, in welcher Stimmung ich gerade bin, es gibt immer den richtigen Song dazu.

Wer ganz kreativ ist, kann auch eigene Texte zu einer Melodie verfassen, Lieder generell neu interpretieren oder etwas ganz Neues schreiben. Das ist die künstlerische Freiheit, die mir auch als Solosängerin gefällt. Natürlich sollte man sich zum Beispiel an Pausen im Song halten, besonders, wenn man begleitet wird, da es im Gesamten gut klingen soll. Aber in der Musik ist es nicht zwingend, alles exakt nachzusingen. Hier darf man experimentieren, sein eigenes Ding draus machen. Gerade das macht es spannend und nimmt den Druck. Übung macht, wie überall, den Meister. Ich probiere also, bis die Fingerkuppen schmerzen. Meine Hände sind es nicht mehr gewohnt, Gitarrensaiten zu greifen. Und mein Freund fragt auch schon, ob meine innere CD einen Kratzer hat, da ich jetzt immer wieder das gleiche Lied spiele. Bis zur nächsten Jam-Session mit Freunden, beim Angeln und am Lagerfeuer, ist das bestimmt wieder gut. Und bis dahin habe ich durch die Ausgangsbeschränkung Zeit, mal wieder meinen Fundus ein bisschen aufzustocken und zu üben oder einfach nur die Augen zu schließen und einen Song aus dem Radio mitzuträllern. Gute Laune und Abwechslung schafft die Musik auf jeden Fall – immer.

Gitarrensession mit Laura

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Tipps, Tricks, Gedanken - Redaktion Magazine erzählt vom Alltag in der Corona-Krise [Video]

Der Cappuccino mit Freunden im Lieblings-Café, der gemütliche Grillabend, feuchtfröhliche Partys - all das ist erst einmal passé. Die Oberpfalz, Bayern - ja die ganze Welt wird von der Corona-Krise überrollt. Um besonders gefährdete Mitmenschen zu schützen, ist das soziale Leben auf ein Minimum beschränkt. Viele von uns arbeiten im Homeoffice, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Auch wir, die Redakteure und Grafiker der Redaktion Magazine von Oberpfalz Medien, haben unsere PCs im Herzen von Weiden abgebaut und zu Hause wieder aufgebaut. Eine ungewohnte Situation. Aber notwendig. Plötzlich ist alles viel stiller. Entschleunigt. Auch wir stehen vor der Frage: Wie beschäftige ich mich zu Hause? Wie gehe ich mit der Situation um. Jeder von uns hat seine persönliche Antwort gefunden. In regelmäßigen Abständen erzählen wir euch in unserem LEO Blog davon - und geben euch Tipps, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

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