19.03.2020 - 12:24 Uhr
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LEO Blog: Kleine und große Helden der Krise

Während die meisten von uns im sicheren Zuhause bleiben, gibt es viele Menschen, die draußen für uns arbeiten und kämpfen. Ein Dankeschön an all diese Helden.

Ärzte, Pfleger, Verkäufer - nur ein paar der Menschen, die uns in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen.
von Laura Schertl Kontakt Profil

Es ist Donnerstagmorgen, 8 Uhr. Es ist neblig, die Straßen sind leer. Es sind kaum Menschen unterwegs.Warum ich unterwegs bin? Ich brauche ein Rezept für Medikamente, die ich regelmäßig nehme. Die Praxis ist leer, wie ausgestorben. Eine Arzthelferin begrüßt mich freundlich, reicht mir mein Rezept. „Einen schönen Tag noch!“ „Danke, Ihnen auch!“ Die Treppen nach unten, die Türklinke nicht anfassen, schnell weiter zur Apotheke. Ein Schild hängt an der Eingangstür: „Desinfektionsmittel und Masken ausverkauft! Nur drei Kunden gleichzeitig! Bitte draußen warten!“ Drinnen steht ein Spender, ein weiteres Schild bittet Kunden, sich die Hände zu desinfizieren. Die Wege zu den Theken sind abgesperrt, die Theken selbst verglast. So wenig Kontakt wie möglich. „Guten Morgen, haben Sie sich die Hände desinfiziert? Danke.“ Ich schiebe mein Rezept durch die kleine Öffnung im Plexiglas, bekomme mein Medikament. „Einen schönen Tag noch! Halten Sie durch“, wünsche ich dem Apotheker. Ich kann jetzt wieder nach Hause, in die vermeintliche Sicherheit meiner vier Wände. Aber was ist mit den Menschen, die das gerade nicht können? Verkäufer, Ärzte, Schwestern, Apotheker, Polizisten und all die anderen? Die Menschen, die gerade draußen rund um die Uhr für uns alle kämpfen. Rentner, die noch einmal in ihren alten Beruf zurückkehren. Medizinstudenten, die in den Krankenhäusern helfen wo es geht. Pfleger und Ärzte, die für die Gesundheit jedes einzelnen Menschen kämpfen. LKW-Fahrer, die sich bemühen unsere Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Menschen, die ihre Zeit aufopfern und ihre Gesundheit riskieren, um uns allen zu helfen, während wir uns zuhause in Sicherheit wiegen. Selten haben wir so brutal erfahren, wer sich noch um uns kümmern kann, wenn alles droht zusammenzubrechen. Selten war deutlicher, dass die Menschen, deren Berufe schlecht bezahlt, belächelt und unterschätzt werden, die tagtäglich einen harten und anstrengenden Arbeitsalltag hinter sich bringen, uns in unseren Grundfesten stützen, vielleicht sogar tragen. Bekommen diese Menschen im Alltag genug Respekt? Vermutlich nicht. Bekommen sie in dieser Situation genug Respekt? Sicher nicht.

Dankbarkeit und Respekt

Entgegen aller Empfehlungen treffen sich Menschen in Parks, sammeln Nahrungsmittel und halten sich nicht an Hygienemaßnahmen. Dabei wäre es das Mindeste, sich an alle Vorgaben zu halten. Bleibt so gut es geht zuhause. Trefft euch nicht mit anderen. Fahrt nirgends hin. Seid freundlich zu Ärzten, Pflegern, Verkäufern, Polizisten, Apothekern und allen anderen, die da draußen für euch arbeiten. Dankt den Menschen, die euren Alltag so gut es geht am Laufen halten. Die sich um euch kümmern, wenn ihr krank werdet. Die sicherstellen, dass ihr eure Medikamente bekommt. Danke an alle, die gerade für uns kämpfen. Danke an alle, die gerade Tag und Nacht im Einsatz sind um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Danke an alle, die versuchen, uns aus dieser Lage herauszuhelfen. Ihr seid großartig, mutig und unverzichtbar. Es bleibt zu hoffen, dass wir uns revanchieren, wenn das alles überstanden ist. Es ist Donnerstagmorgen, 8 Uhr. Es ist neblig, die Straßen sind leer. Es sind kaum Menschen unterwegs. Und das ist auch gut so.

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Tipps, Tricks, Gedanken - Redaktion Magazine erzählt vom Alltag in der Corona-Krise

Der Cappuccino mit Freunden im Lieblings-Café, der gemütliche Grillabend, feuchtfröhliche Partys - all das ist erst einmal passé. Die Oberpfalz, Bayern - ja die ganze Welt wird von der Corona-Krise überrollt. Um besonders gefährdete Mitmenschen zu schützen, ist das soziale Leben auf ein Minimum beschränkt. Viele von uns arbeiten im Homeoffice, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Auch wir, die Redakteure und Grafiker der Redaktion Magazine von Oberpfalz Medien, haben unsere PCs im Herzen von Weiden abgebaut und zu Hause wieder aufgebaut. Eine ungewohnte Situation. Aber notwendig. Plötzlich ist alles viel stiller. Entschleunigt. Auch wir stehen vor der Frage: Wie beschäftige ich mich zu Hause? Wie gehe ich mit der Situation um. Jeder von uns hat seine persönliche Antwort gefunden. In regelmäßigen Abständen erzählen wir euch in unserem LEO Blog davon - und geben euch Tipps, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

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